Masse statt Klasse

1 08 2008

So könnte man die Zielsetzung bei einem 24-Stunden-Schwimmen, wie am Wochenende in Mainburg, boshaft umschreiben. Vom TSV ging keine Mannschaft zusammen und auch unsere in der Nachbarschaft ausgeheckten Siegambitionen wurden schon im Vorfeld beerdigt. Zu wenig Teilnehmer, da in anderen Bundesländern, wo wir Verstärkung angefordert hatten, schon Ferien sind. So bin ich kurzentschlossen der Mannschaft der „Lahmen Enten“ beigetreten. Eine Gruppierung, der unter anderen auch meine Frau und meine Ziehtochter angehören, sowie Freunde und Bekannte jeden Alters und Geschlechts, zwölf Leute insgesamt.
Für mich hat das den Vorteil, dass ich nicht so auf das Pensum schauen muss, sprich nur soviel schwimmen muss, wie ich Lust habe. Denn wie der Name der Mannschaft vermuten lässt, werden wir uns in der Endabrechnung eher um die letzten Plätze schlagen. Mal sehen, vielleicht toppe ich mein letztjähriges Ergebnis und schaffe erstmals den fünfstelligen Bereich an zurückgelegten Metern. Die Lust auf Schwimmen ist jedenfalls im Moment vorhanden.

„Aber was ist der Grund, die Saison jetzt schon zu beenden?“, hat mich Kathrin in einem Kommentar zum letzten Wettkampf gefragt. Da bin ich natürlich in mich gegangen und habe eigentlich keinen richtigen gefunden. Und so habe ich mich in das weltweite Netz begeben und bin gleich auf Regensburg gestoßen. Genau, der Triathlon, von dem ich (angeblich) behauptet habe, niemals mehr zu starten. Wegen des ekligen Wassers im Main-Donau-Kanal und der Radstrecke, die mir überhaupt nicht liegt. Aaaaaber, die bieten auch Staffeln an. Nach ein paar Telefonaten und persönlichen Gesprächen, war der eklige Teil an Manfred delegiert. Kurti war sowieso gleich Feuer und Flamme, weil er ebenfalls nicht als Einzelstarter in den dunkelbraunen Fluten untergehen wollte, aber andererseits seine Freundin auch am Start ist (in einer Staffel). So ist nun vorgesehen, das Kurti als begnadeter Radfahrer diesen Teil übernimmt und ich anschließend laufe.
Wenn ich mir allerdings meine Wettkampfergebnisse ansehe, kann es sein, dass wir da noch was ändern. Der Leistungsabfall wäre nämlich schon gewaltig, wenn ich an der Reihe bin. Manfred hat was von 23 Minuten erzählt, die er schon geschwommen sei in Regensburg. Und Kurti fährt einen 38er Schnitt, behaupte ich jetzt mal. Und dann komme ich mit meinen vielleicht 43 Minuten (wenn es gut geht) auf 10 Kilometer und versaue womöglich die Platzierung. Das wäre doch schade, oder? Denn bei 14 gemeldeten Staffeln kann es ja durchaus sein, dass wir überraschend relativ weit vorne sind.
Möglicherweise tauschen wir noch, das müssen wir noch besprechen. Wie dem auch sei, Hauptsache alle haben ihren Spaß an der Sache, so ganz bierernst sehen wir das nicht. Zudem sind noch einige andere Starter vom Verein dabei, es wird also sicher ein netter Wettkampf.
Doch jetzt heißt’s erst mal schwimmen, schwimmen, schwimmen.


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6 Antworten

1 08 2008
Hase

Das klingt nach sehr viel Schwimmen!

Mal eine blöde Frage von mir (aber das ist ja nichts Neues :mrgreen: ).
Bei so einem 24-Stunden-Schwimmen, gibt es da eigentlich grundsätzlich nur Staffeln? Oder gibt es tatsächlich so Masochisten, die sich das ganz alleine antun, wie einen 24-Stunden-Lauf? 8O

1 08 2008
Chris

10 Kilometer Schwimmen? Das klingt härter als jeder Ironman.
Für mich zumindest.

1 08 2008
michi

Das ist auch meine Frage, ob ein 24h-Schwimmen genauso zu verstehen ist, im Großen und Ganzen, wie ein 24-Lauf.
Auf jeden Fall viel Spaß für die lahmen Enten!

2 08 2008
Anja

„Lahme Enten“ find ich klasse – viehiel Spahaß!

2 08 2008
Helmut

23min in Reensburg ist natürlich ein Wort. Ich habe die Schwimmstrecke eher als langsam in Erinnerung. Letztes Jahr hatten dort nur zwei oder drei Schwimmer die üblichen Spitzenzeiten – und die waren eigentlich zu langsam. Es gab auf dem Hinweg leichte Strömung, das Gerangel am Anfang war bemerkenswert und der Ausstieg aus der Donau ist langsam weil gefährlich und rutschig – dann geht es erst zur Zeitmessung.

Aber Du warst ja selbst auch schon mal da …

2 08 2008
Uli

Man kann in den 24 Stunden soviel, oft und andauernd schwimmen wie man will. Entweder als Einzelstarter oder als Mitglied einer Mannschaft, in der die jeweils zurückgelegte Strecke einfach addiert wird.
Also keine Staffel, Hase ;-)

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