Um bei einem Triathlon das bestkögliche aus sich herauszuholen, sollte man sich zielgerichtet vorbereiten. Da stört natürlich alles, was nicht direkt der Leistung förderlich ist. Der Feind der Schwimmform zum Beispiel ist im Sommer, wenn das Hallenbad geschlossen hat, ganz klar das Sommerwetter. Speziell, wenn es sich einen Dreck um die Klimaerwärmung schert. Ich kann mich bei 15° C Außentemperatur einfach nicht dazu aufraffen, ins Freibad zu gehen.
Die Folge ist, dass ich nächsten Sonntag beim Triathlon mal wieder extrem gut vorbereitet in den Neoprenanzug steigen werde. Letztes Schwimmtraining war vor über zwei Wochen. Neben dem schlechten Wetter hat mich in der Zeit auch dieser boshafte Feind behindert.
Der heißt Herpes simplex und verursacht gelegentlich Entzündungen am Zahnfleisch. Dieses Mal recht heftig und da die Schmerzen auch auf das rechte Ohr ausstrahlten, verzichtete ich auf das Schwimmen. Zum Glück waren Laufen und Radfahren letzte Woche einigermaßen vernünftig zu machen.
Der Garten ist ein weiterer starker natürlicher Feind des Triathleten. Wer schon mal einen Tag lang Unkraut gejätet, Beete umgegraben, Rasen gemäht, Bäume und Büsche (um)gepflanzt hat, weiß wovon die Rede ist. Um am Sonntag top in Form zu sein, verordnete ich mir, oder besser meine Frau mir, ein kapitales Kraftprogramm. 2,9 Tonnen Natursteine wollten von vor der Garage in den hintersten Teil des Gartens bewegt werden. Dort entsteht derzeit eine kleine (?) Terrasse, auf der sich die Damen des Hauses ungestört von Nachbarblicken in der Sonne räkeln wollen. Der momentane Stand der Dinge sieht so aus:

Wie an der Schaufel eindeutig zu erkennen – alles Handarbeit! Nix Bodo Bagger. Heute werden rund drei Kubikmeter Kies angeliefert für den Unterbau der Terrasse. Natürlich vor die Garage, damit ich wieder etwas Bewegung habe. Schaufeln kräftigt außerdem die Rücken- und Bauchmuskulatur. Ich hoffe, der Muskelkater ist am Sonntag nicht allzu groß und in den Beinen noch soviel Kraft, dass ich die zehn Kilometer laufend überstehe.
Die weiteren Arbeiten sind dann nicht mehr so anstrengend, deshalb habe ich sie auch auf nach den Triathlon verschoben. Balken verlegen und Terrassendielen drauf schrauben und fertig ist das Sonnendeck. Womit wir wieder beim Feind Nummer eins wären. Ich würde dann nämlich schon um etwas Sonne bitten, damit der Aufwand nicht ganz umsonst war.
Wenn wir schon im Garten sind, kann ich gleich noch über den diesjährigen Hauptfeind berichten. Der liebt Tomaten, Gurken, Kürbisse, Sonnenblumen und eigentlich alles, was sonst noch so wächst und gedeiht. Vielmehr nicht mehr so richtig gedeiht.

Nun sollte man meinen, der Feind des Gartens ist der Freund des Triathleten. Aber man hat ja auch gewisse Ansprüche an die Ästhetik und Interesse an den Zuchterfolgen. Bei einer Invasion von einem Millionenheer kommt man somit nicht umhin, mit der chemischen Keule zuzuschlagen, in diesem Fall mit Schneckenkorn. Biologisch und dynamisch ist gut und schön, aber mit dieser Einstellung bleibt halt nichts mehr für den Menschen übrig. Die nächste Aufgabe (nach der Terrasse) wird nun ein Grenzzaun sein, ein Antischneckistischer Schutzwall sozusagen, der die beiden unbebauten Nachbargrundstücke schneckensicher von dem unseren abgrenzt. Denn dort ist die Hauptbrutstätte dieser Viecher, Schurkengrundstücke sozusagen.
Trotz der vielen Feinde, die meine Form bedrohen, bin ich zuversichtlich, dass es am Sonntag ein netter Wettkampf wird. Es soll heiß werden, was aber aufgrund der frühen Startzeit nicht allzu gravierend sein dürfte. Danach ist die Triathlonsaison beendet. Wie es dann sportlich weiter geht muss ich mir erst noch überlegen. Im Moment bin ich richtig heiß auf’s Radfahren. Vielleicht gibt es im August noch schönes Wetter.

