Dann halt nicht

17 07 2008

Roth war sehr inspirierend. So inspirierend, dass ich mir schon verschiedene Szenarien ausmalte, wie ich dort wieder am Start stehen könnte. Das hat der eine oder andere Leser des letzten Beitrags richtig zwischen den Zeilen herausgelesen. Ein Einzelstart kommt bis auf weiteres nicht in Frage, soviel steht fest. Das ist meiner Frau und der Familie nicht zu vermitteln. Es fehlt die Zeit für’s Training und schlecht vorbereitet tue ich mir eine Langdistanz nicht mehr an.
Aber es gibt ja Staffeln in Roth. Vielleicht geht ja da was zusammen. Also führte ich Einzelgespräche, es sah ganz gut aus. Nur als es dann ernst wurde und ich mit dem Anmeldeformular winkte, gab es einen Rückzieher nach dem anderen. Das war am Montagabend. Dienstag neuer Versuch bei einem Vereinskollegen. War nicht abgeneigt und erbat sich Bedenkzeit bis Ende der Woche. Per E-Mail noch einen weiteren Kollegen angeschrieben, der für den Radpart in Frage käme. Bisher noch keine Rückmeldung.
Ist aber auch egal. Weil mittlerweile die Staffeln ausgebucht sind. Schade. Ich habe befürchtet, dass es so kommt. Für eine Hauruck-Aktion ist eben nicht jeder zu haben, schon gar nicht, wenn er über 40 ist. Irgendwas fällt mir für nächstes Jahr aber sicher ein. Der Roth-Virus ist jedenfalls latent aktiv. Wie man weiß, hilft da nichts dagegen. Mal sehen, wann es zum nächsten akuten Schub kommt.





Muskelkater

14 07 2008

Ein bemerkenswertes sportliches Wochenende ist vorbei. Der Samstag war geprägt vom Tanzkursabschlussball meiner Ziehtochter. Nachdem sie am Vormittag noch unbedingt Schuhe kaufen musste, und zwar in Landshut, legte sie am Abend aus- und nachdrücklich Wert darauf, um 18:00 Uhr im Ballsaal zu sein. Waren wir dann auch und das war gut so. Die zwei Stunden bis zum Beginn der Veranstaltung konnten wir nämlich damit verbringen, über verschiedenste Dinge abzulästern. Den ranzigen Geruch des Ballsaales zum Beispiel, die übersichtliche Speisekarte, die Bekleidung der nach und nach eintreffenden Damen und Herren und vieles mehr. Captain Jack Sparrow war unser Favorit, was das Äußere betraf. Aber auch Atze Schröder und Kurt Beck waren nicht schlecht.
Die Tanzveranstaltung war geprägt von Menschenmassen auf einer viel zu kleinen Tanzfläche. Das kam mir natürlich sehr entgegen, fiel ich doch dadurch nicht weiter auf. Von gelegentlichen Tritten in anderer Leute Hacken mal abgesehen. Aber es war ein ausgewogenes Geben und Nehmen.
Das Vortanzen an erster Stelle entfiel genauso wie der lange geprobte Einsatz meines potenziellen Schwiegersohns. Typischer Aktionismus meiner Ziehtochter im Vorfeld. Meine Frau und auch meine Schwiegermutter freuten sich aber über meine tänzerischen Bemühungen und so war es wider Erwarten ein ganz vergnüglicher Abend.

Kontrastprogramm am Sonntag - Challenge Roth.

Ich wählte aufgrund der Wettervorhersage die Autovariante zum Zuschauen und ließ das Fahrrad daheim. Abfahrt um 9:00 Uhr im strömenden Regen nach Greding, um am dortigen Kalvarienberg zunächst zu beobachten, wie die Spitze nach oben schwamm radelte.

Kalvarienberg

Danach kam Susi, die Radlerin unserer Vereinsstaffel, etwa zehn Minuten vor dem Zeitplan.

