Am Puls der Zeit
Nachdem ich das ganze Jahr über ohne Pulsuhr gelaufen bin, hatte ich die letzten Einheiten wieder eine an. Nach meiner Regenerationspause mit anschließender langwieriger Erkältung wollte ich einfach wissen, ob mein Körpergefühl noch funktioniert.
Der heutige Lauf hat es wieder mal bewiesen – Laufen mit Pulser geht mir auf die Nerven. Gut, dass er am Anfang keine vernünftigen Werte anzeigt, wenn man den Brustgurt vor dem Loslaufen nicht anfeuchtet, das verstehe ich ja noch.
Je länger ich laufe umso dünner werde ich scheinbar. Das hat zur Folge, dass nach etwa einer halben Stunde der Brustgurt, der anfangs stramm am Körper anliegt, zu rutschen anfängt. Mit ihm rutscht natürlich auch der Puls nach unten, weil vermutlich die Signale vom Herzen schwächer werden. Also wird der Gurt mühsam, weil durch drei Kleidungsschichten verdeckt, nach oben geschoben. Das pusht den Puls dann gleich mit. Diese Prozedur durfte ich alle fünf Minuten wiederholen, wobei die Werte zwischen 135 und 170 schwankten – bei objektiv gleicher Geschwindigkeit und flacher Strecke.
Schätzungsweise war ich mit einem Duchschnittspuls von 155 unterwegs, so mein Gefühl. Die Uhr zeigte 157. Wenn man davon ausgeht, dass sich die Fehler gegenseitig aufheben, wird das sogar einigermaßen stimmen. Aber wozu brauche ich dann eine Pulsuhr? Eben!
Und darum werde ich wieder verstärkt ohne laufen.
Übrigens, es waren 9,1 km in 44:21 Minuten, ein den Umständen entsprechend recht zügiger Dauerlauf.
1.12.06 21:14 verlinken / 2 Kommentar(e) / kommentieren
Bei herrlichem Herbstwetter war heute die lange Einheit dran. Was im Moment 14,5 km bedeutet, in einem 5:40er Schnitt. Hat Spaß gemacht, auch wenn die Oberschenkelrückseiten bis hoch zum Allerwertesten doch recht heftig zogen. Ich muss mein Dehnprogramm regelmäßiger durchziehen!
Ansonsten hoffe ich noch auf eineinhalb trockene Wochen. Weniger aus sportlicher Sicht, mehr aus beruflicher. Weil dann steht bei zwei Baustellen der Rohbau und ich bin nicht mehr vom Wetter abhängig. Toi, toi, toi.
3.12.06 20:34 verlinken / kommentieren
Ismaning Part I – Preview
Am Sonntag wird es also ernst. Zum ersten Mal in meiner Karriere werde ich im Dezember einen Wettkampf bestreiten (wenn man mal von den paar uninspirierten Silvesterläufen absieht). Heute, zum Zweck des richtigen Lauftempos findens, bin ich einen Kilometer so gelaufen, wie ich mir das für Sonntag vorstellen könnte. Günter hat ja dankenswerterweise einen Normkilometer auf dem Radweg markiert. Der Blick auf die Uhr am Ende desselben überraschte mich dann doch etwas – 4:30 Minuten. Sollte doch eine Zeit deutlich unter einer Stunde für die 12,8 km möglich sein. Mal rechnen 13 x 4:30 = 58:30 – 2 x 27 = 54 = 57:30 + 6 = 57:36 (so rechne ich das während des Laufens). Das wäre natürlich super und käme schon fast in die Nähe von Helmuts Prophezeiung. Aber da ich doch etwas vorsichtiger bin, vor allem weil es halt doch 12,8 km sind, rechne ich lieber mit einer 4:40. Das heißt: 10 x 120 = 12 = 2 Minuten + 57:36 = 59:36 + 8 x 1 = 59:44, also immer noch deutlich unter einer Stunde!
Wie man unschwer erkennen kann, ist Kopfrechnen eine meiner Lieblingsbeschäftigungen während des Laufens. 4:30er Schnitt rechnen ist recht einfach, einfacher ist nur ein 5er Schnitt. Von da kann man relativ schnell 4:58 rechnen, der magische Schnitt für eine Marathonzeit unter 3:30 Stunden. Schwieriger wird es schon, wenn man unter 3:20 laufen will, also 4:44 Minuten/km. 4:15 für sub3 kein Problem (rechnerisch), 5:41 für sub 4 auch nicht.
Die höheren Weihen sind bei der Errechnung des Body-Mass-Indexes erreicht. Schon mal das Quadrat von 1,88 ausgerechnet? Oder die Höhe eines Dachstuhles mit 24° Dachneigung?
Am allereinfachsten ist der Quotient Preisgeld pro gelaufener Kilometer. Der ist bei mir immer 0!
