Die Verwirrung ist groß

19 06 2008

Der Blogger an sich ist keinen Regeln unterworfen, was und wie er schreibt. Das ist den EUkraten natürlich ein Dorn im Auge. Das muss geändert werden. Genaueres dazu hier.
Es könnte ja sein, dass ich ein Ghostwriter wäre. Die Reinkarnation von Goethe zum Beispiel. Und das wäre ein Problem. Weil, sollte ich durch meine begnadete Schreibe die Persönlichkeitsrechte eines anderen verletzen, könnte ich nicht belangt werden, weil ich ja schon tot wäre. Ghostwriter eben.
Darum muss dringend eine Regelung her, die solche Sachen regelt. Oder das Recht auf Gegendarstellung. Für die, die nicht in der Lage sind, selbst einen Kommentar zu verfassen. Bei Zuwiderhandlung gibt’s dann sicher eine Abmahnung mit der üblichen saftigen Strafe. Ich bin sicher, die EU findet hier ein würdiges Konstrukt, mit dem alle gut leben können. Vor allem die Gerichte.
Wie man sieht, einen Blog zu betreiben ist noch viel zu einfach. Meine Rubrik “Rechtliches” werde ich also bald überarbeiten müssen, statt ein paar Zeilen werden es dann mehrere Seiten sein. Außerdem überlege ich schon, ob ich ein Buch heraus geben soll. “Bloggen - aber richtig!” , oder so.





Koppeltraining

11 06 2008

In den hier verlinkten Blogs tut sich derzeit ja recht wenig. Ich führe dies überwiegend auf verstärkte Trainingstätigkeit zurück (ja Hase, ich weiß! Nicht maulen) gepaart mit Arbeits- und/oder Umzugsstress. Bei mir sind auch die härtesten Wochen angebrochen, was den Sport betrifft. Was dazu führt, dass ich der Meinung bin, für den Rothsee-Triathlon nun die Form zu haben, die dort benötigt wird. Um das zu bestätigen absolvierte ich heute einen Test in Form einer kurzen aber zügigen Radausfahrt mit anschließendem kurzen aber harten Lauf.
Die Radstrecke war wie immer recht hügelig. Bei einer Bergabpassage unterschätzte ich ein Schlagloch. Gleich darauf ein dumpfer Schlag auf dem Asphalt - die Trinkflasche hatte einen Abflug gemacht. Ärgerlich, weil ich musste auf der Gegensteigung anhalten oder genauer gesagt umdrehen. Nun war die Straße recht schmal und ich folglich recht langsam. Kein Problem, kann man sich ja mit dem Fuß abstützen. An was muss der geübte Rennradfahrer dabei denken? Richtig - aus dem Pedal ausklicken. Der geübte Rennradfahrer macht das. Ich nicht. Nach vierzehn Jahren mit Klickpedalen fehlt offensichtlich immer noch die Übung. Oh Mann! Zum Glück war weit und breit kein Mensch, der mich beobachtete. Hauptsache ist natürlich, dass dem Rad nichts passiert ist. Die Schürfwunde am Knie ist nicht weiter tragisch, schmerzhaft ist aber der arg lädierte linke Ringfinger. Der wird mich noch eine Weile daran erinnern, das es für Rennradler heißt: Erst Klick, dann Stopp.
Nachdem die Flasche wieder verstaut war, ging es recht unspektakulär weiter. Nach knapp einer Stunde war ich wieder in der heimatlichen Garage angekommen. Umziehen unter Wettkampfbedingungen klappte auch ganz gut. Barfuß in den Laufschuhen fühlte sich zunächst etwas ungewohnt an. Irgendwie recht schwammig die Bodenhaftung. Aber ansonsten kein Problem. Viel zu schnell zwar auf den ersten paar Metern, aber nachdem das Tempo gefunden war und der Puls sich wieder etwas beruhigt hatte, lief alles prima. Und so beschloss ich, bereits nach 1,5 Kilometern umzudrehen und wieder zurück zu laufen. Sollte ja nur ein Testlauf sein, um zu sehen, wie meine Beine den Wechsel vom Rad zum Laufen vertragen.
Vielleicht mache ich nächste Woche noch ein kurzes aber nicht mehr so intensives Koppeltraing, mal sehen. Ist ja auch eine Zeitfrage. Eigentlich ist mir wichtiger, regelmäßig zu radeln, um die nötigen Kilometer in die Beine zu bekommen. Nicht nur wegen der Übung mit den Klickpedalen.