Susi radelt

Sie hatte einen gewaltigen Horror vor dem Sauwetter, deshalb versprach ich ihr vollmundig, dass es gleich besser werden würde. Und, oh Wunder, das Wetter hielt sich für den Rest ihres Wettkampfs an mein Versprechen. Es hörte auf zu regnen und ab und an kam sogar die Sonne durch. Vorher aber feuerte ich noch den Michi an, den einzigen Einzelstarter unseres Vereins. Er jammerte zwar etwas, das es ihm nicht so gut ginge. Aber ich nahm das als gutes Zeichen.
Danach Weiterfahrt nach Hilpoltstein, wo ich mich mit den anderen Vereinsgroupies verabredet hatte. Petra war eine Klassezeit von 1:14 Stunden geschwommen und dementsprechend zufrieden. Susi sah weiterhin gut aus, sehr konzentriert bei der Sache. Michi jedoch quälte sich furchtbar den Berg hinauf. Er hatte über eine Viertel Stunde auf den gut 30 Kilometern seit Greding gegenüber dem Zeitplan verloren. Mein Vereinskollege Manfred konnte ihn durch gutes Zureden vom Aussteigen abbringen. Alle hatten große Bedenken, ob er den Solarer Berg noch schaffen würde.
Ich begab mich dann zur Lände Roth auf die Laufstrecke.

Laufstrecke

Dort begegnete ich Michi erneut zweimal. Er hatte das Radfahren doch noch beendet (in einer “furchtbar” schlechten Zeit von 5:19 Stunden) und machte nun wieder einen guten Eindruck. Oli F., bekannt aus dem Runner’s-World-Forum, schreckte ich durch mein Zurufen aus seinem Tunnel. Er blickte mich nur verständnislos an und rätselte fortan wohl, wer ich wohl sein könnte. Mich fasziniert das eigentlich am meisten an der Langstrecke. Diese Konzentration auf den Wettkampf, auf den nächsten Schritt und auf das Ziel. Wenn einem das gut gelingt, ist man am Ende überrascht, dass es schon vorbei ist. Der Kopf ist hier genauso wichtig wie die Kondition, die man mitbringen muss.
Letzte Station nun das Zielgelände in Roth. Ich bekam gerade noch mit, wie die erste Dame ins Ziel kam mit einer neuen Weltbestzeit. Ministerpräsident Beckstein durfte salbungsvolle Worte sprechen, schließlich ist Wahlkampf in Bayern. Immerhin konnte er die Streckenlängen richtig aufzählen, Respekt. Nach und nach trudelten die schnellen Damen und Herren ins Ziel. Ute Mückel feuerte ich noch besonders an, was sie mit einem Lächeln quittierte. Sie beendete ihre letzte Langdistanz als Profi in 9:49 Stunden. Für mich ist sie eine Wegbegleiterin in meiner Triathlon-Karriere. Nach ihren Trainingsplänen habe ich in meiner Anfangszeit Schwimmen trainiert, bei meinen Starts in Roth war sie auch immer (vorne) dabei. Eine große Sportlerin.
Kurz danach kam Sabine aus der Wechselzone gelaufen. Während schwarze Wolken drohend näher rückten, machte sie sich auf den Marathon. Susi hatte genau nach Zeitplan das Radfahren in 6:30 Stunden beendet. Es war furchtbar, wie sie hinterher berichtete, aber nun ist sie sehr stolz. Was sie auch sein darf. Letztes Jahr geschwommen, dieses Jahr geradelt, ich bin gespannt, was nächstes Jahr kommt. Gibt’s ja eigentlich nur eins ;-)
Ein überglücklicher Michi

Michi im Ziel

erblickte wenige Minuten später dieses erlösende Schild.

Zum Ziel

Ein sagenhafter Marathon in 3:19 Stunden brachte ihm grandiose Endzeit von 9:42 Stunden ein. Sehr viel länger hätte er nicht brauchen dürfen, denn bald darauf begann es wieder zu schütten. So endete der Tag für mich, wie er begonnen hatte. Im Regen marschierte ich zurück zum Auto. Leider hatte ich den Schirm diesmal nicht dabei, so dass ich patschnass war, als ich dort ankam. Das tut meiner Begeisterung für den Sport aber keinen Abbruch. Ich konnte mit meinen Athleten mitfiebern und wieder einmal die ganz besondere Stimmung in Roth genießen.

