So geht’s nicht weiter!

9 11 2008

Die schlimmste Einarbeitungsphase ist vorüber. Langsam habe ich das Gefühl, im System durchzublicken. Klar, den Dschungel der Krankenhausfinanzierung kann man in gut einem Monat nicht kapieren. Muss ich auch nicht restlos, nur den Teil, der Folgen für meine Tätigkeit nach sich zieht. Das heißt zum Beispiel, welche Förderung für welche Maßnahme erforderlich ist. Oder ob eine Maßnahme in einem bereits geförderten Bereich liegt, was wieder Konsequenzen für die damalige Förderung (= Rückzahlung oder nicht) bedeutet.
Bei manchen Besprechungen verstehe ich nur Bruchteile vom Besprochenen. Wenn es zum Beispiel um Verlagerung von Räumen geht und die Ärzte mit dem Pflegedienstleiter irgendwelche Räume in einem Halbsatz quer duchs Klinikum verschieben. Dabei zusätzlich die fachchinesischen Abkürzungen gebrauchen, die für sie selbstverständlich sind, nur um dann festzustellen, dass es vielleicht ganz toll wäre, eine ganz andere Lösung zu überdenken. Was dann auch nach dem gleichen Schema abgehandelt wird. Und ich schreibe das dann ins Protokoll. Am besten so formuliert, dass sich keiner übergangen fühlt und womöglich noch beleidigt ist.
Am Abend habe ich zur Zeit dann keine große Lust mehr, in der Dunkelheit Sport zu treiben. Was dazu führte, dass ich schon zwei Kilogramm zugenommen habe, der Fettwert sich nach oben bewegt und außerdem die Lungen eine Tendenz zu leichtem Dauerasthma zeigen. Das kann es nicht sein, Herr Ulrich!
So geht’s nicht weiter!
Gut, was tun? Die Zeit ist günstig für den Einstieg in ein geplantes Aufbauprogramm. Die Liebste ist mit dem Junior für drei Wochen auf Kur. Keine privaten Einschränkungen also, nur die eigene Trägheit muss überwunden werden. Im Grunde meines Herzens bin ich nämlich ein fauler Hund. Dazu kommt, dass mir nichts weh tut, wenn ich keinen Sport treibe. Laufen führt zu schmerzenden Beinen, Schwimmen ist gleichbedeutend mit laufender Nase und Rennradeln mit Rückenschmerzen.
Also muss ein Trainingsplan her, der mir den nötigen A****tritt verpasst und ein Ziel, für das es sich lohnt zu trainieren. Insofern ist der Titel meines Blogs ziemlich verlogen. Als Ziel dient nun der Halbmarathon in Ingolstadt, eine der Pflichtveranstaltungen der Mainburger Triathleten. Triathlon habe ich mir vorerst abgeschminkt. Den Trainingsplan mache ich nicht selbst, weil ich mir nicht traue. Die Gefahr ist zu groß, dass ich dann nicht den nötigen Ernst aufbringe. Deshalb habe ich Victor Röthlin für mich gewinnen können, mir in Zukunft die Vorgaben zu machen.
Gestern also den geforderten Testlauf über vier Kilometer. Dank der durch Herrn Greif antrainierten Grundlagen war das bereits nach 17:45 Minuten vorbei. Ich war begeistert. Schnell ins „Vicsystem“ eingegeben und schon stand der Plan für die nächste Woche. Nun habe ich die ersten Zweifel. Für heute steht ein langer Lauf über 23 km auf dem Programm. Okay, mache ich, einmal Elsendorf und zurück, kein Problem. Aber die Zeit?!? Ein Schnitt von 6:10 Minuten pro Kilometer! So langsam bin ich noch nie einen Langen gelaufen, nicht mal in der Runner’s-World-Trainingsplanphase als Laufanfänger. Derzeit bewegt sich mein lockeres Tempo, in dem ich ziemlich weit laufen kann, zwischen 5:10 und 5:30. Alles darüber ist mir auch schlicht zu langweilig. Nö nö, Herr Röthlin, ich werde einfach so laufen wie ich meine und dann sehen wir weiter.
Ich bin gespannt, ob ich heute Abend auch noch so denke. :-)





