Koppeltraining

11 06 2008

In den hier verlinkten Blogs tut sich derzeit ja recht wenig. Ich führe dies überwiegend auf verstärkte Trainingstätigkeit zurück (ja Hase, ich weiß! Nicht maulen) gepaart mit Arbeits- und/oder Umzugsstress. Bei mir sind auch die härtesten Wochen angebrochen, was den Sport betrifft. Was dazu führt, dass ich der Meinung bin, für den Rothsee-Triathlon nun die Form zu haben, die dort benötigt wird. Um das zu bestätigen absolvierte ich heute einen Test in Form einer kurzen aber zügigen Radausfahrt mit anschließendem kurzen aber harten Lauf.
Die Radstrecke war wie immer recht hügelig. Bei einer Bergabpassage unterschätzte ich ein Schlagloch. Gleich darauf ein dumpfer Schlag auf dem Asphalt - die Trinkflasche hatte einen Abflug gemacht. Ärgerlich, weil ich musste auf der Gegensteigung anhalten oder genauer gesagt umdrehen. Nun war die Straße recht schmal und ich folglich recht langsam. Kein Problem, kann man sich ja mit dem Fuß abstützen. An was muss der geübte Rennradfahrer dabei denken? Richtig - aus dem Pedal ausklicken. Der geübte Rennradfahrer macht das. Ich nicht. Nach vierzehn Jahren mit Klickpedalen fehlt offensichtlich immer noch die Übung. Oh Mann! Zum Glück war weit und breit kein Mensch, der mich beobachtete. Hauptsache ist natürlich, dass dem Rad nichts passiert ist. Die Schürfwunde am Knie ist nicht weiter tragisch, schmerzhaft ist aber der arg lädierte linke Ringfinger. Der wird mich noch eine Weile daran erinnern, das es für Rennradler heißt: Erst Klick, dann Stopp.
Nachdem die Flasche wieder verstaut war, ging es recht unspektakulär weiter. Nach knapp einer Stunde war ich wieder in der heimatlichen Garage angekommen. Umziehen unter Wettkampfbedingungen klappte auch ganz gut. Barfuß in den Laufschuhen fühlte sich zunächst etwas ungewohnt an. Irgendwie recht schwammig die Bodenhaftung. Aber ansonsten kein Problem. Viel zu schnell zwar auf den ersten paar Metern, aber nachdem das Tempo gefunden war und der Puls sich wieder etwas beruhigt hatte, lief alles prima. Und so beschloss ich, bereits nach 1,5 Kilometern umzudrehen und wieder zurück zu laufen. Sollte ja nur ein Testlauf sein, um zu sehen, wie meine Beine den Wechsel vom Rad zum Laufen vertragen.
Vielleicht mache ich nächste Woche noch ein kurzes aber nicht mehr so intensives Koppeltraing, mal sehen. Ist ja auch eine Zeitfrage. Eigentlich ist mir wichtiger, regelmäßig zu radeln, um die nötigen Kilometer in die Beine zu bekommen. Nicht nur wegen der Übung mit den Klickpedalen.





Trainingsminimalist und die Folgen

4 05 2008

Überaus gut vorbereitet bestritt ich heute den Halbmarathon in Regensburg. Der geneigte Leser dieses Blogs hat das in der Vergangenheit ja mit verfolgen können. Dass die Form trotzdem stimmt, liegt natürlich an den professionellen Trainingsplänen des Herrn Greif, die ich zu 100 Prozent befolge. Na ja, zumindest fast, hüstel.
Dazu der ausgetüftelte Ernährungsplan mit exzessiven Carboloading am Donnerstag bis Samstag (Grillen mit Freunden, Mutters 70. Geburtstag am Vortag) und das passende Wetter ließen große Taten erwarten.
Irritierender Weise tat sich Samstag Mittag nach der Fahrt zur Geburtstag eine schmerzhafte Baustelle auf. Ohne Grund (vermeintlich) auftretende Schmerzen am rechten Knie, so als ob ich mir es heftig angestoßen hätte. Treppensteigen konnte ich nur noch mit Mühe und das Gehen war sehr schmerzhaft.  Großes Rätselraten, woher das kam. Am nächsten Morgen nur minimale Besserung. Na gut, fahre ich halt mal zum Start, dann sehen wir weiter.