Beutel

Schild

Ich bin sicher, irgendwann bin ich wieder dabei. Die Planungen dafür geistern schon in meinem Kopf herumSabine rennt

Sabine lief einen sehr konstanten Marathon in 3:45 Stunden, so dass die Staffel eine Endzeit von 11:32 erreichte. Auch eine tolle Zeit, über die sich die Mädels auch sehr freuen. Mein Glückwunsch an dieser Stelle an sie, an Michi und an alle anderen, die das an diesem verregneten Tag durchgezogen haben.
Was mich betrifft, ich habe Muskelkater. Kein Wunder nach einer Langdistanz mit Tanzabend vorher!





Was hat Doping mit den alten Römern zu tun?

10 07 2008

Philosophie ist normalerweise nicht so mein Ding. Gestern Abend habe ich bei Spiegel Online aber ein Interview mit Peter Sloterdijk gelesen, der Philosoph und Hobby-Rennradler ist. Sehr amüsant und, wie ich finde, in Sachen Doping genau auf den Punkt gebracht. Sehr lesenswert.





Würg

7 07 2008

Am Wochenende steht wieder eine Herausforderung ins Haus.
Nein, ich habe mich nicht auf die Schnelle noch für Roth angemeldet. Leider auch kein Großauftrag, der kurzfristig erledigt werden  muss. Viel schlimmer.
Meine Ziehtochter hat einen italienischen Vater. Der lebt dummerweise auch noch in Italien. Rund zehn Autostunden entfernt. Das erschwert die Wahrnehmung von Vaterpflichten, die die körperliche Anwesenheit erfordern. Obwohl ich in diesem Fall nicht der Meinung bin. Wenn also der Vater aus solch fadenscheinigen Vorwänden verhindert ist, muss ich einspringen.
So wie am kommenden Samstag.
Beim Tanzkursabschlussball.
Ich!
Weil meine Ziehtochter ein ausgeprägtes Selbstvertrauen in diesen Dingen hat, hat sie uns auch gleich noch als Vortänzer für den Eröffnungstanz eingetragen. Die Kuh! Wie bringe ich die nun vom Eis, bin ich versucht zu sagen. Wie bereite ich mich darauf vor? Ein kurzes Trainingslager? Intervalle? Oder doch lieber langer Tanzabend mit Endbeschleunigung? Wann beginne ich zu tapern? Wenigstens die Ernährungsfrage ist geklärt. Meine Frau fährt nach Hause, so dass die Männer ausreichend das in der Hallertau übliche isotonische Getränk zu sich führen können.
Männer? Ziehtochters Freund ist natürlich auch dabei. Ich muss zugeben, den hat es noch schlimmer erwischt. Ich habe ja wenigstens schon ein paar Tanzkurse hinter mir, der letzte sogar vor nicht allzu langer Zeit (vielleicht erinnert sich der eine oder andere Leser daran). Der junge Mann hingegen ist völliger Rookie. Muss zudem öfter ran bei den verschiedenen Standardtänzen. Deshalb bekommt er in den nächsten Tagen einen Crash-Kurs in Walzer, Foxtrott, Cha-Cha-Cha und dergleichen. Bei mir geht’s hoffentlich mit einmal öffentlicher Vorführung ab. Wobei man das wörtlich nehmen kann - ich werde vorgeführt.

Na ja, was tut man nicht alles für die lieben Kinder. Ab Herbst lernt die Gute dann Physiotherapeut. Ich habe alle Peinlichkeiten, die ich durch sie erleben durfte, in einem Buch vermerkt. Von Fahrdiensten, Schiedsrichtertätigkeiten, sinnlosen Diskussionen und üble-Laune-Blitzableitereien ganz abgesehen. Am Ende ihrer Ausbildung habe ich ein Massageguthaben von schätzungsweise 20 Jahren. Das darf sie dann erst mal abarbeiten.





