April, April!

20 03 2008

Weil ich ein ausgemachter Warmduscher bin, zieht es mich bei einem Sauwetter wie heute eigentlich überhaupt nicht ins Freie. Aber der Meister hatte eine „lange Treppe“ vorgegeben. Will heißen, 3000, 2500, 2000, 1500, 1000 m in jeweils 4:06er Tempo. Dazwischen Trabpause in jeweils gleicher Streckenlänge. Mir war das zu lange, mit Ein- und Auslaufen über 20 Kilometer, der spinnt wohl. Ich habe ja noch anderes zu tun. Also wurde der 3000er gestrichen, macht ohne die anschließende Trabpause ergo insgesamt rund 14 Kilometer. Das schafft man in 1¼ Stunden.
Startzeit pünktlich zur Mittagspause um 12:00 Uhr. Hätte zumindest so sein sollen. Aber gerade da war es zappenduster und dichtes Schneetreiben (waagrecht) ließ mich den Start verschieben. Eine halbe Stunde später wurde es wieder heller, nun konnte es also los gehen. Schnell noch den Forerunner von der Ladestation geschnappt, eingeschaltet und … was ist das? „Batterie schwach!“ Ach, Sch****, ohne Forerunner geht ja nun mal gar nichts. So ist das mittlerweile. Vor allem, weil ich das Training so schön eingespeichert hatte. Also noch mal eine halbe Stunde Startverschiebung und das Teil halbwegs aufgeladen.
Dafür strahlte um 13:00 Uhr die Sonne vom weißblauen bayerischen Himmel. Na, das ist doch was. Aber dem Frieden traute ich nicht so recht. Die erste Treppenstufe verlief planmäßig, wenn man davon absieht, dass der Forerunner nur zwei Kilometer vorgesehen hatte. Merke: beim Einprogrammieren immer schön „Zwei-Punkt-Fünf“ eintippen, nicht „Zwei-Komma-Fünf“. Die fehlenden 500 Meter absolvierte ich dann eben in der Trabpause, die dafür um diese Strecke verkürzt wurde. Man ist ja flexibel.
In dieser Trabpause begann es dann auch kleine Styroporkügelchen zu regnen. Im Allgäuerisch-Schwäbischen gibt es da den wunderschönen Ausdruck „Kitzabolla“. Das hört sich richtig nett an, war es aber nicht. Aber es könnte auch schlimmer kommen. Wenn es zum Beispiel „Krotta haglet“, schickt man keinen Hund vor die Tür. Höchstens Greif-Jünger.
Wie auch immer, in der Folge wechselten sich „Kitzabolla“, betttuchgroße Schneeflocken und Sonne ab. Nicht zu vergessen, die Ersteren waagrecht wegen des frischen Windes.
Allen Widerwärtigkeiten zum Trotz zog ich das Programm heldenhaft durch. Am Ende mit einem blinden Auge wegen Aquaplaning auf der Brille, aber jeden Tempoteil in 4:06 Minuten pro Kilometer. Nun schien wieder die Sonne als wäre nichts gewesen. Meine Nachbarin werkelte wie immer im Garten. „Noch so eine Verrückte!“, rief ich ihr zu. Im Nachhinein war es dann doch ganz lustig. Und es bleibt der Trost, dass manch einer noch schlechter dran ist. Helmut zum Beispiel fährt diese Woche viel Rad, oder besser gesagt, er wollte viel Rad fahren. Das macht bei diesem Aprilwetter deutlich weniger Spaß.

Ich wünsche den Lesern dieses Blogs ein frohes und gemütliches Osterfest. Und ab und zu ein paar Sonnenstrahlen zum Eier suchen.


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10 Antworten

20 03 2008
Heiko Oberleitner

Hey Uli, das steht mir wohl morgen bevor! Aber da muss man durch, oder? Sonst wäre es ja auch nur ein ganz normaler Lauf und der Blog wäre einsam :-)
Frohe Ostern,
Heiko

20 03 2008
LocalZero

Oha, Meister Uli war schon wieder auf der Bahn unterwegs, da werde ich morgen dort nachlegen müssen. Wahrscheinlich bei 20 cm Neuschnee… Spannend übrigens, wie Du Pappa Greif’s müheselig hocheskalierte Trainingsumfänge einfach so wegprogrammierst *lach*…

Schöne Feiertage & Grüße
Lars

PS: Was machst Du Montag? Zeit & Esprit für den 10 Km-Lauf in Scheßlitz?

21 03 2008
Hase

Höchstens Greif-Jünger? Und was ist mit den Vic-Jüngern, sind die etwa weniger hart? Ha!!

Ehrlich, um 12 Uhr mittags war es dunkel? Kurios.
Den Ausdruck Kitzabolla kannte ich noch gar nicht.
Aber das Wetter macht mir gerade auch zu schaffen. Ich will Frühling!!
Wobei ich bei all dem Sturm, der hier momentan herrscht, ja schon froh bin, dass es hier zumindest noch 7° hat und nicht schneit!! Bloß das nicht!

21 03 2008
Charly

Haha, geil geschrieben Uli :)
Das mit dem waagerechten Schnee, das ist fies. Haben wir heute auch. Ganz toll. Ich bin begeistert. Boah ist das ein Dreckswetter.

Kitzabolla kenn ich natürlich. Klingt süß, isses aber nicht.
Wenn es Kitzabolla runter haut, dann heisst das ja ‘es kitzabollalat’. Hihi.
Aber immer noch besser, als wenns Grotta haglat oder Mischtgabla.

Du bist ein Held, einfach so stur in den ekelhaften Wind zu laufen.
Klingt aber auch nicht nett, das Treppenprogramm mit über 20 km.
Gibts bei Vic nicht, der lässt die Läufer lieber überleben.

21 03 2008
Hase

Mischtgabla :-D
Ist was anderes als Mischtkrüppl, meinsch? :mrgreen:

21 03 2008
Charly

Ich weiß nicht, ob das so üblich ist, dass man Leute als Mischtkrüppel bezeichnet. Kenn ich sonst eigentlich nicht so :)

21 03 2008
Hase

Du bist aber ein ausgesprochen lieber Mischtkrüppel :-D
*mal wieder Ulis Blog zuspamm* :mrgreen:

21 03 2008
Uli

Du bist aber ein ausgesprochen lieber Mischtkrüppel
Wen meinst Du jetzt? Ihr habt ja einen eigenwilligen Umgangston. *amkopfkratz*

@Lars: 200 km Anreise für einen 10er? Nö, nö, ohne mich.

21 03 2008
Kerstin

Ich hatte aber auch Regen gestern und der war ganz schoen stark. Zum Glueck hat er erst angefangen, als ich mit dem Tempoteil gerade fertig war, denn auf einmal konnte ich gar nichts mehr sehen und meine Schuhe waren schwer vom Wasser.
Aber ich muss zugeben, mich hat der Regen mehr gekuehlt und war angenehm. Kitzabolla wollte ich auch nicht.
Ihr seid schon alle Helden, egal wessen Juenger ihr seid!

24 03 2008
michi

Ah, jetzt weiß ich auch, was Du meinst mit „Was-juckt-mich-mein-Trainingsplan-Läufer“ *lach* Aber die Tempoteile hast Du ja super getroffen. Wow!

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