Zwischenstand

4 06 2008

Nun bin ich wieder “hauptamtlicher” Triathlet. Letztes Jahr war ja bekanntlich weitgehend Pause in den beiden ersten Triathlon-Disziplinen. Durch die Anmeldung zum Rothsee-Triathlon lastet nun einiger Druck auf mir, verstärkt Rad fahren und Schwimmen zu trainieren. Und was soll ich sagen - nach anfänglichen Schwierigkeiten macht es wieder höllischen Spaß.
Derzeit habe ich knapp 400 km in den Beinen. Mittlerweile komme ich die heimischen Berge bzw. Hügel hoch, ohne das Gefühl zu haben, dass mir die Oberschenkel weg platzen. Es sind auch schon so Spielchen möglich, wie im Windschatten eines 40-Tonners die Tempohärte zu schulen. Auf zwei Kilometer mit einer Steigung über eine Eisenbahnbrücke einen 54er-Schnitt zu fahren fühlt sich super an, ist aber auch ganz schön hart.
Eine ganz andere Herausforderung ist der “Staudacher Berg”, der von Lars öfter schon erwähnt worden ist. Bei der letzten Tour musste ich feststellen, dass die Anzeige des Tachos an dieser Steigung, wenn man nicht aufpasst, innerhalb kürzester Zeit von 32 auf 31 km/h springt. Da ist Zähne zusammenbeißen angesagt und voller Druck auf die Pedale. Es gibt aber auch durchaus andere Kaliber, bei denen der Trainingseffekt etwas höher ist. So kommen bei einer durchschnittlichen Ausfahrt von 40 km Länge üblicherweise um die 300 Höhenmeter oder mehr zusammen.
Gestern habe ich  mich ertappt, wie ich über die Seiten des Rother Triathlons gesurft bin und dabei wehmütig an vergangene Zeiten erinnert wurde. Anscheinend ist das Desaster von 2006 endgültig verdaut. Irgendwann werde ich wieder am Start stehen, soviel ist sicher. Und wenn ich bis zum 50. Geburtstag warten muss.
Logischerweise muss das Laufen derzeit etwas zurückstehen, weil das Zeitbudget ja nicht automatisch größer wird. Noch hat die Form nicht übermäßig gelitten. Morgen werde ich die wöchentliche Tempoeinheit machen, dann sehe ich schon, wo ich stehe. Die nächsten beiden Wochen noch ein paar Koppeleinheiten, damit ich am Rothsee nicht von schweren Beinen beim Laufen überrascht werde.
Insgesamt eine interessante Variante der Vorbereitung auf eine Olympische Distanz. Ob es gut geht werden wir sehen und ich bin schon gespannt darauf.





Die Stimme aus dem Off

26 05 2008

Lange nichts mehr von mir gelesen, stimmt’s? Ich habe Urlaub gemacht - hat sich sicher der eine oder andere schon gedacht. Eine Woche Italien, Roseto degli Abruzzi genauer gesagt, im größten Sandkasten Europas, die andere zuhause mit Kinderbespaßung und Gartenarbeit. Ist das nicht traumhaft?
Geschätzte zehn Kubikmeter Sand habe ich mit der Spielzeugschaufel bewegt und entstanden sind unter anderem diese hübschen Figuren:

Helga Sphinx

Außerdem war gerade Beachvolleyball-Weltcup, was besonders die beiden mitgereisten jungen Damen begeisterte. Weniger der Sport, als die gut gebauten und großen Sportler. Leider waren nur Männerpartien angesetzt.
Nichts desto Trotz habe ich die Gelegenheit genutzt und bin die Strandpromenade entlang gerannt. Gegen die Ballartisten hatte ich optisch keine Chance und deshalb erregte ich keinerlei Aufsehen. Schade.
Dafür durfte ich verschiedene Verhaltensweisen der einheimischen Bevölkerung beobachten. Der typische Italiener joggt ja eher im moderaten Bereich und vor allem mit winterlichen Klamotten, trotz 24° C und drückender Schwüle. Es gibt aber durchaus auch recht flotte Läufer. Einer kam mir (zum Glück) entgegen, mit dem ich nicht hätte mithalten können.
Dieses Schema kann man auch bei den Radfahrern beobachten. Entweder zügig auf dem Rennrad unterwegs oder ultralangsam auf dem Fußweg. Es ist erstaunlich, wie langsam man Rad fahren kann ohne umzufallen. Wer mal ein Erfolgserlebnis als Läufer braucht - ich empfehle die Strandpromenade von Roseto degli Abruzzi. Beim Autofahren wird dieses typische Verhalten allerdings unangenehm. Wenn der Italiener nicht in der Familienkutsche à la Fiat Multipla mit Tempo 90 auf der Autobahn dahinschleicht (mit Blinker links), dann brettert er garantiert mit Vollgas und links blinkend auf der Überholspur dahin. Die Überholabsicht wird dann durch Verkürzung des Sicherheitsabstandes auf maximal zwei Meter bekundet. Das ist nicht weiter tragisch, wenn man sich dadurch nicht aus der Ruhe bringen lässt. Für die anderen Fälle empfiehlt es sich, sich das gängige italienische Vokabular anzueignen, damit eventuell mitreisende Kleinkinder nicht frühzeitig die Gossensprache erlernen. Ohne Kleinkinder tut’s auch das deutsche Vokabular.

Das Shoppen kam natürlich auch nicht zu kurz und so war jedem gedient. Die Damen hatten jede Menge neue Klamotten und die Herren ihren Spaß am Strand.

Strand

Wieder zuhause musste erst mal dem Garten zu Leibe gerückt werden, der in der einen Woche wild gewuchert hatte. Nun steht ein straffes Radtraining auf dem Programm. Wie nötig ich das habe, durfte ich gestern bei der RTF in Moosburg erleben. Nach 75 teilweise verregneten Kilometern waren die Oberschenkel wie Flasche leer. Fünf Wochen sind es noch bis zum Rothsee-Triathlon. Mit meinen geplanten 120 Kilometern pro Woche komme ich bis dahin auf insgesamt 800 Radkilometer. Hoffentlich spielt das Wetter mit. Ich habe nämlich keine Lust, so wie gestern ständig das Rad zu putzen.





Keine Ahnung - aber davon viel!

9 05 2008

Was ist der EU-Reformvertrag oder Vertrag von Lissabon? Was steht da drin? Keine Ahnung?
Macht nichts,wir haben zum Glück unsere Vertreter im Bundestag. Die repräsentieren das Volk und stimmen darüber ab, ob er, der Vertrag, auch in Deutschland gelten soll. Wie gut sie uns repräsentieren, zeigt dieser kleine Beitrag.

Ein schönes Pfingstwochenende.