Nachlese - Vorschau

3 07 2008

Der Wettkampf vom Sonntag ist gut verdaut. Keine Gebrechen und Beschwerden hinterher. Gestern war ich mit dem Rad unterwegs. Knapp 40 km, locker und flach, war zumindest beabsichtigt. Ich bin richtig begeistert, wie es derzeit läuft. Einen Dämpfer werde ich heute beim Laufen bekommen. Das habe ich in letzter Zeit etwas schleifen lassen.
Um zu sehen, wo die Schwächen liegen, vergleiche ich die Zeiten beim Wettkampf immer mit der besten Zeit, die in der jeweiligen Disziplin erreicht wurde. Das sah folgendermaßen aus:

Disziplin meine Zeit Bestzeit Prozent über Bestzeit
Schwimmen 25:56 19:14 34,8%
Radfahren 1:15:49 1:00:31 25,3%
Laufen 47:23 35:09 34,8%
Gesamt 2:29:08 1:56:35 27,9%

Im Vergleich der Ergebnisse bei meinen jetzt sechs Starts am Rothsee liege ich damit im Mittelfeld. Zum besten Ergebnis fehlen rund fünf Prozentpunkte. Am meisten verschlechtert habe ich mich beim Radfahren, was aber daran liegt, dass dieses Jahr Thomas Hellriegel am Start war, der nach wie vor einer der besten Radler in der Szene ist. In Anbetracht der Trainingsumstände bin ich also mehr als zufrieden, was natürlich jetzt gewisse Folgen nach sich zieht.
Eigentlich sollte das ja der einzige Triathlon für mich in diesem Jahr bleiben. Weil es aber so viel Spaß gemacht hat und gut gelaufen ist, habe ich mich heute für eine Fortsetzung entschieden. Die Wahl fiel auf den SVF-Triathlon am Wörthsee, westlich von München, am 27. Juli. Den habe ich schon mal mit gemacht und zwar 1996. Das war mein erster Triathlon, bei dem es nicht geregnet hat. Außerdem stieß ich mir beim Ausstieg aus dem Ammersee (damals noch) den großen Zeh an einem Fels blutig, was ich allerdings erst beim Ausziehen des blutdurchtränkten Laufschuhs bemerkte. Die Laufstrecke ist mir als ziemlich hart in Erinnerung, ist aber mittlerweile durch die Verlegung an den Wörthsee eine ganz andere. Die Radstrecke sollte relativ flach sein.
Um noch einmal auf obige Prozente zurück zu kommen. Der Wettkampf damals ist nach dieser Wertung mit 15% über der Siegerzeit mein mit Abstand bester gewesen. Das liegt aber hauptsächlich daran, das zum Beispiel am Rothsee die Sieger in einer ganz anderen Preisklasse unterwegs sind. Insofern bin ich bei diesem “Wald- und Wiesenwettkampf” (das meine ich nicht abwertend) sicher besser aufgehoben.





Hot, hot, hot

25 06 2008

Heute morgen 7:30 Uhr. Zwar nur 20° C im Schatten, dafür aber 83% Luftfeuchtigkeit. Das waren die Rahmenbedingungen für den heutigen Lauf. Ich muss feststellen, dass mir das überhaupt nicht bekommt. Das wusste ich vorher schon und nun erst recht. Trotz lockerem Tempo war ich froh, dass nach knapp sieben Kilometer schon wieder die kühle Dusche wartete. Die Beine waren schwer wie Beton und der Kreislauf vermutlich erst gar nicht aufgestanden.
Am Sonntag soll es übrigens 28° warm werden bei nur 39% Luftfeuchtigkeit. Bestes Triathlonwetter also. Und beste Voraussetzungen, alle Zeitprognosen über den Haufen zu werfen.





