Ozapft is!

15 08 2010

Für die Nicht-Bayern unter uns – Es ist angezapft! Wobei der Spruch eigentlich nicht ganz passend ist, weil wenn ozapft is läuft ja was, nämlich Bier, aus dem Fass. Das sollte bei einem Teich nach Möglichkeit niemals passieren. Aber für einen Bayern ist das DER Spruch, wenn die wichtigen Dinge zur Zufriedenheit erledigt sind und das Fest somit beginnen kann.
Doch der Reihe nach. Der letzte Bericht endete beim Befüllen des Schwimmbereichs. Zunächst nur den Boden mit Wasser aus dem Gartenschlauch bedecken. Es waren aber doch etwa sieben Kubikmeter und dauerte ziemlich lange. Und bei Wassergebühren (inclusive Abwasser) von rund 4 €/m³ auch nicht billig. Deshalb am nächsten Tag beim Wasserwerk ein Standrohr mit Zähler besorgt, die passenden C-Schläuche angeschlossen und nun ging der Punk ab.

Befüllen

In einer halben Stunde war das Becken mit 60 zusätzlichen Kubikmetern Wasser gefüllt. Das lässt doch schon einen Teich erahnen.
Was kommt nun als nächstes? Der Kies, neun Kubikmeter genauer gesagt. Für den Anfang, zum warm werden sozusagen.

Kies

Links kann man schon die nächste Sträflingsarbeit sehen – die Steine für die Trockenmauer an unserem Gartenhügel. Sechs Tonnen Granit vor der Garage wollten bewegt werden. Das bedeutet runter von der Palette, rein in die Schubkarre, durch die Garage und um den Teich herum auf die andere Seite des Gartens. Dort Stein für Stein aus der Schubkarre gehoben, der fleißigen Ziehtochter in die Hand gedrückt, damit die sie am Ort des Geschehens aufstapeln kann.

Granit wuchten

Mein Kreuz war vom Kies schippen schon lädiert, der Granit gab ihm den Rest. Danach war Socken anziehen nicht mehr möglich. Der guten Laune tat’s aber keinen Abbruch wie man sieht.

Technik muss auch in einem Naturteich sein. Ein Skimmer, der das Oberflächenwasser von groben Verschmutzungen reinigt. Eine Pumpe, die das Wasser in den Reinigungsbereich und zum Wasserspeier pumpt und die dazugehörigen Schläuche natürlich. Aber das war’s dann auch schon. Noch sieht man die ganzen Leitungen, später ist das alles verdeckt.

Technik

Währenddessen mieteten sich schon die ersten Bewohner ein.

Kröte

In der Logistik gab es eine kleine Panne. Die Pflanzen waren schon geliefert und mussten innerhalb von ein paar Tagen eingepflanzt und gleich darauf gewässert werden, damit sie nicht in den Töpfen vergammelten oder im Kiesbett vertrockneten. Also im Akkord die Trockenmauer gesetzt, was im optischen Ergebnis einem professionellen Gartenbauer vermutlich die Tränen in die Augen treiben würde. Aber ich bin Amateur und deshalb trotzdem zufrieden. Aber anstrengend war’s schon.

Trockenmauer

Anschließend noch weitere fünf Kubikmeter Kies eingefüllt, damit unter anderem die gelben Rohre verschwinden. Transport übrigens über den Hügel im Hintergrund, was äußerst schweißtreibend ist. Dagegen war das Verkleben der Granitplatten auf die Mauerkrone schon beinahe ein Kinderspiel. Meine Frau war inzwischen als Pflanzenbeauftragte tätig und setzte nach bestem Wissen und Gewissen auf der gegenüber liegenden Seite die ersten Gräser und Blümchen.

Pflanzen

Dann wieder Wasser marsch, diesmal bis über die Mauerkrone, um den Reinigungsbereich zu fluten. Ein spannender Augenblick, der leider fotografisch nicht festgehalten wurde. Es war nun abends um zehn. Meine Frau war bereits auf Bett gehen eingestellt. Aber ich konnte nicht widerstehen. Nach einem Tag harter Arbeit nun also der große Augenblick.

Und was soll ich sagen – es war genial!

Anbaden

So sieht ein stolzer Naturteichbesitzer und -bauer aus. Anbaden im eigenen Teich, man kann sich vorher gar nicht vorstellen, was das für ein schönes Erlebnis ist.

Mittlerweile sind seit dem grandiosen Augenblick zwei Wochen vergangen. Der Teich ist nun komplett gefüllt und bepflanzt. Pünktlich ist auch die Schönwetterperiode zu Ende gegangen, was der Wassertemperatur nicht besonders entgegen kommt. Aber zum Baden reicht’s allemal.

Baden

Beim nächsten Mal berichte ich dann von den Randbereichen und dem Restgarten, der jetzt wieder hergerichtet werden muss. Winkewinke.


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4 Antworten

16 08 2010
Hase

Wow, Uli, das ist soooo toll. Einfach irre schön. Ich gebe zu, ich beneide euch schon ein bisschen um diesen wunderschönen Naturteich.
Und wie lang ist der nochmal? Der schaut auf den Fotos soooo lang aus – da kann man ja echt richtig SCHWIMMEN!
Ab Mittwoch soll es wieder sonnig und warm werden, übrigens :)

16 08 2010
Chris

Coole Sache. Weißt Du schon wieviele Bahnen Du für 3,8 Kilometer brauchst?

17 08 2010
Kylie

Ich bin auch voll der Bewunderung! Was du alles kannst und schaffst und machst und umsetzt! (…mit Unterstützung des Familienclans natürlich…) Grandios! Und weil der Teich so groß ist, kippt er auch nicht um, wassermäßig? Das wäre meine größte Sorge, dass da so eine Brühe rumsuppt! Aber solange sich Molche, Olme, Kröten und Quappen mit Dir im Nass tummeln, ist die Wasserqualität ja gut! ;-) Gefährlich wird’s erst, wenn die wegbleiben!
Staunende und ehrfürchtige Grüße von Manu, die nur ein mickeriges aufblasbares Plastikbabybecken für den Jüngsten im Garten stehen hat.

22 08 2010
Gerlinde

Hallo Ihr Vier,
Respekt. Wir sind schwer beeindruckt, wie sich “der Graben” verändert hat und gratulieren Euch zu dieser Leistung.
Viel Spaß beim Schwimmen und Plantschen.

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