Viel zu früh traf ich ein, holte meine Startnummer ab und verfolgte dann den beeindruckenden Zieleinlauf der Inlineskater. Danach warmlaufen, der Test, ob ich überhaupt starten würde. Die Schmerzen wurden eher geringer als heftiger, vermutlich aufgrund der besseren Duchblutung. Na, dann versuche ich es halt.
Aufstellung im Block A, was einen zügigen und relativ ungestörten Start zur Folge hatte. Nach fünf Kilometern zeigte die Uhr einen Schnitt von 4:18 Minuten. Für mein Vorhaben, unter 1:33 Stunden zu laufen, eigentlich unnötig schnell. Ich versuchte das Tempo ein wenig zu drosseln, weil ich nicht so recht wusste, was ich vom Wetter zu halten hätte. 12° beim Start, aber sonnig, es bestand die Möglichkeit, dass es noch unangenehm werden könnte. In der Folge pendelte sich das Tempo bei etwa 4:22 ein, was zu einer Zwischenzeit von 43:28 Minuten bei 10 km führte.
Kurz danach der Wendepunkt und die nächsten Kilometer zurück auf der langen und geraden Ausfallstraße mit sehr wenig Zuschauern. Die Sonne hatte wie befürchtet an Kraft gewonnen und mir die meine entsprechend aus den Beinen gezogen. Auf den folgenden Kilometern verlor ich die entscheidenden Minuten auf meine Bestzeit, der Schnitt sank immer weiter, 4:24 bei Kilometer 14, 4:25 zwei Kilometer weiter und die Beine wurden immer schwerer. Die Motivation war dahin, warum nur tue ich mir diesen Stress immer wieder an, war mein Gedanke. Kurz gesagt - Ich hatte keinen Bock mehr.
Beim siebzehnten Kilometer der Schwenk über die Donau. Die Fußgängerbrücke schwankt immer sehr dynamisch im Rhythmus der darüber laufenden Sportler. Das gab mir wohl den erforderlichen Kick, denn auf einmal ging wieder was. Doch zunächst galt es die Steinerne Brücke zu überwinden, die einzige nennenswerte Steigung des ganzen Kurses. Problemlos erreichte ich den “Hans-guck-in-die-Luft” am Zenit der Brücke und ab ging’s in die Altstadt. Auch hier war ordentlich was los und mein Elan wurde immer größer. Der wurde bestenfalls gebremst durch das hintere Feld des 10 Kilometer-Laufes, das sich nun auch auf der Strecke befand. Die Zwei-Zentner-Wonneproppen waren noch recht einfach zu überholen. Aber dann folgten die “Rookies” begleitet von ihren sie aufmunternden Lebensgefährten und die “Klatschtanten”, die in Dreierreihe und dauerquatschend dahinjoggten. Aber auch den so erzwungenen Slalom meisterte ich souverän.
Kurz vor dem Ziel wurde ich Zeuge, wie ein Konkurrent einen Orgasmus bekam. Dann noch einen. Und noch einen und bis zum Schluss noch viele weitere. So hörte er sich zumindest an. Ob dieser Standfestigkeit wagte ich es nicht, ihn mir von vorn anzusehen, obwohl ich die Möglichkeit dazu gehabt hätte. Im Endspurt ließ er mich dann endgültig stehen, bildlich gesprochen. Ob das der letzte Höhepunkt des Tages für ihn war? Ich will es nicht wissen, ehrlich gesagt.
Für einen ordentlichen Endspurt hat es bei mir dann auch noch gereicht, obwohl mein Zeitziel bei Weitem nicht mehr zu erreichen war. Am Ende war ich nach 1:34:23 Stunden im Ziel. Ich bin zufrieden, obwohl es im Duell immer noch 0:0 steht und die Bestzeit nicht gefallen ist. Bei dem Trainingsumfang, den ich betreibe, ist es erfahrungsgemäß nicht immer möglich, so ganz genau vorherzusagen, wie die Leistung ausfallen wird. Es hängt einfach zuviel von der Tagesform ab. Zu Buche stehen heute Platz 55 von 402 in meiner Altersklasse. Das ist in den vorderen 15%, so weit vorn war ich glaube ich noch nie. Insofern also doch ein Erfolg.
Und jetzt wird geradelt, schließlich ist bald Triathlon. Und da wage ich diesmal keine Vorhersage, versprochen.

Ach ja, die Schmerzen am Knie. Die haben mich erst wieder im Ziel beschäftigt. Kurios, nicht? Und auf der Heimfahrt habe ich herausgefunden, woher sie kommen. Wenn man einen Tempomat im Auto hat, kann man sein Bein entspannt im Fußraum ablegen. Bei dieser Gelegenheit stieß mein Knie auf der langen Fahrt gestern ständig an den Zündschlüssel. Dauerschläge sozusagen und dumm gelaufen. Vor allem aber nicht weiter tragisch.