My heart will go on

23 06 2008

Was tut man nicht alles für seine Liebste. Celine Dion gibt ein Konzert im Münchener Olympiastadion und da muss meine Frau als eingefleischte Anhängerin dieser Dame natürlich hin. Und weil ich gut erzogen bin und sie eben meine Liebste ist, durfte ich mit. Wie ungefähr 10.000 andere Ehemänner und Lebensgefährten auch.
Unbestritten ist, dass Celine Dion eine Wahnsinns-Stimme hat und ein absoluter Profi ist. Genau das war aber auch die Schwäche des Konzerts. Sehr routiniert und professionell durchgezogen das ganze. Nach 90 Minuten schon die erste Zugabe, kurz danach die zweite und letzte. Für die Fans mag das ausreichend sein, die Männer hätten schon etwas mehr Motivation gebraucht, um in Stimmung zu kommen. So war dieser Anblick zumindest auf der Tribüne doch eher repräsentativ:

Stimmung Stimmung

ZZ TopIch nutzte die Zeit, um mich ein bisschen umzusehen.
Mich überraschte, dass im Gefolge von Celine Dion offenbar auch ZZ Top zugange ist. Überhaupt waren unter den Beschäftigten der Organisation einige skurrile Gestalten zu sehen. Aber das muss wohl so sein.

WCDer Sonnuntergang an diesem außerordentlich warmen Tag färbte das banalste WC-Häuschen in Gold.

MarathontorBeim Blick auf das Marathontor, das sich unter den roten Treppen versteckt, kam mir unweigerlich der Zieleinlauf beim München Marathon in den Sinn. Eigentlich eine sehr schöne Sache. Könnte man mal wieder machen. Die Begeisterung meiner Frau hielt sich allerdings ob dieser Ankündigung in Grenzen. Aber in meinem Kopf hatte sich der Gedanke irgendwie festgesetzt. Jedoch nur bis zum Studium der Startgelder. 105 € bei Anmeldung bis zum 30. 6. Sind die noch ganz dicht? Thema erledigt. [Korrektur: Ich bin beim Startgeld für die Marathonstaffel gelandet. Einzel kostet 59 €. Also vielleicht doch München-Marathon?]
Währenddessen leistete sich Celine Dion einen schweren Fauxpas. Um Stimmung in die Bude zu bringen, die übrigens nur zur Hälfte besetzt war, intonierte sie “We will rock you”. Ob das unbedingt in ihr Repertoire rein muss, kann man sich streiten. Aber das anschließende “The Show must go on” ist einer der Songs, die man nicht covern kann. Auch Celine Dion nicht, zumal wenn man es genau so zu singen versucht wie Freddy Mercury. Den hat man dann auch unweigerlich im Ohr und das Wissen um seinen kurz darauf erfolgten AIDS-Tod, was dem Lied doch eine etwas andere Aussagekraft verleiht. Ich fands ziemlich daneben.
Aber egal, der Stimmung tat’s gut:

Stimmung Stimmung

Es folgten ein paar James-Brown- und Aretha-Franklin-Nummern, bevor wir bei erwähnter Zugabe angelangten. Zum Abschluss noch “My Heart will go on”. Trotz allem sprang der Funke nicht über. Die ganze Show war zu perfekt, distanziert und nicht die Celine Dion von früher. Meiner Frau hat es trotzdem gefallen, das ist das Wichtigste, auch wenn sie den Unterschied zu früheren Konzerten natürlich erkannte.
In Rekordverdächtiger Zeit konnten wir dann das Stadion und den Parkplatz verlassen. Gerade rechtzeitig kamen wir zum Elfmeterschießen zwischen Spanien und Italien zuhause an. Vorher hatte ich fußballerisch zum Glück nichts verpasst. Der Abend war also gerettet. Als nächstes steht Alanis Morisette an. Hoffentlich ein mitreißenderes Konzert.





Countdown

20 06 2008

Am Sonntag in einer Woche ist der Rothsee-Triathlon, mein diesjähriger Saisonhöhepunkt in dieser Sportart. Und zugleich der einzige Wettkampf voraussichtlich. Zeit, um ein Resümee zu ziehen, wie das Training gelaufen ist. Am besten in einem virtuellen Triathlon.