Stunde der Wahrheit

6 05 2008

Laufen war gestern, Triathlon ist heute. Dieser besteht aus Schwimmen, Laufen und Umziehen. Nein? Es fehlt eine Disziplin? Was war das nochmal? Ach ja, Radfahren, genau!
Na, dann trainieren wir das halt auch mal. Das Rennrad steht noch genauso versifft in der Garage, wie ich es letzten Sommer, genauer Frühsommer, abgestellt habe. Warum putzt das keiner? Von sonstiger Pflege ganz zu schweigen. Radschuhe und Helm sind dank meines phänomenalen Gedächtnisses auch fast gleich gefunden. Der Radcomputer zeigt sogar noch die Daten der letzten Ausfahrt an. Nach vier Kilometern gibt die Batterie allerdings dann den Geist auf, soviel schon mal vorweg.
Was fehlt noch? Luftpumpe, was zu trinken, Sonnenbrille, Survival-Pack bestehend aus Power-Gel, -Riegel, Handy, Notgroschen. Nicht zu vergessen der Forerunner. Kann man trotz des Namens auch beim Radeln benutzen.
Los geht’s. Nach 100 Metern Stopp. Die Bremse schleift an der Felge. Ist schnell behoben. Weiter kurz bergab und gleich wieder locker bergauf geradelt. Bergab, ein Stück eben und schon sind wir “Lungenberg”. So benannt nach der legendären “Radtour” mit der Ziehtochter, damals vielleicht 13 oder 14 Jahre alt. Sie bekam an diesem brutalen, 100 Meter langen 6-Prozentigen Anstieg auf einmal ein furchtbares Stechen in den Lungen. In der Folge heftige Tränen, Diskussionen, Fahr-Streik. Wer selbst pubertierende Mädels zuhause hat weiß, wovon ich schreibe.
Meine Lungen hatten kein Problem, zum Glück. Anschließend rasende Abfahrt und wieder Anstieg nach Ebrantshausen, der Perle der Hallertau. Unter der Autobahn durch und 12% runter und dann ganz lange mit fallender Tendenz. Nun war ich in Geisenfeld, hatte einen Schnitt von 30 km/h auf dem Forerunner und war zufrieden.
Die Beine fühlen sich noch leidlich gut an, also machen wir noch ein paar Hügelchen. Zuerst aber etwas, was ich ganz besonders hasse beim Radeln - drei Kilometer leicht ansteigend und dazu noch auf dem Radweg. Das senkt den Schnitt und man sieht erst im Höhenprofil warum. Aber auch das geht vorbei und ich lande in Rottenegg. Vorbei am Haus eines Arbeitskollegen meiner Frau. Keiner da, der mich auf ein Bierchen oder so hätte einladen können. Macht nichts, trinken wir halt die Plörre aus der Nuckelflasche.
Rechts ab Richtung Wolnzach. Anstieg, rasende Abfahrt nach Niederlauterbach. Natürlich überholt mich kurz vor dem Ortsschild ein Auto um dann ein paar hundert Meter weiter im Schrittempo um die einzige ernsthafte Kurve im Ort zu eiern. Wer bremst verliert - also zackig links vorbei und Problem gelöst. Weiter geht’s Richtung Wolnzach, bergauf natürlich. Und wieder runter, leider mit Bremsen am Fuß des Hügels, weil die Straße in eine andere einmündet. Jetzt nicht nach Wolnzach, sondern nach links Richtung Oberlauterbach. Hier wartet ein Hügel, den ein Schild mit protzigen 12% ausweist. Zusammen mit einer etwa 150°-Kehre echt beeindruckend. Der Forerunner zeigt kurz 10% an, sonst um die acht Prozent, was auch meinem Gefühl entspricht. Überhaupt ist nach etwa 400 Metern alles erledigt. Es läuft immer noch rund, nur nicht so zackig, wie ich das von früher gewöhnt bin.
Oberlauterbach liegt trotz des Namens im Tal, also wieder Abfahrt, Durchfahrt und nächster Anstieg. Meine Teststrecke sozusagen, weil es folgen nun zwei kurze Rampen, jeweils durch ein 12%-Schild angekündigt. Diesmal ist es aber wirklich die angegebene Steigung. Mich überrascht, dass ich nicht mal die beiden kleinsten Gänge benötige. Über Oberempfenbach geht es nun zurück nach Mainburg. Eine Highspeed-Strecke eigentlich, weil sechs Kilometer leicht abfallend. Heute ist das Vergnügen etwas getrübt, weil der Wind kräftig von vorn bläst. Trotzdem schaffe ich es noch, den Schnitt, der auf unter 28 km/h gefallen war, auf stattliche 28,3 zu heben. Da bleibt er auch, obwohl noch der heimatliche Berg zu überwinden ist.
Knapp 39 Kilometer sind es am Ende, als ich etwas wackelig vom Rad steige. Zufrieden, dass es für die erste Ausfahrt seit fast einem Jahr recht ordentlich war. Nach der Performance bin ich zuversichtlich, dass ich mich am Rothsee nicht allzu sehr blamieren werde. Nur die Treppe hätte ich nicht runtersteigen sollen. Da sind mir nämlich die Beine vor Schwäche fast weggeknickt. Aber das verdränge ich jetzt mal.