Power-Tapering

28 04 2008

Am Sonntag ist ja der Regensburg Marathon. Beim Halbmarathon bin ich angemeldet und es wird Zeit, dass ich mich dazu äußere. Soll ja keine Geheimoperation werden, wenn ich im Duell mit Charly in Führung gehen will, damit da mal was vorwärts geht. Womit schon alles über meine Ambitionen gesagt ist. Zur Erinnerung: Charlys Vorgabe für den Halbmarathon ist Sub 1:35 glaube ich (stimmt das, Charly?), meine ist Sub 1:33.
Ob das klappt kann ich natürlich nicht vorhersagen. Zwar stimmt die Form, die letzte Tempoeinheit war überragend. Nur ist die schon fast eine Woche her und zwischenzeitlich habe ich mich als Krankenschwester und Kindergärtner eines kränkelnden Kindes betätigt. Scharlach ging nahtlos in einen Magen-Darm-Infekt über, gefolgt von eitrigen Nebenhöhlen mit Ohrenschmerzen. Es ist kaum zu glauben. Meine Frau hat sich mit dem Kleinen solidarisch gezeigt und den Magen-Darm-Infekt übernommen. Selbstredend ist das alles auch nicht spurlos an mir vorüber gegangen. Ich halte mich zwar tapfer auf den Füßen, aber bin doch insgesamt schlapp, die Nase ist zu, in den Ohren ein beständiger dumpfer Schmerz und im Bauch ein andauerndes Gurgeln und Grummeln. Die lange Einheit ist gestern ausgefallen wie auch alle sonstigen die vergangenen vier Tage, vorsichtshalber. Heute versuche ich einen lockeren Lauf, dann sehe ich schon, wie ich drauf bin. Noch ist es ja fast eine Woche bis zum Start.
Der andere leistungsbegrenzende Faktor ist natürlich das Wetter. Da habe ich in Regensburg schon zweimal große Hitze erlebt. Selbstverständlich werde ich dann nicht auf Bestzeit laufen, so leid mir das tut. Aber die Prognosen sind nicht so schlecht.
Die anderen beiden Male, die ich dort am Start war, bin ich jeweils Bestzeit gelaufen. Stehen also die Chancen 50 :50? Damit wäre ich fast schon zufrieden nach den letzten Tagen. Eins ist sicher - ich werde hervorragend regeneriert am Start stehen.





Abgehakt

12 04 2008

Meine Ziele habe ich erreicht - gleichmäßig zu laufen und Wettkampfhärte üben. Ansonsten ist Crosslauf nicht mein Ding, das habe ich heute wieder einmal feststellen müssen. Mir liegt das gleichmäßige Laufen mit Blick auf die Uhr. Für den Kampf Mann gegen Mann fehlt mir der nötige Ernst.
Die Fakten. Zu laufen waren fünf sehr selektive Runden von je 1,45 Kilometer Länge. Ein starkes Gefälle ist nicht unbedingt Balsam für die Oberschenkel, der direkt anschließende Berg war so schwer wie zu erwarten war. Nur ein kurzes Stück über eine Wiese war “erholsam”, bevor es wieder leicht bergauf und -ab über rutschige Wurzeln und matschigen Waldboden ging.
Start pünktlich um 15:00 Uhr und gleich ging die Post ab. Bevor ich mich umsah, war ich schon im hinteren Feld gelandet. Doch schon bei besagtem Berg hatte sich das Feld sortiert. Ich überholte unsere schnellen Vereins-Ladys und ein paar andere Läufer, die zu schnell angegangen waren. Danach passierte erst mal zwei weitere Runden nichts. Der Abstand zu den Läufern vor und hinter mir blieb gleich und ich dachte mir, dass drei Runden für die Ergebnisliste auch reichen würden. Doch auf einmal hatte sich einer an meine Fersen geheftet. Er keuchte mir von nun an beständig in den Nacken. Ein anderer stürmte Downhill im freien Fall an mir vorbei und hatte im Handumdrehen etwa 20 Meter Vorsprung.
Während ich Ende der vierten Runde an einer engen 90°-Kurve den Nackenkeucher schlagartig los hatte, blieb der andere weiter in Sichtweite. Zentimeter für Zentimeter arbeitete ich mich nun an ihn heran. Nach etwa einem Kilometer hatte ich endlich Kontakt. Nun keuchte ich ihm in den Nacken. Aber nicht lange, denn es kam wieder die besagte 90°-Kurve. Kurzes Abbremsen und wieder beschleunigen - das gelang ihm eindeutig besser. Sofort hatte er ein paar Meter zwischen uns gebracht. “Dann lass ihn doch laufen”, war meine Reaktion. Ich hatte einfach keine Lust mehr bis zum Anschlag zu gehen. Von hinten drohte keine Gefahr mehr und außerdem war der vor mir viel jünger als ich, wie ich im Ziel feststellte. 33:40 Minuten für 7,25 Kilometer ergibt einen Schnitt von 4:38, für die Strecke ganz in Ordnung, wie ich finde.
Es war ein netter Lauf und das Kuchenbuffet im Ziel war einsame Spitze. Die Strecke war, wie schon erwähnt, sehr selektiv, aber so sollte ein Crosslauf schließlich auch sein. Mit Spikes wäre ich allerdings deutlich besser unterwegs gewesen als mit meinen Slicks. Leider war der Zuspruch nicht so wie erwartet. Rund 50 Starter ist hart an der Rentabilitäts-Schmerzgrenze. Somit ergeht hier der Aufruf an alle Leser aus der Region, nächstes Jahr diesen Lauf in ihren Wettkampfkalender aufzunehmen. ;-)