8.12.06 20:43 verlinken / 1 Kommentar(e) / kommentieren
Winterlaufserie Ismaning – 1.Lauf
Bei sichtlich winterlichem Wetter durfte ich heute zusammen mit 1500 anderen meine Form überprüfen.
Um es kurz zu machen: unter einer Stunde wollte ich bleiben – heraus kam eine Zeit von 59:44 Minuten. Ziel also erreicht, es kann nun weitergehen mit dem Formaufbau. Allerdings muss ich noch dazu sagen, dass ich selbst eine 59:17 gestoppt habe, was also der Nettozeit entspricht. Und dann noch eine halbe Minute auf dem ersten Kilometer verloren wegen teilweisem Stop-and-go, ergibt sogar eine Zeit von unter 59 Minuten. Trotzdem ist mein Fazit von heute, dass die Kraft nur für neun bis zehn Kilometer reicht. Das heißt für die nächsten Wochen also verstärkt den langen Lauf zu trainieren.
Die Veranstalter waren wohl von dem Massenansturm etwas überrascht. So kam es zu einer Verspätung beim Start, Chaos auf den Parkplätzen und Gedränge auf den ersten vier Laufkilometern. Aber macht nichts, war trotzdem schön. Und es gab sogar noch ein schöne Funktions-T-Shirt, was will man mehr.
10.12.06 22:04 verlinken / 1 Kommentar(e) / kommentieren
Die Hoffnung stirbt zuletzt
Ich habe immer geglaubt, dass das ein allgemeingültiger Satz ist. Für Frederik gilt das in diesem Leben leider nicht mehr. Es gibt keine Hoffnung mehr für ihn. Und so haben die Eltern in Absprache mit der “Ethik-Kommission” des Krankenhauses die schwerste Entscheidung getroffen, die Eltern niemals wünschen treffen zu müssen. Seit gestern wird der Junge nur noch palliativ (so heißt das glaube ich) versorgt, also mit Schmerz- und Schlafmitteln und Sauerstoff. Alles andere wurde abgesetzt. Alle hoffen nun auf ein schnelles Ende und nicht auf einen tagelangen Todeskampf.
Bitte denkt an Frederik, auch wenn ihn keiner kennt. Er kann es brauchen und auch seine Familie. Danke.
12.12.06 17:36 verlinken / 1 Kommentar(e) / kommentieren
Berlin, Berlin, wir fahren nach Berlin!
Letzte Woche war recht stressig, weil zum einen meine beiden Baustellen sich in der kritischen Phase befinden und ich zum anderen wegen meiner Fortbildung zum Energieberater täglich nach München fahren durfte. Was zu dieser Jahreszeit immer ein besonderes Vergnügen ist. Zum Glück spielte wenigstens das Wetter mit.
Zum Laufen bin ich nicht gekommen. Erst am Samstag wieder und gestern zu einem lockeren längeren Lauf von 1½ Stunden Dauer. Es ging gut, der Puls hielt sich brav zurück und am Ende fühlte ich mich auch noch gut. Die nächsten langen Läufe werde ich nun also sukzessive in der Länge steigern. Nicht zuletzt motiviert durch mein neues Spielzeug, das mir das Christkind unter den Weihnachtsbaum legen wird.
Um die Motivation noch mehr zu steigern, habe ich mich am Freitag für den Berlin-Marathon angemeldet. Das wird nächstes Jahr mein Highlight und ich freue mich schon darauf. Nicht zuletzt, weil meine alte Mitkämpferin Manu auch starten wird. Da sie zu alter Stärke zurückgefunden hat (oder noch stärker ist???) bin ich schon gespannt, wer seine Bestzeit mehr unterbieten wird.
18.12.06 12:11 verlinken / 3 Kommentar(e) / kommentieren
Für Frederik
Wenn du bei Nacht den Himmel anschaust,
wird es dir sein,
als lachten alle Sterne,
weil ich auf einem von ihnen wohne,
weil ich auf einem von ihnen lache.
Und wenn du dich getröstet hast,
wirst du froh sein,
mich gekannt zu haben.
Du allein wirst Sterne haben,
die lachen können.
(Antoine de Saint-Exupéry, Der kleine Prinz)
Frederik ist gestern in den Armen seiner Mama friedlich eingeschlafen.
20.12.06 08:58 verlinken / 2 Kommentar(e) / kommentieren
Trauerkarten
Gestern war ich in einem einigermaßen gut sortierten Schreibwarengeschäft, um eine Trauerkarte zu kaufen. Eigentlich wollte ich etwas schlichtes mit einem schönen Motiv und vor allem ohne irgendwelche Texte. Die Auswahl war aber, wie der Name schon sagt, eher traurig. Auf ca. 70% der Karten prangte die Aufschrift “Aufrichtige Anteilnahme”. Kann man unaufrichtig Anteil nehmen? Gehen die in dem Laden davon aus, dass Trauer im Allgemeinen nur geheuchelt ist, oder warum muss man die Aufrichtigkeit so besonders betonen?