Herbst in der Hallertau

19 10 2008

Wer in Lars’ Blog liest, könnte den Eindruck bekommen, die Hallertau gäbe es nur weites Land, Hügel und lange Geraden. Das ist so nicht ganz richtig. Um den Horizont meiner werten Leserschaft zu erweitern, nahm ich zum heutigen „langen“ Lauf die Kamera mit. Ja, richtig gelesen – langer Lauf! Es kann nämlich nicht so weiter gehen, dass ich nur noch buckle und zusehe, wie die Waage immer mehr anzeigt (Kilogramm und Fettprozent je plus 2). Gefühlsmäßig schwabbelt schon alles und nur unter Aufbietung aller Psychotricks kann ich erfolgreich verdrängen, dass es sportlich bergab geht.
Also geplante 15 Kilometer bei herrlichem Herbstwetter in moderatem Tempo. Und nur vier Hügel. Einen ersten Eindruck über die Location vermittelt diese Foto:

Weg

Was mir (und auch Lars) auffällt, dass verstärkt Mais und Raps angebaut wird. Ist derzeit vermutlich einträglicher, für die Biospritproduktion die Basis zu schaffen, als für den Bierzeltsprit.
Typisch für die Hallertau ist natürlich der Hopfen. Aber genauso typisch (wie für ganz Bayern) ist die Frömmigkeit. Das führte dazu, dass in jedem noch so kleinen Kaff eine Kirche steht.

Kirchturm

Uraltes Gemäuer wie in Ebrantshausen.

Kirchturm

Oder Exoten wie in Gasseltshausen – eine zweistöckige Kirche mit Wehrturmcharakter.

Kirche

Bevor mich der schwarze Mann erwischt

Schwarzer Mann

geht’s rechts vorbei an der Kirche, bergab, ein kleines Stück auf einer kleinen Asphaltstraße. Denn der Schwenk nach rechts in den Wald. Und da steht die Mauer von Rohnstorf.

Mauer von Rohnstorf

Anders als die Radprofis der Flandernrundfahrt, die die diversen Mauern erradeln müssen, bin ich als Hobbysportler nicht gezwungen, da hochzurennen. Wenn ich gut drauf bin mache ich das trotzdem. Aber heute war Sightseeing-Tag. Also lockerer Marsch und dann genießen des Blätterteppichs, der sich in der Folge ausbreitete.

Blätterteppich

Zum Glück unbehelligt von potenziell lauernden Fußangeln setzte ich meinen Weg über einen weiteren kleinen Hügel fort in Richtung Abenstal. Während rechts von mir wildes Gewehrfeuer ertönte – ich wusste gar nicht, dass dort ein Schießplatz ist – ließen es sich diese Kameraden gutgehen.

Schafe

Bei mir machte sich allerdings ein Hungerast breit. Es war immerhin schon Nachmittag und seit dem Frühstück hatte ich nichts mehr gegessen. Voll blöd, aber zum Glück kam ein Sportkollege mit dem Rennrad des Weges. Ein Schluck aus der Trinkflasche, ein bisschen Smalltalk und der Heimweg war gesichert.
Zu Buche stehen nun 15 gelaufene Kilometer und die Erkenntnis, dass die Form noch nicht ganz weg ist. So soll es auch weiter bleiben und ich gelobe hiermit Besserung und eiserne Disziplin.