Nachtrag: Platz 9 von 12 in der AK3, hört sich schlecht an, aber 21,1% über der Siegerzeit von 27:48 ist eines meiner besseren Laufergebnisse. Letztes Jahr waren es noch 28% zum gleichen Sieger. Ergebnisliste





Crosslauf

11 04 2008

Morgen steigt in Mainburg der alljährliche Crosslauf. Ich bin da immer als Teilnehmer und/oder Helfer dabei. So auch morgen ab 12:00 Uhr beim Aufbauen und dann um 15:00 als Wettkämpfer. Wobei die Betonung üblicherweise auf Kampf liegt. Die Strecke wird dieses Jahr wieder mal geändert, weil einige Passagen der alten unpassierbar sind. Nun sind vier Runden zu laufen, die jeweils einen ordentlichen Anstieg enthalten. Logischerweise aber auch ein entsprechendes Gefälle. Mein Ziel wird sein, es endlich einmal zu schaffen, in der ersten Runde den Berg verhalten anzugehen, damit die Kraft auch für ein zweites bis viertes Mal reicht. Bisher ist mir das nie so richtig gelungen.
Um dieses Vorhaben zu unterstützen, habe ich gestern ein ausführliches Trainingsprogramm durchgezogen, um eine gewisse Vorermüdung zu erreichen. Zuerst war ich Laufen, fünf Kilometer locker und drei schnelle Kilometer auf der Bahn. Dabei durfte ich feststellen, dass Fußballer offensichtlich nicht sehr viel mehr im Kopf haben als eben Fußball. Nach Trainingsende erfordert das Überqueren der Tartanbahn die volle Konzentration, so dass man unmöglich auch noch auf heranstürmende Läufer achten kann. Sollen die doch ausweichen, wo sie sowieso schon am Rennen sind. So war’s teilweise ein Slalom um eben diese Fußballer aber auch um kleine Kinder, die dort verbotener Weise radfahren mussten oder um deren dicklichen Bruder, der auf der Innenbahn den coolen Läufer gab. Allerdings nur maximal 32 Meter, dann ging ihm die Puste aus. Die Spieler beobachtete der Trainer der Fußballmannschaft von Bahn eins aus und widmete mir jede Runde einen völlig verständnislosen Blick, so als ob ich ihn stören würde. Zum Glück war es bei mir kein ernsthaftes und vor allem langes Training, so dass ich das Treiben doch eher belustigt zur Kenntnis nahm.
Anschließend Schwimmtraining. Fünfmal 400 Meter waren als Haupteil geplant. Wegen Überfüllung der Bahn eins wich ich auf die zweite Bahn aus, mit der Folge, dass ich vorneweg schwimmen durfte. Ich war überrascht, wie gut ich voran kam und auch die letzten Teilstücke so schnell schwamm wie die ersten. Zeiten will ich jetzt keine nennen aus Rücksicht auf einen gewissen Herren, der damit ein Problem hätte. Aber ich merkte, dass alles an der Konzentration auf das Gleiten liegt. Dann kommt die Geschwindigkeit von selbst und ein gleichmäßiges Tempo ist auch jenseits der 1000 Meter kein Problem. Das werde ich noch weiter verbessern. Ziel ist, für die 25-Meter-Bahn nur noch 16 statt bisher 18-19 Armzüge zu benötigen.
Heute ist Ruhetag, der Sohnemann hat seine Scharlachbakterien bei sich behalten, was uns alle sehr freut. Anstrengend war es genug die letzten Tage. Einen Vierjährigen zu beschäftigen, der nicht raus kann, keinen Besuch von Freunden empfangen darf und zudem ein richtiger “Held” ist, wenn es ihm schlecht geht, ist eine Kunst, die viel Nerven kostet. Ich weiß gar nicht, wie die das früher ohne Fernseher gemacht haben. Wenigstens damit hat man mal ein paar Minuten Ruhe.