“Herzliches Beileid” war auch noch oft vertreten. Der Standardspruch, wenn einem absolut nichts einfällt.
Der absolute Favorit war aber: “Zum Verlust des Kindes ein herzliches Beileid”. Fehlt nur noch “… und ein dreifaches hipp, hipp, hurra!”
Wer kauft so einen Schrott eigentlich?
Ganz rechts unten, auf Kniehöhe, entdeckte ich dann doch noch eine brauchbare Karte mit schönem Motiv. Der Spruch stand auf einem Kärtchen, das an einer schwarzen Schnur befestigt war. Die konnte man entfernen und so hatte ich also doch noch Erfolg.
21.12.06 13:02 verlinken / 3 Kommentar(e) / kommentieren
Kein Mensch hätte in den letzten stressigen Wochen geglaubt, dass es auch dieses Jahr wieder Weihnachten wird. Aber definitiv ist morgen Heilig Abend.
Deshalb wünsche ich allen meinen Lesern friedliche und besinnliche Feiertage. Freut Euch an dem was ihr habt und seid lieb zueinander.
Und, haltet Euch beim Essen zurück, damit das neue Jahr nicht gleich mit einem sportlichen Desaster endet.
Weihnachtliche Grüße
Uli
23.12.06 11:11 verlinken / kommentieren
90 Meter!
Artig wie der Weihnachtsmann nun mal ist, hat er mir das gewünschte Spielzeug gebracht. Es heißt Forerunner 205 und geht langsam jedem im Hause auf den Wecker. Aufgrund von Weihnachts-Familienverpflichtungen bin ich nämlich nicht zum Laufen gekommen. Und so musste das gute Stück eben bei diversen Spaziergängen und Autofahrten getestet und anschließend ausgewertet werden. Fazit: funktioniert prima, nur die Höhenfunktion ziehe ich sehr in Zweifel.
Heute nun der erste Test beim Laufen, wofür der FR ja eigentlich gedacht ist. Auch hier ein kurzes Fazit: Distanzmessung erstklassig (überprüft auf Günters Referenzkilometer), Höhenmessung kann man vergessen, aktuelle Geschwindigkeitsmessung auch meistens, in der Auswertung stimmt diese aber wenigstens.
Das eigentliche Problem liegt aber in der Tatsache, dass meine meistgelaufene Strecke 90 Meter kürzer ist als angenommen. In Worten neunzig Meter!
Das erklärt natürlich sämtliche Einbrüche bei verschiedenen Wettkämpfen. Ich war immer zu langsam unterwegs im Training, habe mich überfordert, wenn es ernst wurde. Das wird nun alles anders, dank dem klobigen Dingens am Handgelenk. Wenn das mal keine gute Nachricht ist.
29.12.06 21:25 verlinken / 3 Kommentar(e) / kommentieren
Hicks
Der 31. Dezember ist ja prädestiniert für eine Jahresrückblick. Am Silvesterabend um 22.00 Uhr ist aber eigentlich nicht die übliche Zeit dafür. Da meine Nachbarn, die mit uns feiern wollten, von einem Virus heimgsucht wurden und somit verhindert sind, habe ich nun die Gelegenheit, in Sentimentalitäten zu schwelgen. Die Erdbeerbowle ist weitgehend von meiner Frau und mir bereits vernichtet worden, deshalb kann ich für die Qualität des geschriebenen allerdings nicht garantieren.
Nun denn, was gibts zu sagen? Sportlich war 2006 durchwachsen. Nach zwei Jahren Sportabstinenz habe ich den Einstieg wieder geschafft. Wettkampfmäßig war es deshalb ein auf und ab. Roth hätte nicht so sein müssen, wie es war. Aber es war auf jeden Fall eine wichtige Erfahrung, was ich leisten kann, auch wenn es nicht so dolle läuft.
Insgesamt stehen 98 km Schwimmen zu Buche, 2100 Radkilometer und 1370 km zu Fuß. Radeln bedeutet absolutes Minimum, Schwimmen Normalmaß und läuferisch war es das zweitbeste in meiner Sportkarriere.
Weil aber (Ausdauer)Sport mein Hobby ist, ist das alles nur zweitrangig. Wichtiger ist, dass es beruflich stark nach oben ging und ich optimistisch in die Zukunft blicken kann, soweit das als Freiberuflich tätiger möglich ist.
Am wichtigsten ist allerdings, das alle in meiner Familie gesund geblieben sind und wir miteinander glücklich sind. Das ist leider in unserem Bekannten- und Verwandtenkreis nicht überall der Fall gewesen.
Während Robbie Williams “Back for Good” singt und meine Sinne allmählich schwinden, danke ich Euch, meinen treuen Lesern eben für diese Treue. Ich wünsche allen ein gutes, gesundes und fröhliches neues Jahr. Tschakka!
31.12.06 21:55 verlinken / kommentieren

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