Herr Generaldirektor

12 10 2008

So redet mich neuerdings meine Frau an, weil ich jetzt doch wichtig bin. Zum Generaldirektor fehlts aber noch weit und ich habe auch keine Ambitionen dazu.
Die ersten zwei Wochen an der neuen Arbeitsstelle sind vorbei und langsam lichtet sich der Nebel. Am Anfang erschlägt einen alles. Die Fülle der Aufgaben, die Größe der Klinik, dutzende neuer Gesichter. Naja, kennt wohl jeder, der schon mal irgendwo neu angefangen hat.
Das wirklich anstrengende ist aber mehr das Privatleben. Da meine Frau vorerst noch weiter voll arbeitet, muss der Alltag perfekt durchorganisiert werden. Wenn der Kleine schläft ist der Abend meistens gelaufen und meine Frau und ich sind froh, endlich Ruhe zu haben. Da fällt es natürlich schwer, sich zum Sport aufzuraffen. Oder etwas im Blog zu schreiben.
Umso mehr freue ich mich natürlich darüber, wenn mir unverhofft ein „Blog-Award“ ins Haus flattert. Hört sich zwar ein wenig an wie Blockwart, ist aber im Gegensatz dazu eine Ehre und Verpflichtung, das Niveau zu halten. Dass mir der Award von Scarlett O’Hasi verliehen wurde überrascht mich allerdings weniger. Dazu muss man nur die Statistik bemühen, dann weiß man, wer mit Abstand am meisten diese Seiten anklickt. Vorausgesetzt, dass ich in Frankreich nicht allzu viele Leser habe.
Der Blog-Award bringt es mit sich, vielmehr ist es gute Sitte, den Preis, den man bekommen hat, weiter zu verleihen. Da ich nach wie vor über das Bloggeschehen einigermaßen auf dem Laufenden bin, fällt es schwer (wie allen Verleihern) einen Favoriten zu finden. Lars wäre einer gewesen, weil er einen Humor hat, der mir gut gefällt und er gemeinsame Läufe immer irgendwie ganz anders beschreibt als ich sie empfunden habe. Aber dummerweise ist mir Michi zuvorgekommen und zwei Awards fände ich übertrieben. Also grübel, grübel und studier…
The Award goes to…

LIZZY (und ihren Fotografen)

Jahaa, das hättste jetzt nicht gedacht, was?
Ich finde, keine(r) schreibt so schön über Katzen und Blumen. Niemand vermittelt die Leichtigkeit am Ende eines Starterfeldes so gut wie sie. Wer nicht glaubt, dass ein Fünf-Stunden-Marathon als Marathon zählt, sei an Lizzy verwiesen. Bei ihr wäre auch ein Zehn-Stunden-Marathon großes Kino. Und das glaubhaft. Ihr Blog ist nicht einer, den man schnell mal im Vorbeigehen liest (nur ich, wenn es um die Katze geht), weil ihre Beiträge über’s Laufen und Bergwandern und Radeln oft umfangreich, meist interessant und immer gut bebildert sind. Der Fotograf sei hiermit ausdrücklich in den Award eingeschlossen.
Herzlichen Glückwunsch also und viel Freude damit.





Herbst

26 09 2008

Mit der Überschrift ist eigentlich schon alles gesagt. Dem aufmerksamen Leser ist zudem vielleicht auch aufgefallen, dass die Duell-Anzeige rechts oben nicht mehr da ist. Nachdem es bis heute 0:0 im Kampf um die Bestzeiten von Charly und mir steht und zumindest von meiner Seite keine Wettkampfambitionen mehr bestehen, breche ich das Duell hiermit ab. Charly wird auch nicht traurig darüber sein, denke ich.
Der Urlaub in Italien war ein Bruch in meiner Trainingsmotivation. Zwei Wochen am Strand verleiten zu gewisser Trägheit. Da helfen auch drei Radausfahrten in dieser Zeit nicht. Wenn sich an den Urlaub noch eine hartnäckige Erkältung anschließt, ist das der Form auch nicht weiter zuträglich. Satte zweimal acht Kilometer bin ich die letzten vier Wochen gelaufen. So kommt es, dass ich mich momentan in einer wie-geht-es-weiter-Phase befinde. Nicht nur wegen der fehlenden Form und Motivation, sondern auch aus beruflichen Gründen.
Am 1. Oktober fange ich in einem Klinikum als Chefarzt Architekt an. Dort werde ich Umbau- und Modernisierungsmaßnahmen koordinieren und verschiedene Abläufe neu organisieren. Ein recht anspruchsvoller und zeitintensiver Job. Und vor allem nach fünf Jahren Selbständigkeit erst mal sehr gewöhnungsbedürftig. Es versteht sich von selbst, dass meine sportlichen Ambitionen da zurück stehen müssen. Triathlon dürfte vorerst mal erledigt sein, zumindest auf einem wettkampffähigen Niveau. Schwimmen werde ich aber weiterhin einigermaßen regelmäßig, weil es einfach für die Rückenmuskulatur gut ist. Aber ansonsten werde ich mich wohl auf das Laufen konzentrieren. Ob mir das spätabends gelingt weiß ich aber nicht. Wir werden sehen.
Heute Mittag bin ich mit Peter zum Laufen verabredet. Mal sehen, wie ich drauf bin. Auch davon hängt es ab, ob ich dieses Jahr noch Lust auf einen Wettkampf habe. Den Stadtlauf in Mainburg am 4. Oktober habe ich vorsichtshalber schon mal abgesagt mit der sehr guten Begründung, dass ich als Fotograf tätig sein muss. Ich bin von der Organisation darum gebeten worden, da kann man schlecht nein sagen.





