Stunde der Wahrheit
6 05 2008Laufen war gestern, Triathlon ist heute. Dieser besteht aus Schwimmen, Laufen und Umziehen. Nein? Es fehlt eine Disziplin? Was war das nochmal? Ach ja, Radfahren, genau!
Na, dann trainieren wir das halt auch mal. Das Rennrad steht noch genauso versifft in der Garage, wie ich es letzten Sommer, genauer Frühsommer, abgestellt habe. Warum putzt das keiner? Von sonstiger Pflege ganz zu schweigen. Radschuhe und Helm sind dank meines phänomenalen Gedächtnisses auch fast gleich gefunden. Der Radcomputer zeigt sogar noch die Daten der letzten Ausfahrt an. Nach vier Kilometern gibt die Batterie allerdings dann den Geist auf, soviel schon mal vorweg.
Was fehlt noch? Luftpumpe, was zu trinken, Sonnenbrille, Survival-Pack bestehend aus Power-Gel, -Riegel, Handy, Notgroschen. Nicht zu vergessen der Forerunner. Kann man trotz des Namens auch beim Radeln benutzen.
Los geht’s. Nach 100 Metern Stopp. Die Bremse schleift an der Felge. Ist schnell behoben. Weiter kurz bergab und gleich wieder locker bergauf geradelt. Bergab, ein Stück eben und schon sind wir “Lungenberg”. So benannt nach der legendären “Radtour” mit der Ziehtochter, damals vielleicht 13 oder 14 Jahre alt. Sie bekam an diesem brutalen, 100 Meter langen 6-Prozentigen Anstieg auf einmal ein furchtbares Stechen in den Lungen. In der Folge heftige Tränen, Diskussionen, Fahr-Streik. Wer selbst pubertierende Mädels zuhause hat weiß, wovon ich schreibe.
Meine Lungen hatten kein Problem, zum Glück. Anschließend rasende Abfahrt und wieder Anstieg nach Ebrantshausen, der Perle der Hallertau. Unter der Autobahn durch und 12% runter und dann ganz lange mit fallender Tendenz. Nun war ich in Geisenfeld, hatte einen Schnitt von 30 km/h auf dem Forerunner und war zufrieden.
Die Beine fühlen sich noch leidlich gut an, also machen wir noch ein paar Hügelchen. Zuerst aber etwas, was ich ganz besonders hasse beim Radeln - drei Kilometer leicht ansteigend und dazu noch auf dem Radweg. Das senkt den Schnitt und man sieht erst im Höhenprofil warum. Aber auch das geht vorbei und ich lande in Rottenegg. Vorbei am Haus eines Arbeitskollegen meiner Frau. Keiner da, der mich auf ein Bierchen oder so hätte einladen können. Macht nichts, trinken wir halt die Plörre aus der Nuckelflasche.
Rechts ab Richtung Wolnzach. Anstieg, rasende Abfahrt nach Niederlauterbach. Natürlich überholt mich kurz vor dem Ortsschild ein Auto um dann ein paar hundert Meter weiter im Schrittempo um die einzige ernsthafte Kurve im Ort zu eiern. Wer bremst verliert - also zackig links vorbei und Problem gelöst. Weiter geht’s Richtung Wolnzach, bergauf natürlich. Und wieder runter, leider mit Bremsen am Fuß des Hügels, weil die Straße in eine andere einmündet. Jetzt nicht nach Wolnzach, sondern nach links Richtung Oberlauterbach. Hier wartet ein Hügel, den ein Schild mit protzigen 12% ausweist. Zusammen mit einer etwa 150°-Kehre echt beeindruckend. Der Forerunner zeigt kurz 10% an, sonst um die acht Prozent, was auch meinem Gefühl entspricht. Überhaupt ist nach etwa 400 Metern alles erledigt. Es läuft immer noch rund, nur nicht so zackig, wie ich das von früher gewöhnt bin.