Nur die Harten kommen in den Garten

30 03 2008

Eigentlich müsste es richtiger heißen: Nur die Harten kommen aus dem Garten. Was tun zwei mittelalte Herren, denen ein langer Lauf zu popelig ist? Sie buckeln am Vortag im Garten. Unkraut jäten, Blumen und Sträucher pflanzen, düngen, vertikutieren und so Zeugs. Rasen mähen kommt erst später.
Mit all dem kann man problemlos einen ganzen Samstag füllen und in der Folge beim langen Lauf am Sonntagmorgen lässt sich trefflich über Rückenschmerzen, schwere Beine und nicht vorhandenen Kreislauf jammern. Lars wollte sich heute einmal mein Revier ansehen, weshalb er pünktlich (trotz Uhrumstellung) um 7:30 Uhr vor meiner Haustür aufkreuzte. Die Außentemperatur bewegte sich am Gefrierpunkt, was er zum Anlass nahm, eine Wintermütze aufzusetzen, ohne weiter auf meine Verwunderung darüber einzugehen. Ich war der Streckenverantwortliche und so hatte ich einen Lauf zusammengestellt, der uns an die Grenze bringen sollte. Nicht die körperliche, nur an die zwischen Ober- und Niederbayern. Hügel, oder noch besser Berge, sollten enthalten sein war die einzige Vorgabe. Meine Erinnerung an den letzten gemeinsamen Lauf ist noch frisch. Das war ein einziges Auf und Ab (hier nachzulesen), ich nur halb fit und mit dabei waren zwei weitere Bergziegen. Heute sollte die Revanche sein, hehe.
Zunächst liefen wir nach Sandelzhausen, dem Nobel-Vorort von Mainburg. Hier eröffnete mir Lars, dass er bis vor zehn Jahren dort gewohnt habe. In der Folge war ihm die Streckenführung deshalb wohlbekannt. Die Bäume im Wald waren zwischenzeitlich gewachsen und eine Kapelle steht neuerdings am Wegesrand. Ansonsten hatte sich wohl nichts getan in seiner Abwesenheit. Wie vermutlich die vergangenen hundert Jahre zuvor auch schon. Der erste Berg war noch genauso steil und Unterhaltungstötend wie früher. Mit meinen vorgeschädigten Beinen kein Spaß und nicht zum letzten Mal jammerte ich meinem Laufkameraden vor, dass ich, wenn ich alleine unterwegs wäre, nun gehen würde.
In Oberbayern tut sich mehr. Hier gibt es neue Radwege, wo man früher auf schlecht asphaltierten Landstraßen vor wildgewordenen Sonntagsfahrern flüchten musste oder stillgelegte Bahntrassen der Natur überließ. Zudem ohne nennenswerte Steigungen. Die kamen erst wieder in Niederbayern, genauer in Steinbach. Rechtsschwenk, rauf den Berg, hinten wieder runter nach Unterempfenbach, Links-Rechts-Kombination, der nächste Anstieg. Langgezogen und am Ende steiler werdend. Unser Lauftempo hatte sich inzwischen stetig erhöht, nachdem die Beine wohl die Gartenmüdigkeit abgelegt hatten. Beide Faktoren führten zu einer längeren Gesprächspause, die auch in der Folge eingehalten wurde. Es ging zwar bergab, dafür wehte uns ein strammer Wind ins Gesicht, der heute scheinbar aus unterschiedlichen Richtungen kam, was nichts anderes bedeutet als grundsätzlich von vorn. Zudem hatten wir schon rund 18 Kilometer in den (wie schon errwähnt nicht so frischen) Beinen. Doch auch dieser Abschnitt endete irgendwann. Wir bogen in die Pampa ab und über den nun folgenden Berg, den letzten und die entschärfte Version, haben wir Stillschweigen vereinbart. Es gibt hierzu also nichts zu lesen, weder hier noch bei Lars’ Blog.
Noch ein paar Kurven und dann war’s das schon mit dem langen Lauf. Auf besonderen Wunsch meines Mitstreiters hier mal wieder das Höhenprofil:

Höhenprofil

Die Statistik dazu: 23,6 km, 2:02 Stunden, 190 Höhenmeter.
Nicht allzu hart und das war gut so. Schließlich wartete bei traumhaftem Frühlingswetter der Garten auf weitere Pflege.





April, April!