Richard Wright

16 09 2008

Pink Floyd ist eine meiner absoluten Lieblingsbands. Zweimal habe ich sie live im Olympiastadion in München gesehen. Grandiose Show in exorbitanter Lautstärke. Angeblich sollen damals bei der Polizei in Fürstenfeldbruck besorgte Anrufe eingegangen sein.
Ich weiß nicht, wie oft ich seinerzeit „The Wall“ gehört habe, manchmal mehrmals am Tag. Ohne MP3-Player oder CD, ganz altmodisch noch auf Vinyl. Das kann man sich heute gar nicht mehr vorstellen. Das beste Album der Band ist aber sich „The Dark Side of the Moon“. „The Great Gig in the Sky“ ist ein Stück daraus, geschrieben vom Keyboarder Richard Wright. Er ist gestern leider im Alter von 65 Jahren gestorben.

Wer will, kann sich noch das nächste Stück ansehen, „Comfortably Numb“, mein Pink-Floyd-Favorit. Dauert allerdings 9:30 Minuten. Das war der Rausschmeißer bei den Konzerten – der Wahnsinn. Und außerdem mein Begleiter in Roth 2006, wo ich bekanntlich sehr lange mit der vorzeitigen Beendigung der Veranstaltung wegen mangelnder Vorbereitung zu kämpfen hatte. Der Text beschreibt in etwa die Gefühlslage während großer Teile des Wettkampfs.





