Es war heiß! Zwar nicht so richtig wie man mit Blick auf das Thermometer feststellen konnte. Eigentlich eher angenehme 24° C im Schatten. Dumm nur, dass in Regensburg große Strecken in der Sonne gelaufen werden.
Für mich war am Start schon klar, dass es mit der Bestzeit wieder nichts werden würde, da ich weiß, dass ich bei Hitze deutlich langsamer laufe. Trotzdem sprintete ich erst mal zackig los, nur um nach vier oder fünf Kilometer festzustellen, dass das sehr gewagt war. Dann gings mir erst mal ziemlich schlecht und nur die Aussicht, nicht zum Auto zu finden, das irgendwo in Regensburg parkte, hielt mich davon ab, den Kram hinzuschmeißen.
Doch dann hatte ich mein Tempo gefunden. An jeder Verpflegungsstelle schüttete ich mir Wasser über und in den Kopf. So war ich zwar am Schluss patschnass aber ertrug die Hitze wenigstens einigermaßen. Wieder einmal bedauerte ich die Marathonläufer, die sich die trostlose Strecke durch ein Regensburger Gewerbegebiet antun mussten. Bei der Wende der Halbmarathonis liefen wir zusammen mit den anderen. So manche Gruselgestalt konnte ich da bewundern. Vor allem zwei sind mir im Gedächtnis geblieben, die auf der Halbmarathonstrecke unterwegs waren und hier im Rahmen der Europameisterschaft, die eine halbe Stunde vor uns gestartet wurde.
So nach drei vier Kilometern überholte ich eine alte Frau, gefühlt W95, die gebückt und in einem sehr langsamen Geh-/Laufstil dahintrottete. Ich weiß nicht, ob sie das Ziel erreichte. Ich finde es im allgemeinen ja toll, wenn alte Herrschaften an so einem Rennen teilnehmen. Aber bei dieser Frau hatte ich wirklich nicht das Gefühl, dass das eine gute Idee war. Ebenso wie bei einem Herrn, den ich gegen Ende des Laufes überholte. Dieser schob einen gewaltigen Bauch vor sich her über dem ein dunkelroter Kopf thronte. Im Ziel hörte ich noch, dass gerade der 105-kg-Mann einliefe. Das kann ich auch nicht so ganz nachvollziehen wie man seine Gesundheit so aufs Spiel setzt. Überhaupt heulten ab etwa 11.00 Uhr pausenlos die Sirenen der Krankenwagen. Hitze vertrage scheinbar nicht nur ich nicht gut.
Mein Fazit: Meine Endzeit war 1:40 irgendwas und das Unternehmen Bestzeit somit erneut grandios gescheitert. In mir ist die Erkenntnis gereift, dass ich von nun an Trainingsplan Trainingsplan sein lasse und nur noch nach meinem eigenen Dafürhalten trainieren werde. Ausnahmslos haben bisher alle Traingspläne im Training hervorragend funktioniert was Vorgabezeiten und Distanzen anbelangt. Nur im Wettkampf habe ich nichts davon bemerkt. Meine bisherigen Bestzeiten im Marathon, Halbmarathon, Triathlon habe ich gänzlich ohne Trainingsplan erreicht bzw. waren Abfallprodukte der Ironman-Vorbereitung.
Zudem habe ich nicht mehr den Biss früherer Zeiten, wohl eine Spätfolge der letztjährigen Roth-Aktion. Für Berlin habe ich mir nun einen entspannten Lauf vorgenommen, ohne feste Vorgabezeiten. Obwohl, schneller als Manu wollte ich schon sein

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