20 03 2008

Weil ich ein ausgemachter Warmduscher bin, zieht es mich bei einem Sauwetter wie heute eigentlich überhaupt nicht ins Freie. Aber der Meister hatte eine “lange Treppe” vorgegeben. Will heißen, 3000, 2500, 2000, 1500, 1000 m in jeweils 4:06er Tempo. Dazwischen Trabpause in jeweils gleicher Streckenlänge. Mir war das zu lange, mit Ein- und Auslaufen über 20 Kilometer, der spinnt wohl. Ich habe ja noch anderes zu tun. Also wurde der 3000er gestrichen, macht ohne die anschließende Trabpause ergo insgesamt rund 14 Kilometer. Das schafft man in 1¼ Stunden.
Startzeit pünktlich zur Mittagspause um 12:00 Uhr. Hätte zumindest so sein sollen. Aber gerade da war es zappenduster und dichtes Schneetreiben (waagrecht) ließ mich den Start verschieben. Eine halbe Stunde später wurde es wieder heller, nun konnte es also los gehen. Schnell noch den Forerunner von der Ladestation geschnappt, eingeschaltet und … was ist das? “Batterie schwach!” Ach, Sch****, ohne Forerunner geht ja nun mal gar nichts. So ist das mittlerweile. Vor allem, weil ich das Training so schön eingespeichert hatte. Also noch mal eine halbe Stunde Startverschiebung und das Teil halbwegs aufgeladen.
Dafür strahlte um 13:00 Uhr die Sonne vom weißblauen bayerischen Himmel. Na, das ist doch was. Aber dem Frieden traute ich nicht so recht. Die erste Treppenstufe verlief planmäßig, wenn man davon absieht, dass der Forerunner nur zwei Kilometer vorgesehen hatte. Merke: beim Einprogrammieren immer schön “Zwei-Punkt-Fünf” eintippen, nicht “Zwei-Komma-Fünf”. Die fehlenden 500 Meter absolvierte ich dann eben in der Trabpause, die dafür um diese Strecke verkürzt wurde. Man ist ja flexibel.
In dieser Trabpause begann es dann auch kleine Styroporkügelchen zu regnen. Im Allgäuerisch-Schwäbischen gibt es da den wunderschönen Ausdruck “Kitzabolla”. Das hört sich richtig nett an, war es aber nicht. Aber es könnte auch schlimmer kommen. Wenn es zum Beispiel “Krotta haglet”, schickt man keinen Hund vor die Tür. Höchstens Greif-Jünger.
Wie auch immer, in der Folge wechselten sich “Kitzabolla”, betttuchgroße Schneeflocken und Sonne ab. Nicht zu vergessen, die Ersteren waagrecht wegen des frischen Windes.
Allen Widerwärtigkeiten zum Trotz zog ich das Programm heldenhaft durch. Am Ende mit einem blinden Auge wegen Aquaplaning auf der Brille, aber jeden Tempoteil in 4:06 Minuten pro Kilometer. Nun schien wieder die Sonne als wäre nichts gewesen. Meine Nachbarin werkelte wie immer im Garten. “Noch so eine Verrückte!”, rief ich ihr zu. Im Nachhinein war es dann doch ganz lustig. Und es bleibt der Trost, dass manch einer noch schlechter dran ist. Helmut zum Beispiel fährt diese Woche viel Rad, oder besser gesagt, er wollte viel Rad fahren. Das macht bei diesem Aprilwetter deutlich weniger Spaß.

Ich wünsche den Lesern dieses Blogs ein frohes und gemütliches Osterfest. Und ab und zu ein paar Sonnenstrahlen zum Eier suchen.





Osterlauf in Lohhof oder das Wesen der Hochrechnung

15 03 2008

Eigentlich hätte ich mir den Lauf sparen können. Zumindest, wenn ich nur hätte wissen wollen, was ich läuferisch drauf habe. Dazu reicht es offensichtlich, auf der Bahn ein paar schnelle Runden zu drehen und dann ist alles klar. Zur Erinnerung: Am Mittwoch war schnelles Tempo 4:07, etwas gebremsteres 4:14 Minuten pro Kilometer. Das traute ich mir auf 10 km zu, was eine Endzeit von 42:20 ergäbe. So machen es auch Meinungsforscher und Wahlhochrechner. Im Prinzip müsste eigentlich keiner zur Wahl gehen, weil vorher eh schon jeder das Ergebnis kennt. Nur ab und zu gibt’s dann eine Überraschung.
So weit, so klar. Das Wetter spielte freundlicherweise mit, 15° und wolkiger Himmel ließen kurzeTights zu, in Verbindung mit Langarm-Shirt, das dem frischen Wind geschuldet war. Pünktlich um 15:00 Uhr setzte sich die Riesenmasse von Läufern und Innen in Bewegung und es ging gleich ab wie bei der Feuerwehr. Nach einem halben Kilometer ein verstohlener Blick auf den Forerunner - 3:45! Ah, ja, schon klar. Etwas zu schnell. Die vor mir können doch nicht alle deutlich unter 40 Minuten laufen? Das gibt’s doch gar nicht. Ich bin mal wieder völlig baff.
Na gut, Tempodrosselung. Trotzdem reichte es noch zu einer sagenhaften 3:48 beim ersten Kilometerschild. Wie es weiter ging, ist aus der Tabelle ersichtlich, die ich der Einfachheit halber mal einstelle:

Pace

Man kann schön erkennen, wie ich um eine Anpassung der Geschwindigkeit bemüht war. Man weiß ja, was es bedeutet, wenn im Zeugnis steht: “Er bemühte sich.” Der Erfolg dieser Bemühung stellte sich erst in Runde drei ein. Wenigstens musste ich für die erste Runde (ca. zwei Kilometer) nicht allzu heftig büßen und den Überlebenskampf gab’ auch nicht. Erwartungsgemäß überholte mich nach etwa fünf Kilometern die Spitze in Form eines weit ausgreifenden jungen Mannes, dem keiner folgen konnte. Auch ich nicht. Nun hatte ich endlich auch das passende Tempo gefunden. Das Feld hatte sich schon lange sortiert. Überholen konnte ich nur noch wenige, dafür wurde ich auch kaum noch überholt. Außer von den ganz schnellen, aber das heißt dann ja Überrundung.
Lizzy durfte ich dann noch anfeuern, die in Runde vier an mir vorüber zog (nach hinten). Nach dem Rennen berichtete sie mir, dass ich nicht zu den Keuchern gehöre. Das bedeutet wohl, dass durchaus noch was drin wäre für mich, wenn ich mehr Wettkampfhärte hätte. Gefühlsmäßig war es heute tatsächlich weitgehend nicht am Anschlag. Ehrlich gesagt, will ich das auch gar nicht.
Am Schluss aber immerhin noch ein ordentlicher Endspurt. Eine junge Dame im Joey-Kelly-Outfit war lange Zeit vielleicht 20 Meter vor mir gelaufen. Beim letzten Knick, von wo es dann noch etwa 300 Meter zum Ziel waren, bremste sie dermaßen ab, dass ich auf einmal gleichauf war. Kurz darauf vor ihr. Ich hörte motivierende Zurufe wie: “Auf geht’s, den packst Du noch!” Sogar im Zustand der leichten Unterzuckerung erkannte ich, dass der Ruf nicht mir galt. Sonst habe ich ja keine Probleme damit, mich auf der Zielgeraden von einer Dame überholen zu lassen. Aber so geht das natürlich nicht. Davon mal abgesehen, war sie scheinbar wirklich am Ende. Langer Rede, kurzer Sinn - das Tempo der letzten 200 Meter war so schnell wie das der ersten 500. Also war meine Renneinteilung offensichtlich ganz in Ordung.
Selbstgestoppte 42:19 als Endzeit, also Punktlandung. Um die Richtigkeit meiner Hochrechnung würden mich alle Wahlforscher beneiden. Nur ich frage mich aber schon, warum ich mir diesen Stress antue, wenn es doch viel einfacher geht. Und warum ich eigentlich nie schneller bin als erwartet. So gesehen ist eine korrekte Selbsteinschätzung eher etwas Langweiliges.

Nachtrag für die Statistik:
Offizielle Zeit: 42:21 Minuten
Platzierung: 123. von 323, 21. AK 40 von 53





Vorwettkampfgedöns

12 03 2008

Diese Woche ist das Lauftraining betreffend eine eher gemütliche. Wie schon erwähnt, werde ich am Samstag beim Osterlauf in Lohhof bei München eine erste Standortbestimmung für dieses Jahr vornehmen. Es geht über amtlich vermessene zehn Kilometer, flach und somit bestzeitenfähig. Bestzeit zu Laufen ist aber nicht meine Absicht und auch nicht zu erwarten. In erster Linie möchte ich wissen, zu was ich derzeit imstande bin. Mein letzter reiner Zehner ist mittlerweile schon wieder sechs Jahre her, damals sogar in der logischerweise noch gültigen Bestzeit von 41:33 Minuten. Insofern ist auch die richtige Einteilung des Rennens und Training der Wettkampfhärte Hauptziel der Übung.