Schwimmen:
Der Teil, zu dem ich am wenigsten Lust habe. In das kalte Wasser und 1500 langweilige Meter runterkraulen, bis der Wettkampf endlich los geht, würg. Wer will das schon. Zum Glück habe ich eine einigermaßen annehmbare Kraultechnik und in Verbindung mit Neoprenanzug im Wettkampf kann ich mir erlauben, das Training auf Minimalniveau halten. Das heißt, einmal pro Woche ins Freibad und da ein mehr oder weniger inspiriertes Programm runter schwimmen. Letzten Dienstag testweise die 1500 Meter am Stück. Ging ohne Probleme, nur die Zeit war etwas ernüchternd. Knapp 27 Minuten ist jetzt nicht so der Hit. Deshalb heute Straftraining und nächste Woche auch noch eine zusätzliche Einheit. Zur Gewissensberuhigung.

Wechsel 1:
Habe ich noch nicht geprobt. Werde ich auch nicht mehr. Höchstens noch Neopren-Ausziehen beim geplanten Freiwasserschwimmen nächste Woche. Bisher hat eigentlich immer alles geklappt.

Radfahren:
Ja, was habe ich drauf? Ein ganz klares “Schau ‘mer mal!” Im Moment habe ich 625 Kilometer in den Monaten Mai und Juni zu Buche stehen. Am Wochenende und nächste Woche kommt nochmal was dazu, so dass es bis zum Start wohl um die 750 sein werden. Nicht optimal als Vorbereitung, ganz klar. Eigentlich eher Schadensbegrenzung. Als Vergleich nehme ich mal meinen Rothsee-Start von 2001 her. Damals hatte ich etwa genauso viele Kilometer in den Beinen, verteilt auf drei Monate. Das hat für einen 35er-Schnitt gereicht. Allerdings war der Lauf hinterher nicht so erfolgreich.
Aber die Rother Strecke liegt mir, deshalb bin ich optimistisch, was die Radperformance angeht. Mit einem 32er Schnitt wäre ich zufrieden. Ich denke, dafür war das Training ausreichend.

Wechsel 2:
Den habe ich immerhin einmal geübt. Klappt dank der Triathlon-Laufschuhe bestens. Wenn ich beim Radeln das passende Tempo wähle und nicht überzocke, sollte auch das Loslaufen kein großes Problem sein.

Laufen:
Hier wieder der Vergleich zu 2001 - damals hatte ich nicht mal die Hälfte an Laufkilometern in den Beinen, bezogen auf das vergangene halbe Jahr. Dazu noch im Schnitt eine halbe Minute langsamer, was bedeutet, dass ich dieses Jahr wesentlich härter trainiert habe. Außerdem war es damals sehr heiß. Die 50 Minuten sollte ich also auch im worst case deutlich unterbieten. Genauer gesagt, wäre alles über 45 eine Enttäuschung, Radpower hin oder her.

Zusammenfassend habe ich festgestellt, dass Triathlontraining viel abwechslungsreicher ist als reines Lauftraining. Wenn ich die Zeit, die ich ins Schwimmen und Radfahren stecke, zusätzlich zum Laufen nützen würde, hätte ich zudem noch viel mehr mit allen möglichen Schmerzen an Achillessehne, Ischias und was weiß ich wo noch zu kämpfen. Das ist derzeit überhaupt nicht der Fall und das finde ich klasse. Wenn es zeitlich irgendwie geht, werde ich also auch in Zukunft weiter Triathlet sein.





Die Verwirrung ist groß

19 06 2008

Der Blogger an sich ist keinen Regeln unterworfen, was und wie er schreibt. Das ist den EUkraten natürlich ein Dorn im Auge. Das muss geändert werden. Genaueres dazu hier.
Es könnte ja sein, dass ich ein Ghostwriter wäre. Die Reinkarnation von Goethe zum Beispiel. Und das wäre ein Problem. Weil, sollte ich durch meine begnadete Schreibe die Persönlichkeitsrechte eines anderen verletzen, könnte ich nicht belangt werden, weil ich ja schon tot wäre. Ghostwriter eben.
Darum muss dringend eine Regelung her, die solche Sachen regelt. Oder das Recht auf Gegendarstellung. Für die, die nicht in der Lage sind, selbst einen Kommentar zu verfassen. Bei Zuwiderhandlung gibt’s dann sicher eine Abmahnung mit der üblichen saftigen Strafe. Ich bin sicher, die EU findet hier ein würdiges Konstrukt, mit dem alle gut leben können. Vor allem die Gerichte.
Wie man sieht, einen Blog zu betreiben ist noch viel zu einfach. Meine Rubrik “Rechtliches” werde ich also bald überarbeiten müssen, statt ein paar Zeilen werden es dann mehrere Seiten sein. Außerdem überlege ich schon, ob ich ein Buch heraus geben soll. “Bloggen - aber richtig!” , oder so.





