Weil es sportlich nichts zu berichten gibt, gibt es zum Jahresanfang ein bisschen (Klima)Politik. Ich kopiere einen Leserbrief aus der Franfurter Allgemeinen vom 9.1.09, der sich mit dem Thema Kosten für CO2-Reduzierung beschäftigt. Werden wir von der Politik vera**** oder nicht? Wäre das viele Geld an anderer Stelle sinnvoller eingesetzt? Wer verdient an den Milliarden?
Ich warte auf Kommentare
EU-Klimapaket als gelungener Faschingsbeitrag
Zu „Europäisches Klimapaket nimmt letzte Hürde“ (F.A.Z. vom 18. Dezember):
Das Europäische Klimapaket ist vielleicht als belebendes Element einer Faschingsveranstaltung geeignet, nicht aber als Maßnahme, die irgendeinen Nutzen ausweist. Eine einfache, von jedermann nachvollziehbare Rechnung zeigt dies. Als Berechnungsgrundlage dient der detaillierte EU-Beschluss, Deutschland solle seine Emissionen um 14 Prozent gegenüber dem Jahre 2005 verringern, ferner die Zahlenangaben des Weltklimarats IPCC.
Gemäß dem IPCC betrug der Kohlendioxidgehalt im Jahre 2005 zirka 380 ppm (ppm = parts per million) oder 0,038 Prozent. Welcher Laie kennt schon diesen Wert und weiß, dass Kohlendioxid nur ein Spurengas der Luft ist? Der Konzentrationszuwachs an atmosphärischem Kohlendioxid beträgt grob 2 ppm pro Jahr, das ergibt eine Steigerung von 15 × 2 = 30 ppm in den fünfzehn Jahren von 2005 bis 2020. Der deutsche Beitrag an den weltweiten Kohlendioxidemissionen beläuft sich auf zwei Prozent. Man erhält als deutschen Anteil an den besagten 30 ppm demnach 30 × 0,02 = 0,6 ppm. Hiervon sollen nun gemäß EU-Beschluss 14 Prozent eingespart werden, das sind 0,6 × 0,14 = 0,084 ppm.
Der IPCC-Bericht schätzt die globale Temperatursteigerung auf drei Grad Celsius ein, wenn sich die heutige Konzentration von 380 ppm auf 760 ppm verdoppeln würde. Der berechnete deutsche Einsparungsanteil von 0,084 ppm entspricht demnach einer Temperaturreduzierung von 3 × (0,084 / 380) = 0,0007 Grad (gerundet). Dieser Wert ist unmessbar, wird aber der deutschen Wirtschaft Kosten in der Größenordnung von mehreren hundert Milliarden Euro verursachen. Wo bleibt der Aufschrei der Öffentlichkeit angesichts dieses bodenlosen Unsinns der EU-Beschlüsse, insbesondere der Protest der grünen Naturschützer? Die aufgewendeten Mittel hätten wirkungsvoll bei der Sanierung der Weltmeere und der Wiederaufforstung des Regenwaldes mithelfen können.
PROFESSOR A. D. DR. HORST-JOACHIM LÜDECKE, HEIDELBERG
Text: F.A.Z., 09.01.2009, Nr. 7 / Seite 9

Werden wir von der Politik vera**** oder nicht?
Jaklar, aber doch nicht erst seit heut’ oder gestern. Oder? Ich meine auf die Frage: „wo bleibt der Aufschrei angesichts des bodenlosen Irrsinns …“ mit Fug und Recht antworten zu können: „Wenn jeder Mensch bei bodenlosem Unsinn politischer Entscheidungen laut aufschreien würde … DAS wär’ ein Geschrei überall … das geht ja nicht. Man braucht die Energie doch auch an Stellen, wo man aktiv damit was erreichen kann.
In Ismaning z. B. – du warst vermutlich nicht dort, oder? Hab’ dich jedenfalls nicht gesehen. Leider ;-(
Ohne Hirn bist du wie ein Politiker
Also nicht du Uli
Dann kann ich mir ja doch mit gutem Gewissen einen Touareg kaufen. Denn die Differenz zum Polo führt nach der Logik des Professors zu einem nicht messbaren Temperauranstieg mit wahrscheinlich 24 Nullen nach dem Komma. Danke Professor !!!
Wenn für mich aus diesem Leserbrief etwas spricht, dann zynischer Konservativismus: „Die bis jetzt geplanten Maßnahmen bringen’s nicht, also ergreifen wir doch am besten gleich gar keine Maßnahmen!“ Natürlich ist mir – und wahrscheinlich jedem, der engagiert genug ist, sich durch eine Zeitung wie die F.A.Z. zu kämpfen, klar, dass die Ursachen des Klimawandels nicht eindeutig auf menschliches Zutun zurückgeführt werden können und dass das Klima (noch viel mehr als das Feilschen in der Kilmapolitik) ein hochkomplexes System ist, zu dessen Verständnis auch 20 Hochleistungsrechner und alle Professoren der Welt kaum einen entscheidenden Beitrag leisten können.
Allerdings: Im Herbst war ich auf dem Vortrag eines garantiert hoch intelligenten, naturwissenschaftlich sehr gebildeten und dennoch (ich schreibe das, weil es selten ist) ganzheitlich denkenden Menschen. Dr. Thomas Fischbacher, wenn der mal jemandem über den Weg läuft. Und er hatte auch eine Modellrechnung gemacht, nach der die jetzt ergriffenen „Maßnahmen“ gar nichts bringen; radikalere aber eben schon. Er hatte sogar den Mut, öffentlich zu sagen, dass wir mit den jetzigen „Reformplänen“ immer noch wild auf die Katastrophe zuheizen, Motto „Highway to hell“. Und sein Rezept dagegen? Alles etwas kleiner: eigener Garten, (wenn überhaupt) Mini-Auto, etc.
Wenn es in den bisherigen Überlegungen Fehler gibt, dann folgende: die Minimal-Kompromisse der Weltpolitik und die überproportionale Berücksichtigung von Interessen der Wirtschaft. Wer braucht eigentlich noch Autos, wenn das Land eines Tages unter Wasser steht?