Irgendwie schön, Dein Eintrag. Du hast also Deine Feindbilder visualisiert – auch ganz nett. Mein Feind ist Wärme, nicht die, die draußen herrscht ansich, nein, die, die das Wasser anwärmt, und Neoprenverbot heraufbeschwört… Na ja, ich werde ihn über`n Winter besiegen (hoffe ich) Ich wünsch Dir viel Erfolg am Wochenende, freu mich auf`n Bericht.
So viele Feinde und dann so nah am Haus. Tsss… Klasse geschrieben, hab mich gerade weg gekugelt.
Von dem Antischneckistischer Schutzwall hätte ich dann gerne ein Bild, ja?
Ansonsten viel Erfolg!
Soso, nur die Damen des Hauses wollen sich räkeln? Nagut, schon verstanden, zum Räkeln bleibt einem emsigen Triathleten halt nicht so viel Zeit.
Finde ich aber schön, das Bauvorhaben. Ich kann mir schon vorstellen, wie’s aussieht, wenn’s fertig ist. Und man kann gleich auf die Terrasse rutschen, das hat auch nicht jeder:-) Statt mit der Schubkarre kannst Du den Kies so doch wenig kräftezehrend tunterfahren lassen!
Viel Erfolg, bei allen Vorhaben der nächsten Zeit
Manu
äh, nicht tunterfahren natürlich, sonder herunterfahren, direkt aufs Sonnendeck!
Dann auf zum Duell am Sonntag. Spätestens auf dem Rad hab ich Dich
Trotz der vielen Feinde, die meine Form bedrohen, bin ich zuversichtlich, dass es am Sonntag ein netter Wettkampf wird.
Ich auch! Hau rein!!!
Ich hab mich ebenfalls gekugelt!
Im Moment bin ich richtig heiß auf’s Radfahren.
Ich auch!!
Cache hängengeblieben….
Charly ist gerade in Freiburg, um es mir zu holen. Wo er nur bleibt? Garantiert wieder an irgendsoeinem
blödenHeiß auf’s Radfahren ist angeblich die beste Voraussetzung auf eine Langdistanz
P.S. es heißt „für eine …“ nicht „auf eine …“ Schmerzmittel machen Gaga im Kopf.
Jo, diese Hallertauer Drecksschnecken können einen schon echt nerven – kein Wunder, dass Du da jetzt ein Bollwerk errichten musst.
Die Baupläne dazu würden mich dann ggf. interessieren, wir haben auch noch ca. 25 Meter Grenzlinie zur Schneckenbrutlocation (=angrenzendes Feld). Und bei uns haben sie einen nicht unerheblichen Teil der an sich unerheblichen Erdbeerernte weggefressen… wie soll ich mich denn da ausgewogen ernähren?
… hoffentlich fressen die Biester nicht auch Kaffee…
Du willst nach Deinem Triathlon echt noch weiter Radfahren? Wenn Pappa Greif das wüsste…. *gröhl*
Schöne Grüße
Lars
Dem habe ich schon gebeichtet. Und gleich noch den Trainingsplan gekündigt. War er gaaaanz doll traurig. Schreibe ich demnächst noch was dazu.
@Chris: Spätestens in der Wechselzone 1 hast Du mich, wetten? In Deinem Alter war ich auch immer so ungestüm
Nicht nur „der Weg ist das Ziel“, sondern auch „in der Ruhe liegt die Kraft“. In diesem Sinn – viel Erfolg am Sonntag.
Viel Erfolg morgen, Uli!
Ach und übrigens, Schnecken fressen gerne und viel Schokolade, also aufgepasst