Die Stimme aus dem Off

26 05 2008

Lange nichts mehr von mir gelesen, stimmt’s? Ich habe Urlaub gemacht - hat sich sicher der eine oder andere schon gedacht. Eine Woche Italien, Roseto degli Abruzzi genauer gesagt, im größten Sandkasten Europas, die andere zuhause mit Kinderbespaßung und Gartenarbeit. Ist das nicht traumhaft?
Geschätzte zehn Kubikmeter Sand habe ich mit der Spielzeugschaufel bewegt und entstanden sind unter anderem diese hübschen Figuren:

Helga Sphinx

Außerdem war gerade Beachvolleyball-Weltcup, was besonders die beiden mitgereisten jungen Damen begeisterte. Weniger der Sport, als die gut gebauten und großen Sportler. Leider waren nur Männerpartien angesetzt.
Nichts desto Trotz habe ich die Gelegenheit genutzt und bin die Strandpromenade entlang gerannt. Gegen die Ballartisten hatte ich optisch keine Chance und deshalb erregte ich keinerlei Aufsehen. Schade.
Dafür durfte ich verschiedene Verhaltensweisen der einheimischen Bevölkerung beobachten. Der typische Italiener joggt ja eher im moderaten Bereich und vor allem mit winterlichen Klamotten, trotz 24° C und drückender Schwüle. Es gibt aber durchaus auch recht flotte Läufer. Einer kam mir (zum Glück) entgegen, mit dem ich nicht hätte mithalten können.
Dieses Schema kann man auch bei den Radfahrern beobachten. Entweder zügig auf dem Rennrad unterwegs oder ultralangsam auf dem Fußweg. Es ist erstaunlich, wie langsam man Rad fahren kann ohne umzufallen. Wer mal ein Erfolgserlebnis als Läufer braucht - ich empfehle die Strandpromenade von Roseto degli Abruzzi. Beim Autofahren wird dieses typische Verhalten allerdings unangenehm. Wenn der Italiener nicht in der Familienkutsche à la Fiat Multipla mit Tempo 90 auf der Autobahn dahinschleicht (mit Blinker links), dann brettert er garantiert mit Vollgas und links blinkend auf der Überholspur dahin. Die Überholabsicht wird dann durch Verkürzung des Sicherheitsabstandes auf maximal zwei Meter bekundet. Das ist nicht weiter tragisch, wenn man sich dadurch nicht aus der Ruhe bringen lässt. Für die anderen Fälle empfiehlt es sich, sich das gängige italienische Vokabular anzueignen, damit eventuell mitreisende Kleinkinder nicht frühzeitig die Gossensprache erlernen. Ohne Kleinkinder tut’s auch das deutsche Vokabular.

Das Shoppen kam natürlich auch nicht zu kurz und so war jedem gedient. Die Damen hatten jede Menge neue Klamotten und die Herren ihren Spaß am Strand.

Strand

Wieder zuhause musste erst mal dem Garten zu Leibe gerückt werden, der in der einen Woche wild gewuchert hatte. Nun steht ein straffes Radtraining auf dem Programm. Wie nötig ich das habe, durfte ich gestern bei der RTF in Moosburg erleben. Nach 75 teilweise verregneten Kilometern waren die Oberschenkel wie Flasche leer. Fünf Wochen sind es noch bis zum Rothsee-Triathlon. Mit meinen geplanten 120 Kilometern pro Woche komme ich bis dahin auf insgesamt 800 Radkilometer. Hoffentlich spielt das Wetter mit. Ich habe nämlich keine Lust, so wie gestern ständig das Rad zu putzen.