Fahrbericht

2 09 2009

Ich bin sicher, dass ALLE meine Leser schon ungeduldig auf meine ersten Eindrücke, die über eine Testfahrt hinausgehen, vom neuen Rennrad warten. Fazit: Von allein fährt es leider nicht, treten muss man nach wie vor. Aber wenn ich das nicht wollte, hätte ich mir ein Motorrad gekauft.
Nachdem die Anmeldung für den Ironman in Regensburg nun geöffnet ist, bin ich schwer ins Grübeln gekommen was die Ziele für nächstes Jahr angeht. Mit Helmut habe ich gestern telefoniert, da hat das noch so geklungen, als würde ich mir ernsthaft überlegen, mich dort anzumelden.  Aber er hat recht, warum sollte ich mir das antun? Soviel Zeit investieren, nur um dann mehr schlecht als recht vorbereitet an den Start zu gehen. Wenn ich mir außerdem bildlich vorstelle, 20 km oder so laufen zu müssen, würde mich derzeit das Grauen packen. Radeln hingegen macht soviel Spaß, dass ich vorerst alle Triathlonpläne begraben habe. So weit ist es mit mir gekommen.
Um das zu verstehen berichte ich mal von der gestrigen Ausfahrt mit meinem Verein, diesmal aber der Radsportabteilung. Dienstag ist Geschwindigkeitstag. Insofern bin ich ganz froh, dass es bereits gegen 20.00 Uhr dunkel wird. Denn dann schafft man in den beiden Stunden ab 18.00 Uhr nur die Strecke, die ich mit meinen gut 1000 km in den Beinen (dieses Jahr) in der Lage bin zügig zu fahren. Unser Abteilungschef gibt vor Abfahrt immer die grobe Streckenführung bekannt, gestern war es Rudelzhausen und dann nach Berg. Berg ist gut, bisher war immer, wenn ich dabei war, flach angesagt.
Zunächst lockeres Einfahren, Gequatsche wie bei den Waschweibern. Zweierreihe, gemütliches Dahinschnurren im Windschatten. Im Pulk der Ulrich, der das gar nicht so liebt, weil er Triathlet = Einzelkämpfer ist. Eigentlich.
Kurz vor Au Rechtsschwenk und es deutet sich eine leichte Steigung an. Die geht allerdings in eine stärkere über. Günther prescht vor und ich will mir keine Blöße geben und gebe mehr Druck. Worauf ich mich an der Spitze des Feldes wiederfinde, was mich doch einigermaßen verwundert. Zumal ich auch noch aufgefordert werde, Günther fahren zu lassen und lieber das Tempo heraus zu nehmen. Na gut, auch recht. Wer weiß, was noch alles kommt.
Erst mal eine Abfahrt, wo sich alle wieder erholen und die teilnehmenden Triathleten sich vorne absetzen. Also müssen Günther, Hans und ich in Wolnzach erst mal auf die anderen warten. Zügig wird die Hopfenstadt durchquert, anschließend fahre ich mit Hans ein paar Kilometer vorneweg. Eine Steigung mit Druck nach oben, anschließend Einreihung hinten. Es folgt die Einmündung auf die B300 Richtung Geisenfeld. Leichtes Gefälle und zu langsames Tempo. Für Hans jedenfalls, der die Truppe überholt und vorne Gas gibt. Jetzt geht wirklich die Post ab, zwischen 45 und 50 km/h zeigt der Tacho die nächsten sechs Kilometer an. Frankreich hat den TGV, die Hallertau den TSV.
In Geisenfeld an der roten Ampel wird noch ein kleinerer Umweg beschlossen und zügig geht’s weiter auf der B300 in Richtung Straßberger Weiher (kennt jeder). Ich halte mich inzwischen zurück, um nicht Gefahr zu laufen, am nächsten Berg schieben zu müssen. Ganz so schlimm wirds zum Glück nicht, aber viel ist nicht mehr los mit den Oberschenkeln.
In Aiglsbach habe ich mein Pulver endgültig verschossen. Aber nicht nur ich, wie es scheint. Die Truppe trennt sich. Ich fahre mit der einen Hälfte noch einen Berg hoch, wo mir endgültig meine Grenzen aufgezeigt werden. Aber egal, danach geht’s wieder lange sanft bergab, ich hole die anderen wieder ein. Mit Günther fahre ich dann gemütlich die letzten Kilometer nach Hause.
Am Ende stehen 63 km zu Buche, Schnitt 33,3 km/h, 350 Höhenmeter. Ich hatte soviel Spaß dabei, dass mein Ziel für nächstes Jahr nun definitiv fest steht: Konzentration auf EINE Disziplin, um im August eine Radform zu haben, die eine Pässetour in den Alpen erlaubt. Und das nicht nur auf dem Zahnfleisch.
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9 Antworten

2 09 2009
Anja

Ich wohl eher nicht – ich begnüge mich mit dem Lesen!

3 09 2009
Uli

Okay, ich schreibe dann auch so darüber, dass es Dir den Schweiß aus jeder Pore drückt. :-)

2 09 2009
Helmut

Ja UlI! 33er Schnitt … Mir wird plötzlich so übel für nächste Woche :-) Ich würde ja liebend gerne über die Alpen fahren … lass uns nächste Woche mal etwas „träumen“ … denn die „Anderen“ werden nicht begeistert sein.

3 09 2009
Uli

33er Schnitt ist mit Windschattenfahren. Allein fahre ich nie schneller als … 32,5 oder so *prust*

2 09 2009
Chris

Lustig, ich bin auch grad am überlegen, ob ich mich 2010 auf ein richtiges Radjahr stürzen soll.

3 09 2009
Uli

Soll das heißen, Du bist in den Alpen dabei? ;-)

6 09 2009
Reiner

Wir werden alt :-) auch mir schweben nächstes Jahr Wörter wie „Tirol-West-Radmarathon, 3-Länder-Giro, Oxn-Tour, Dolomiten-Rundfahrt, Thannheimer-Tal-Radmarathon“ etc. durch den Kopf… Aber einige Oly- bzw. Mitteldistanzen müssen dann schon auch noch sein :-)

13 09 2009
Charly

Hallo Uli
Schickes Teil. Ein neues Rennrad gibts bei mir wohl nicht.
Ne.
Ich nehm an; du wirst gar nicht mehr runter wollen.

Du hast im Hasenblog gefragt, obs links und Rechtshändergolfschläger gibt.
Natürlich. Muss ja sein. Man kann die Linkshänder ja net zu Rechtshändern machen.

Gruss Charly

9 10 2009
stephan

Ist ja ein Traum, dein Trek. :o )

Schade, dass ich gerade mein Radjahr hinter mir habe – bei Pässetouren wäre ich an sich immer dabei. Aber bei mir geht es nächstes Jahr um Marathons… Schade.

Viel Spaß in den Alpen. Es ist einfach grandios :o ) Ich empfehle das Stilfserjoch recht heftig.

Viele Grüße

Stephan

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