Trainingsminimalist und die Folgen

4 05 2008

Überaus gut vorbereitet bestritt ich heute den Halbmarathon in Regensburg. Der geneigte Leser dieses Blogs hat das in der Vergangenheit ja mit verfolgen können. Dass die Form trotzdem stimmt, liegt natürlich an den professionellen Trainingsplänen des Herrn Greif, die ich zu 100 Prozent befolge. Na ja, zumindest fast, hüstel.
Dazu der ausgetüftelte Ernährungsplan mit exzessiven Carboloading am Donnerstag bis Samstag (Grillen mit Freunden, Mutters 70. Geburtstag am Vortag) und das passende Wetter ließen große Taten erwarten.
Irritierender Weise tat sich Samstag Mittag nach der Fahrt zur Geburtstag eine schmerzhafte Baustelle auf. Ohne Grund (vermeintlich) auftretende Schmerzen am rechten Knie, so als ob ich mir es heftig angestoßen hätte. Treppensteigen konnte ich nur noch mit Mühe und das Gehen war sehr schmerzhaft.  Großes Rätselraten, woher das kam. Am nächsten Morgen nur minimale Besserung. Na gut, fahre ich halt mal zum Start, dann sehen wir weiter.

Viel zu früh traf ich ein, holte meine Startnummer ab und verfolgte dann den beeindruckenden Zieleinlauf der Inlineskater. Danach warmlaufen, der Test, ob ich überhaupt starten würde. Die Schmerzen wurden eher geringer als heftiger, vermutlich aufgrund der besseren Duchblutung. Na, dann versuche ich es halt.
Aufstellung im Block A, was einen zügigen und relativ ungestörten Start zur Folge hatte. Nach fünf Kilometern zeigte die Uhr einen Schnitt von 4:18 Minuten. Für mein Vorhaben, unter 1:33 Stunden zu laufen, eigentlich unnötig schnell. Ich versuchte das Tempo ein wenig zu drosseln, weil ich nicht so recht wusste, was ich vom Wetter zu halten hätte. 12° beim Start, aber sonnig, es bestand die Möglichkeit, dass es noch unangenehm werden könnte. In der Folge pendelte sich das Tempo bei etwa 4:22 ein, was zu einer Zwischenzeit von 43:28 Minuten bei 10 km führte.
Kurz danach der Wendepunkt und die nächsten Kilometer zurück auf der langen und geraden Ausfallstraße mit sehr wenig Zuschauern. Die Sonne hatte wie befürchtet an Kraft gewonnen und mir die meine entsprechend aus den Beinen gezogen. Auf den folgenden Kilometern verlor ich die entscheidenden Minuten auf meine Bestzeit, der Schnitt sank immer weiter, 4:24 bei Kilometer 14, 4:25 zwei Kilometer weiter und die Beine wurden immer schwerer. Die Motivation war dahin, warum nur tue ich mir diesen Stress immer wieder an, war mein Gedanke. Kurz gesagt - Ich hatte keinen Bock mehr.