Wodka-Bullen

14 09 2008

Große Ereignisse müssen groß gefeiert werden. Zumindest aus der Sicht meiner pubertierenden 17-jährigen Ziehtochter. Das größte Ereignis ist natürlich der 18. Geburtstag. Seit Wochen liefen die Vorbereitungen. Es gab endlose Diskussionen über die Gästeliste und vor allem über deren Umfang. Waren anfangs noch knapp 100 Leute darauf, wurde nach und nach widerwillig auf rund 50 reduziert. Kulinarische Spezialitäten konnten wir ihr auch ausreden, also keine Pizza, Kuchen und dergleichen. Im Nachhinein betrachtet wäre das wirklich Perlen vor die Säue geworfen gewesen.
So traf sich die Jugend der näheren Umgebung gestern Abend im extra angemieteten Nebenraum eines Pubs zur großen Sause. Meine Frau und ich mittendrin beziehungsweise an der Bar als Putzhilfe und Chaosbegrenzer sowie als Fotograf. Ich muss sagen, so wesentlich viel hat sich in den 25 Jahren, die seit vergleichbaren Feten in meiner Jugend vergangen sind, nicht verändert. Gut, die Musik ist sehr gewöhnungsbedürftig, soweit man von Sprechgesang zu Computererzeugten bmpf-bmpf-bmpf von Musik sprechen kann. Zwischdurch war sogar Rihanna eine Wohltat für die Ohren. Von Bierzelt-Klassikern wie Spider-Murphy-Gang, DJ Ötzi oder Udo Jürgens ganz zu schweigen.
Somit kam auch niemand groß in Verlegenheit, einen auf Unterhaltung zu machen. Man konnte sich voll und ganz auf das Wesentliche konzentrieren. Zur Aufmunterung gab’s erst mal Sangria aus Eimern, stilecht wie am Ballermann mit Orangen- und Zitronenscheiben und mit langen Strohhalmen. Das war für einige aber doch zu mädchenhaft. Die orderten dann aus den gleichen Eimern „Wodka-Bull“ – will heißen eine Flasche Wodka und den Rest mit Red Bull aufgefüllt. Das gab’s bei uns damals noch nicht, Red Bull meine ich. Unser Zudröhn-Favorit war „Korea-Maß“, je zur Hälfte Cola und Rotwein. Ziemlich perverse Mischung aber die haut rein, obwohl gar nicht so hochprozentig. Die Jungs und Mädels gestern erwiesen sich jedoch als sehr trinkfreudig, was uns alte Leute doch einigermaßen entsetzte.
Gegen Mitternacht drängte ich meine Frau zum Gehen, obwohl wir richtig Spaß hatten. Mir war klar, dass bei dem Alkoholkonsum die nächsten Stunden noch etwas derber werden würden. Das wollte ich ihr ersparen. So war es dann auch, wie man der Ziehtochter entlocken und aus dem Zustand der Lokalität schließen konnte. Jedenfalls war beim Aufräumen heute Mittag keiner der vielen angekündigten Helfer dabei. Das hätte es bei uns damals nicht gegeben.
Na ja, nun ist das Mädel jedenfalls in der Erwachsenenwelt angekommen. Übermorgen beginnt sie die Ausbildung zur Physiotherapeutin und somit ist es vorbei mit Lustig. Kleine Kinder werden groß und führen auf einmal ein eigenes Leben. Man merkt dann recht deutlich, wie alt man selbst ist. Und bekommt in rührseligen Momenten womöglich die große Krise. Solange wir alten Eltern aber auf solchen Partys noch geduldet werden und auch noch Spaß dabei haben, müssen wir uns über’s alt werden, glaube ich, keine Gedanken machen. Was mich betrifft: Ich möchte nicht nochmal 18 sein.





Ich bin dann mal wieder da

9 09 2008

So ein Stress, wenn der Urlaub zu Ende geht. Erst mal 10 Stunden Autofahrt. Auspacken, Berge von Wäsche (das erledigt zum Glück meine Frau), Garten Grobpflege. Blogs lesen. Es hat sich viel getan und kommentieren kann ich das alles nicht. Muss auch nicht sein.
Mein Preisrätsel ist letztendlich dann doch noch gelöst worden. Helmut ist nach den üblichen unqualifizierten Bemerkungen ;-) auf den gesuchten Ort gekommen – Civitella del Tronto. Mehr dazu im nächsten ausführlichen Beitrag (mein schönstes Urlaubserlebnis, haha). Über den Gewinn müssen wir noch verhandeln. Vielleicht in einem Biergarten ein Kasseler Rippchen oder so?
Sportlich gesehen war selbstverständlich fast Pause. Der Einstieg in die Herbstsaison fällt mir im Moment entsprechend schwer. Allmählich sollte ich wieder ein bisschen Laufen üben, ein paar Wettkämpfe will ich schließlich schon noch bestreiten.
Nun gut, das war’s erst mal in aller Kürze. Demnächst, wie erwähnt, etwas mehr.