Oberlauterbach liegt trotz des Namens im Tal, also wieder Abfahrt, Durchfahrt und nächster Anstieg. Meine Teststrecke sozusagen, weil es folgen nun zwei kurze Rampen, jeweils durch ein 12%-Schild angekündigt. Diesmal ist es aber wirklich die angegebene Steigung. Mich überrascht, dass ich nicht mal die beiden kleinsten Gänge benötige. Über Oberempfenbach geht es nun zurück nach Mainburg. Eine Highspeed-Strecke eigentlich, weil sechs Kilometer leicht abfallend. Heute ist das Vergnügen etwas getrübt, weil der Wind kräftig von vorn bläst. Trotzdem schaffe ich es noch, den Schnitt, der auf unter 28 km/h gefallen war, auf stattliche 28,3 zu heben. Da bleibt er auch, obwohl noch der heimatliche Berg zu überwinden ist.
Knapp 39 Kilometer sind es am Ende, als ich etwas wackelig vom Rad steige. Zufrieden, dass es für die erste Ausfahrt seit fast einem Jahr recht ordentlich war. Nach der Performance bin ich zuversichtlich, dass ich mich am Rothsee nicht allzu sehr blamieren werde. Nur die Treppe hätte ich nicht runtersteigen sollen. Da sind mir nämlich die Beine vor Schwäche fast weggeknickt. Aber das verdränge ich jetzt mal.
Schön langsam kriegt er das Muffensausen der Uli
28,3 km/h ist allerdings nicht schlecht für die ersten Kilometer im Jahr - klasse und Hut ab. Weil Du hinterher aber kaum noch gehen konntest gehe ich mal nicht davon aus, dass Du da eine GA1 Ausfahr abgeliefert hast. Wo war den der Puls und wieviel ist denn da noch drin auf den abschließenden 10km? Meine Phantasien werden wilder … “stick to your goals” sagt Coach Gordo … also langsam Helmut.
Anyway - so viel schneller bin ich auch nicht; vielleicht 30 oder 31 km/h - im GA1 Bereich *duckundwech*
peace Der Mentalkrieger
39 Kilometer?
Sehr schön, das können wir dann mal demnächst nach Deinem Rothseedingsda als lange LAUFeinheit für den Herbstmarathon (wo läufst Du den eigentlich????) einplanen :-)))
Spaß beiseite, sieht doch ganz gut für’n Triathlon aus. Immerhin den Lungenberg locker hochgeradelt… ein wirklicher Höllenhügel /*lach*/
Und: Gratulation zu Regensburg!
War leider doch wieder etwas zu warm, oder?
Aber auf den Fotos siehst Du ja noch ganz fit aus.
Fast könnte man glauben, Du hättest nur einen Trainingslauf gemacht *ebensoduckundwech*…
Schöne Grüße
Lars
Der Puls beim Berghochjagen würde mich auch mal interessieren.
Michi, Lauf- und Radbergniete, deren Rad auch niemand putzt
Der Helmut spricht sich Mut zu
Natürlich war das GA1 - Grandiose Ausfahrt Nr. 1
Im Anschluss wäre ohne Probleme noch ein Tempolauf möglich gewesen, nur halt nicht eine Treppe runter.
Habe ich schon mal erwähnt, dass ich ohne Pulsuhr unterwegs bin? Im Übrigen, zwei Tage nach einem Halbmarathon (in einer Zeit, die jenseits Deiner Vorstellungskraft liegt) fährst Du auch nicht 30 - 31 km/h. Aber lass Dich nicht stören beim Pfeifen im Walde - ich vernehme es mit großer Freude
@Lars: Ja, Regensburg war letztendlich dann doch nur GA1
Lauterbach und Fahrrad … die Kombination geht bei mir üüüüüberhaupt nie mehr
Und was dein Tempo angeht: das schaff’ ich auch …. bergab mit Rückenwind
Wobei du mit der Beinschwäche nach so ein paar Kilometerchen aber schon ein bisschen übertrieben hast, oder? Ich meine … du BIST doch Triathlet? … äh …
Wer bremst verliert