Im Trainingsplan standen für Montag viermal 1500 m im geplanten Renntempo, was ich kurzerhand ausfallen ließ. Meine Beine waren noch platt von der anstrengenden vergangenen Woche und dem abschließenden langen Lauf am Sonntag mit vorheriger Gartenarbeit. Dienstag war frei, so mussten die heutigen Wiederholungsläufe der Wettkampfgeschwindigkeitsbestimmung (schönes Wort, gell) dienen. Viermal 1000 Meter mit jeweils ebenso langer Trabpause.
Das Wetter schien mir jedoch einen Strich durch die Rechnung zu machen. Der Sturm der Nacht war zwar zu einer steifen Brise abgeflaut, dafür peitschte der immer noch kräftige Wind sintflutartigen Regen an die Fenster. Doch am Mittag war der Spuk beendet, der Regen der Sonne gewichen.
Da ich meine aktuelle Wettkampfgeschwindigkeit ja nicht kenne, lief ich nach Gefühl, ohne auf die Uhr zu schauen. Das Tempo, das ich mir zehn Kilometer zutraute, bedeuteten für die erste Wiederholung eine 4:08. Hm, ganz schön schnell Ulrich, das hältste nicht durch. Also einen Tick langsamer auf dem nächsten schnellen Stück, über die Ziellinie gelaufen und Zwischenzeit gestoppt - 4:07. Wenigstens das Tempogefühl stimmt, wenn schon das Zeitgefühl zu wünschen übrig lässt.
Trabpause, nächster Versuch. Diesmal spürte ich auf der zweiten Hälfte, dass ich wohl schneller unterwegs war. Die Uhr bestätigte das mit einer 4:04. Okay, letzter Versuch. Diesmal aber betont locker, sozusagen Wettkampf-Spartempo. Und tatsächlich, es wurden 4:14 Minuten für den Kilometer. Also, das müsste als Schnitt am Samstag auf jeden Fall drin sein. Auch wenn ich heute pro Teilstück 600 Meter Rückenwind und 400 Meter Gegenwind hatte.
Was kann ich also erwarten? Es sind fünf Runden zu laufen, was ich eigentlich nicht so sehr mag. Vermutlich wird sich der Wettkampf, wie immer, so gestalten:
1. Runde - viel zu schnell, trotz Slalom
2. Runde - büßen für die erste Runde
3. Runde - Kampf ums Überleben
4. Runde - das richtige Tempo stellt sich allmählich ein, je nach Laune
5. Runde - Endspurt, um noch irgendein Zeitziel zu erreichen oder auch nicht

Ich denke, 42 Minuten sind realistisch. Ob und wie weit darüber oder darunter entscheidet die Tagesform, das Wetter, der Pollenflug, die Motivation, die 3. Runde. Und nicht zu vergessen, der Mond!





Tempoläufe

5 03 2008

Nach überstandener Grippe und einer moderaten Aufbauwoche bemühe ich mich nun wieder in Form zu kommen. Die schnellen Sachen aus dem Trainingsplan sind nicht das Problem. Dafür muss ich mich bei den langen Läufen ziemlich plagen. Nicht nur, dass die Beine schon relativ schnell schwer werden, auch mental habe ich derzeit etwas Probleme. Nach spätestens 15 km wird mir langweilig. So kommt es, dass ich in diesem Winter (den wir ja eigentlich haben) noch nie mehr als 23 km am Stück gelaufen bin. Meinem Meister habe ich das bisher verschwiegen, er ist der festen Überzeugung, dass mir 35er keine Probleme bereiten. Die wiederum finde ich übertrieben für meine Ambitionen auf der maximal 21,1 km langen Strecke. Von der zu erübrigenden Zeit ganz zu schweigen. Insofern stimmt es schon, dass es mit der Flexibilität bei Greif nicht so weit her ist. Das würde ich natürlich nie öffentlich zugeben (zumindest solange ich nach Greif trainiere).
Wie dem auch sei, heute stand folgendes auf dem Programm:

17 x 400 m in je 1:39 Minuten
dazwischen 200 m zügig, das heißt, so schnell, dass die 1:39 noch möglich sind.
Ziel: eine möglichst schnelle Zeit auf 10 km.

Ich muss anmerken, dass ich noch nie in meinem Läuferleben (und auch sonst nicht) 400-Meter-Tempoläufe gemacht habe. Vom Schwimmen weiß ich, dass die ersten paar Teilstücke relativ leicht vonstatten gehen. Vorsicht und Disziplin sind hier angebracht, denn wenn man anfangs zu schnell ist, büßt man hinten raus ganz furchtbar.
Mein Tempogefühl beim Laufen ist aber scheinbar ganz gut geschult. Die ersten 400 in 1:37, die zweiten auch, die dritten erst recht. So ging es weiter, ab und zu ein Ausreißer nach oben und unten, insgesamt aber ziemlich genau zwei Sekunden schneller als vorgegeben. Die Pausen pendelten sich bei 1:02 bis 1:04 Minuten für die 200 m ein. Heraus kam eine Endzeit von 44:16 für die 10000 Meter. Das alles bei böigem Wind, der vor allem immer auf der Gegengeraden auffrischte, wo er mir ins Gesicht blies.
Fazit: Ich bin überrascht, dass ich so früh im Jahr schon so schnell laufen kann. Es war sehr kurzweilig. Ich hätte am Schluss noch ein paar Vierhunderter dran hängen können.
Am Samstag in einer Woche kommt dann die Stunde der Wahrheit. Beim Osterlauf in Lohhof auf amtlich vermessener 10-km-Strecke werde ich sehen, wo ich zur Zeit stehe beziehungsweise laufe. Sofern nicht wieder etwas dazwischen kommt.