Beim siebzehnten Kilometer der Schwenk über die Donau. Die Fußgängerbrücke schwankt immer sehr dynamisch im Rhythmus der darüber laufenden Sportler. Das gab mir wohl den erforderlichen Kick, denn auf einmal ging wieder was. Doch zunächst galt es die Steinerne Brücke zu überwinden, die einzige nennenswerte Steigung des ganzen Kurses. Problemlos erreichte ich den “Hans-guck-in-die-Luft” am Zenit der Brücke und ab ging’s in die Altstadt. Auch hier war ordentlich was los und mein Elan wurde immer größer. Der wurde bestenfalls gebremst durch das hintere Feld des 10 Kilometer-Laufes, das sich nun auch auf der Strecke befand. Die Zwei-Zentner-Wonneproppen waren noch recht einfach zu überholen. Aber dann folgten die “Rookies” begleitet von ihren sie aufmunternden Lebensgefährten und die “Klatschtanten”, die in Dreierreihe und dauerquatschend dahinjoggten. Aber auch den so erzwungenen Slalom meisterte ich souverän.
Kurz vor dem Ziel wurde ich Zeuge, wie ein Konkurrent einen Orgasmus bekam. Dann noch einen. Und noch einen und bis zum Schluss noch viele weitere. So hörte er sich zumindest an. Ob dieser Standfestigkeit wagte ich es nicht, ihn mir von vorn anzusehen, obwohl ich die Möglichkeit dazu gehabt hätte. Im Endspurt ließ er mich dann endgültig stehen, bildlich gesprochen. Ob das der letzte Höhepunkt des Tages für ihn war? Ich will es nicht wissen, ehrlich gesagt.
Für einen ordentlichen Endspurt hat es bei mir dann auch noch gereicht, obwohl mein Zeitziel bei Weitem nicht mehr zu erreichen war. Am Ende war ich nach 1:34:23 Stunden im Ziel. Ich bin zufrieden, obwohl es im Duell immer noch 0:0 steht und die Bestzeit nicht gefallen ist. Bei dem Trainingsumfang, den ich betreibe, ist es erfahrungsgemäß nicht immer möglich, so ganz genau vorherzusagen, wie die Leistung ausfallen wird. Es hängt einfach zuviel von der Tagesform ab. Zu Buche stehen heute Platz 55 von 402 in meiner Altersklasse. Das ist in den vorderen 15%, so weit vorn war ich glaube ich noch nie. Insofern also doch ein Erfolg.
Und jetzt wird geradelt, schließlich ist bald Triathlon. Und da wage ich diesmal keine Vorhersage, versprochen.

Ach ja, die Schmerzen am Knie. Die haben mich erst wieder im Ziel beschäftigt. Kurios, nicht? Und auf der Heimfahrt habe ich herausgefunden, woher sie kommen. Wenn man einen Tempomat im Auto hat, kann man sein Bein entspannt im Fußraum ablegen. Bei dieser Gelegenheit stieß mein Knie auf der langen Fahrt gestern ständig an den Zündschlüssel. Dauerschläge sozusagen und dumm gelaufen. Vor allem aber nicht weiter tragisch.