Weitere Hinweise

3 09 2008

Okay, war wohl zu schwierig. Südlich ist schon mal richtig. Gut welchen Hinweis gebe ich noch?
Das südliche Königreich ist ein vereinigtes und umfasste einen Inselteil und einen größeren Teil des Festlandes. Das Oberhaupt des anderen Reiches war eigentlich kein König. Aber im Gegensatz zum südlichen Reich regiert sein Nachfolger heute noch. Und zwar absolut.
Nun sollte die grobe Richtung feststehen. Hier sieht man übrigens noch die Dächer des Ortes. Über diesem thront die Festung, die einst die Grenze sicherte.
Ort





Preisrätsel

2 09 2008

Um das Sommerloch hier im Blog zu überbrücken ein kleines Rätsel. In welchem Ort befindet sich dieses alte Gemäuer? Fotografiert heute Nachmittag.
Strasse
Kleiner Tipp: Im Hintergrund ist ein Berg zu sehen, der zu einem größeren Massiv gehört. Dessen höchster Gipfel ist über 2900 Meter hoch. Rechts vom Gemäuer fließt ein Fluss, der früher die Grenze zwischen zwei Königreichen war.
Ich bin gespannt, ob jemand die Antwort weiß.





Neuland

21 08 2008

Seit 15 Jahren pilgert eine mehr oder weniger große Gruppe von Mainburger Triathleten Mitte August nach Flintsbach am Inn, um am dortigen Astenlauf teil zu nehmen. Bisher konnte ich es immer vermeiden, dort auch mit zu mischen. Kein Training, keine Motivation, Krankheit – Ausreden waren immer ausreichend vorhanden. HöhenprofilDieses Jahr hatte ich eigentlich nur keine Lust. Man muss dazu sagen, dass eine Anreise von 140 Kilometer nötig ist. Nur um sechs Kilometer einen recht steilen Berg (siehe nebenstehende Grafik, 680 Höhenmeter verteilt auf rund fünf Kilometer) hoch zu laufen, oben ein oder mehrere Bierchen zu trinken und dazu einen Kaiserschmarren zu essen. Nicht wirklich intelligent, aber es gehört halt zu den Pflichtaufgaben in unserem Verein.
So kam der Anruf von Susi um 14:00 Uhr gerade noch rechtzeitig. Sie teilte mit, dass in ihrem Auto noch ein Platz frei wäre und ich mit fahren könne. Ich war etwas überrumpelt und hatte in dem Moment keine überzeugende Ausrede parat. Und so stieg ich um 15:30 Uhr zu ihr, Kurti und Petra ins Auto. Nur eineinhalb Stunden später waren wir in Flintsbach, wo nach und nach die anderen der diesjährigen Mainburger Pilgerschar eintraf, über 20 Leute diesmal.
Zunächst Nachmeldung, Smalltalk, Toilette. Dann Warmlaufen auf dem ersten Teil der Strecke. Erst geht’s einen Kilometer ziemlich eben durch den Ort bevor man an eine „Wand“ stößt. Ab da verläuft die Strecke nur noch in eine Richtung – nach oben. 100 Meter testete ich das aus, nur um zu sehen, wie sich das anfühlt. Ähm, ja, ganz schön anstrengend.
Mein erster Berglauf. Was erwartet mich da? Mit dem Rennrad habe ich ja schon einige Erfahrung, was längere Anstiege angeht. Auch Bergzeitfahren ist mir geläufig. Der kapitalste Fehler, den man dabei machen kann, ist der, zu schnell loszulegen. Beim Berglauf sei das auch nicht anders, hatte ich mir sagen lassen. Und dass die Endzeit beim Asten in etwa der der 10 Kilometer flach entspräche. Also schätzte ich mich so um die 43 Minuten ein.
Ich könne froh sein, dass ich die Strecke nicht kenne. Oben kurz vor dem Ziel sei ein Holzzaun. Hervorragend geeignet um sich darüber zu beugen zum Kotzen. Sprüche, mit denen einem wahre Sportkameraden vor so einem Lauf versuchen zu motivieren.
18:30 Uhr, pünktlich der Start.  Der erste Kilometer ungewohnt gemütlich, nicht wie sonst üblich bei solch kurzen Rennen. Ungewohnt auch die Stille im Feld. Sonst ist immer Gequatsche zu hören, hier weiß jeder, dass er die Luft noch braucht.
