Nur die Harten kommen in den Garten

30 03 2008

Eigentlich müsste es richtiger heißen: Nur die Harten kommen aus dem Garten. Was tun zwei mittelalte Herren, denen ein langer Lauf zu popelig ist? Sie buckeln am Vortag im Garten. Unkraut jäten, Blumen und Sträucher pflanzen, düngen, vertikutieren und so Zeugs. Rasen mähen kommt erst später.
Mit all dem kann man problemlos einen ganzen Samstag füllen und in der Folge beim langen Lauf am Sonntagmorgen lässt sich trefflich über Rückenschmerzen, schwere Beine und nicht vorhandenen Kreislauf jammern. Lars wollte sich heute einmal mein Revier ansehen, weshalb er pünktlich (trotz Uhrumstellung) um 7:30 Uhr vor meiner Haustür aufkreuzte. Die Außentemperatur bewegte sich am Gefrierpunkt, was er zum Anlass nahm, eine Wintermütze aufzusetzen, ohne weiter auf meine Verwunderung darüber einzugehen. Ich war der Streckenverantwortliche und so hatte ich einen Lauf zusammengestellt, der uns an die Grenze bringen sollte. Nicht die körperliche, nur an die zwischen Ober- und Niederbayern. Hügel, oder noch besser Berge, sollten enthalten sein war die einzige Vorgabe. Meine Erinnerung an den letzten gemeinsamen Lauf ist noch frisch. Das war ein einziges Auf und Ab (hier nachzulesen), ich nur halb fit und mit dabei waren zwei weitere Bergziegen. Heute sollte die Revanche sein, hehe.
Zunächst liefen wir nach Sandelzhausen, dem Nobel-Vorort von Mainburg. Hier eröffnete mir Lars, dass er bis vor zehn Jahren dort gewohnt habe. In der Folge war ihm die Streckenführung deshalb wohlbekannt. Die Bäume im Wald waren zwischenzeitlich gewachsen und eine Kapelle steht neuerdings am Wegesrand. Ansonsten hatte sich wohl nichts getan in seiner Abwesenheit. Wie vermutlich die vergangenen hundert Jahre zuvor auch schon. Der erste Berg war noch genauso steil und Unterhaltungstötend wie früher. Mit meinen vorgeschädigten Beinen kein Spaß und nicht zum letzten Mal jammerte ich meinem Laufkameraden vor, dass ich, wenn ich alleine unterwegs wäre, nun gehen würde.
In Oberbayern tut sich mehr. Hier gibt es neue Radwege, wo man früher auf schlecht asphaltierten Landstraßen vor wildgewordenen Sonntagsfahrern flüchten musste oder stillgelegte Bahntrassen der Natur überließ. Zudem ohne nennenswerte Steigungen. Die kamen erst wieder in Niederbayern, genauer in Steinbach. Rechtsschwenk, rauf den Berg, hinten wieder runter nach Unterempfenbach, Links-Rechts-Kombination, der nächste Anstieg. Langgezogen und am Ende steiler werdend. Unser Lauftempo hatte sich inzwischen stetig erhöht, nachdem die Beine wohl die Gartenmüdigkeit abgelegt hatten. Beide Faktoren führten zu einer längeren Gesprächspause, die auch in der Folge eingehalten wurde. Es ging zwar bergab, dafür wehte uns ein strammer Wind ins Gesicht, der heute scheinbar aus unterschiedlichen Richtungen kam, was nichts anderes bedeutet als grundsätzlich von vorn. Zudem hatten wir schon rund 18 Kilometer in den (wie schon errwähnt nicht so frischen) Beinen. Doch auch dieser Abschnitt endete irgendwann. Wir bogen in die Pampa ab und über den nun folgenden Berg, den letzten und die entschärfte Version, haben wir Stillschweigen vereinbart. Es gibt hierzu also nichts zu lesen, weder hier noch bei Lars’ Blog.
Noch ein paar Kurven und dann war’s das schon mit dem langen Lauf. Auf besonderen Wunsch meines Mitstreiters hier mal wieder das Höhenprofil:

Höhenprofil

Die Statistik dazu: 23,6 km, 2:02 Stunden, 190 Höhenmeter.
Nicht allzu hart und das war gut so. Schließlich wartete bei traumhaftem Frühlingswetter der Garten auf weitere Pflege.



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4 Antworten

30 03 2008
LocalZero

Vielleicht kann man den Unterschied zwischen Berg und Hügel daran festmachen, ob bereits zu Beginn der jeweiligen Steigung im gesamten Teilnehmerfeld schlagartig jegliche Unterhaltung verstummt. Dann waren das heute vier Berge, wobei ich den ersten am einfachsten fand. Was ja nun vom Höhenprofil her nicht unbedingt logisch ist. Aber was ist schon logisch, morgens um halb Acht in der schönen Hallertau…

Ansonsten war es ein höchst unterhaltsames Trainingsläufchen durch schöne Landschaften bei traumhaftem Wetter und kreativem Wind, hat richtig Spaß gemacht…

… und jetzt weiss ich auch, wo Ried liegt… nämlich nach dem 4. Berg! ;-)

Schöne Grüße &
Guten Start in die Woche!
Lars

31 03 2008
michi

Den Unterschied kann man aber nur dann festmachen, wenn das Teilnehmerfeld stimmt .. hihi. Meine Brücken haben übrigens auch so ein hübsches Höhenprofil, zeichnungstechnisch, nur die Höhenmeter müsste man weg x-en ;-)
Ansonsten stelle ich 3 Dinge fest: 1. vorherige Gartenarbeit macht die Beine beim Berglauf anscheinend nach einiger Zeit wieder munter 2. Lars wird in Bälde noch seine Mütze lieben, wenn es weiter so kalt und windig ist und wir werden vielleicht doch irgendwann noch ein Mützenfoto bekommen und 3. ich finde diese Berglauftourenberichte von und mit Euch geradezu genial. Solltet Ihr öfter machen ;-)

1 04 2008
Hase

Lars war pünktlich um 7.30 bei dir, trotz Uhrumstellung in der Nacht??!! 8O
Jetzt bin ich fertig :lol:
Das Höhenprofil sieht heavy aus.
Sieht nach mehr aus als 190 Höhenmetern.
Ich mein ja nur :mrgreen:

Gruß aus dem Allgäu ins Bayrische (ich hab wieder vergessen, ob du in Oberbayern oder in Niederbayern wohnst :oops: . Niederbayern ist es, glaube ich, oder?) von Hase

1 04 2008
LocalZero

Also wenn Uli schon mal zum Sommerzeitbegrüssungslauf einlädt und (für ihn eher ungewöhnlich) auch noch vier Berge in die Strecke einbaut, stehe ich natürlich auch mal locker am Sonntag um 6:15 (= Winterzeit 5:15, es war noch dunkel) auf um pünktlich vor Ort zu erscheinen :-) … Mit drei Bechern Kaffee intus geht das schon… irgendwie ;-)

Schöne Grüße
Lars

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