Power-Tapering

28 04 2008

Am Sonntag ist ja der Regensburg Marathon. Beim Halbmarathon bin ich angemeldet und es wird Zeit, dass ich mich dazu äußere. Soll ja keine Geheimoperation werden, wenn ich im Duell mit Charly in Führung gehen will, damit da mal was vorwärts geht. Womit schon alles über meine Ambitionen gesagt ist. Zur Erinnerung: Charlys Vorgabe für den Halbmarathon ist Sub 1:35 glaube ich (stimmt das, Charly?), meine ist Sub 1:33.
Ob das klappt kann ich natürlich nicht vorhersagen. Zwar stimmt die Form, die letzte Tempoeinheit war überragend. Nur ist die schon fast eine Woche her und zwischenzeitlich habe ich mich als Krankenschwester und Kindergärtner eines kränkelnden Kindes betätigt. Scharlach ging nahtlos in einen Magen-Darm-Infekt über, gefolgt von eitrigen Nebenhöhlen mit Ohrenschmerzen. Es ist kaum zu glauben. Meine Frau hat sich mit dem Kleinen solidarisch gezeigt und den Magen-Darm-Infekt übernommen. Selbstredend ist das alles auch nicht spurlos an mir vorüber gegangen. Ich halte mich zwar tapfer auf den Füßen, aber bin doch insgesamt schlapp, die Nase ist zu, in den Ohren ein beständiger dumpfer Schmerz und im Bauch ein andauerndes Gurgeln und Grummeln. Die lange Einheit ist gestern ausgefallen wie auch alle sonstigen die vergangenen vier Tage, vorsichtshalber. Heute versuche ich einen lockeren Lauf, dann sehe ich schon, wie ich drauf bin. Noch ist es ja fast eine Woche bis zum Start.
Der andere leistungsbegrenzende Faktor ist natürlich das Wetter. Da habe ich in Regensburg schon zweimal große Hitze erlebt. Selbstverständlich werde ich dann nicht auf Bestzeit laufen, so leid mir das tut. Aber die Prognosen sind nicht so schlecht.
Die anderen beiden Male, die ich dort am Start war, bin ich jeweils Bestzeit gelaufen. Stehen also die Chancen 50 :50? Damit wäre ich fast schon zufrieden nach den letzten Tagen. Eins ist sicher - ich werde hervorragend regeneriert am Start stehen.





Das Auge schwimmt mit

18 04 2008

Zuerst noch eine Anmerkung zum vorigen Beitrag: Den Ausschlag hat aktuell mein Sohnemann. Bei mir handelt es sich um ein Archivfoto.

Es soll ja Leute geben, die daran interessiert sind, ihren Schwimm- bzw. Kraulstil zu verbessern. Weil man sich nicht so anstrengen muss, um schneller zu schwimmen zum Beispiel. Oder weniger trainieren um gleich schnell zu sein als mit bloßem Krafteinsatz. Oder einfach aus Spaß an der Freude.
Mein Zweitname ist ja “Trainingsminimalist”. Mein sportliches Ziel ist, mit möglichst wenig Aufwand maximal gute Ergebnisse im Wettkampf zu erzielen. Das klappt mal mehr, mal weniger. So dürfte meine Motivation für das Erlernen einer guten Schwimmtechnik wohl klar sein. Mehr als die maximal zweimal eine Stunde pro Woche Vereinstraining ist bei meinem Zeitbudget nicht drin. Und das auch nur von Februar bis Ende Mai, wenn das Hallenbad schließt. Das muss reichen, um bei einem Triathlon über die Olymische Distanz eine einigermaßen vernünftige Zeit zu erreichen. Schließlich muss ja noch gelaufen werden (meinem Lieblingsprojekt derzeit) und ab Mai auch geradelt. Dann wenn andere schon mindestens 2000 Kilometer gefahren sind.
Bis jetzt läuft alles nach Plan. Die Laufform ist überragend für meine Verhältnisse und die Jahreszeit. Schwimmen ist soweit auch in Ordnung, denke ich. Als Beweis habe ich mich gestern kurz filmen lassen (Danke an Franz, den Bademeister).

Natürlich kann man immer das eine oder andere verbessern, schon klar. Für (fundierte) Anregungen bin ich immer dankbar. Ich bitte nur zu bedenken, dass die Aufnahme am Ende des Trainings entstanden ist, nach einer Menge 25-Meter-Sprints mit Paddles, Pullbuoy und gefesselten Beinen. Ich war also nicht mehr so ganz frisch.
Bleibt als Baustelle noch das Radeln. Ich hoffe, dass die Lauferei auch dafür eine gewisse Basis geschaffen hat. Ob das der Fall ist, werden wir demnächst bei der ersten Ausfahrt sehen. Vielleicht melde ich mich dann umgehend völlig frustriert wieder vom Rothsee-Triathlon ab, wer weiß.





Geschützt: Die letzte Aufnahme

17 04 2008

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