Dann geht’s los. Ich versuche einen wie auch immer gearteten Rhythmus zu finden. Den finde ich auch, aber er ist zu schnell. Trotzdem steigt die Zahl der Höhenmeter am Forerunner-Display quälend langsam. Bei etwa 600 Höhenmetern laufe ich fast auf André auf, einen Vereinskameraden, der eigentlich eine Klasse besser ist als ich. Das gibt mir die Bestätigung, dass ich viel zu schnell unterwegs bin. Guten Gewissens wechsle ich über in einen zügigen Bergwanderschritt. Erfreut stelle ich fest, dass ich dadurch nicht langsamer bin als laufend. Der Puls beruhigt sich wieder, nachdem er vorher im roten Bereich war.
Es bleibt weiter sehr steil, ich marschiere weiter zügig. Bei einer Kapelle eine scharfe Linkskurve, danach wird es etwas flacher. Ich fange wieder an zu laufen. Danach wieder Steilstück – ich marschiere zügig. Bei 800 Metern Höhe ist erst mal Verschnaufpause, ein längeres Flachstück. Gut drei Kilometer sind geschafft. Also gerade mal die Hälfte, sowohl bei den Kilometern als auch bei den Höhenmetern. Danach wird es nochmal sehr steil, habe ich mir sagen lassen. So ist es auch.
Während ich so dahin marschiere, stelle ich mir erstmals in meiner Wettkampfkarriere, was ich hier eigentlich mache. So ein Schwachsinn. Ringsum die schönste Bergwelt und ich habe nur einen Blick für die nächsten zehn Meter. Keine Zeit für ein Päuschen auf einer der zahlreichen Ruhebänke. So überhaupt nicht meine Vorstellung, wie ich die Bergwelt genießen möchte. Definitiv ist Berglauf nicht mein Ding. Erstens laufe ich nicht und zweitens, wenn ich laufen würde, dann immer am Anschlag oder noch mehr. Und das habe ich noch gekonnt und will es auch nicht.
Aber es hilft nichts, hinter mir kommt der Günther, der darf mich auf keinen Fall einholen. Also versuche ich mich nicht allzu sehr gehen zu lassen. Am letzten Steilstück liefere ich mir ein „Duell“ mit einer hübschen Lady, die von ihrem Begleiter gezogen wird. Wenn ich marschiere überholt sie mich, beim Laufen bin ich schneller. Irgendwann lichtet sich der Wald und der Berggasthof, bei dem sich das Ziel befindet, kommt in Sicht. Die finale Steigung über die Alm ist nicht mehr allzu schwer, so dass ich laufend, wie es sich gehört, nach oben gelange. Schließlich ist das letzte Stück von oben einsehbar und ich möchte ja wenigstens für meine Groupies gut aussehen.
Im Ziel bin ich überrascht, dass es doch noch für 42:45 Minuten gereicht hat. Damit lande ich im letzten Drittel der AK 40, was mich aber nicht sonderlich interessiert. Unsere Damenmannschaft gewinnt den Wanderpokal, das ist schon mehr erwähnenswert. Hans ist mit 35:17 Minuten unser schnellster Mann, die Micha mit 42:03 die schnellste Dame. Es gibt ein wirklich sehr schönes Finisher-T-Shirt, das in dem sehr moderaten Nachmeldepreis von 10 € enthalten ist.
Die Veranstaltung endet wie immer bei Kaiserschmarren, Leberkäse und Weißbier. Die größte Herausforderung steht aber noch bevor – der Abstieg bei Dunkelheit. In der Kürze der Zeit konnte ich keine brauchbare Taschenlampe mehr organisieren. Aber bei sovielen Leuten sind genügend Leuchten dabei, so dass keiner vom Weg abkommt. Unten am Berg angekommen, brennen die Oberschenkel mehr als nach dem Anstieg. Eineinhalb Stunden Rückfahrt, kurz nach Mitternacht sind wir wieder zuhause.
Insgesamt eine nette Veranstaltung mit 175 (! unter der Woche, Ferien) Teilnehmern, ein vergnüglicher Abend in geselliger Runde und ein bisschen Zähne zusammenbeißen und Sinnkrise. Nächstes Jahr ist wieder Astenlauf und wenn nichts dazwischen kommt bin ich wieder dabei, ist doch klar.