Aller Anfang ist schwer
Der eisige Morgen mit -2° C und Schnee auf der Terrasse hat mir meine Motivation zum Laufen schwer verhagelt. Wo sie doch gerade wieder zum Leben erwacht war. So wurde es nichts mit einem Lauf vor dem Schwimmtraining.
Im Nachhinein war es vielleicht gut so, weil es auch so anstrengend genug war. Wie eine Bleiente zog ich meine Bahnen. Am Schluss brachte ich den Arm gar nicht mehr richtig aus dem Wasser. Von einer halbwegs vernünftigen Technik war auch nicht mehr viel zu sehen. Von der Geschwindigkeit ganz zu schweigen.
Aber Erfahrungsgemäß gibt sich das beim Schwimmen relativ schnell wieder. Deshalb sehe ich das doch ziemlich gelassen. Und hoffe wieder auf vernünftige Temperaturen.
3.11.06 12:56 verlinken / 2 Kommentar(e) / kommentieren
Frederik
So heißt der vierjährige Sohn einer befreundeten Familie. Seit nunmehr sechs Wochen kämpft er auf der Intensivstation um sein Leben. Angefangen hat alles mit einer Erkältung, die über Nacht in das sogenannte Waterhouse-Friedrichsen-Syndrom mündete, eine Krankheit, die alle Alpträume in den Schatten stellt.
Morgen nun hat der kleine Kerl eine schwere Operation vor sich, der noch viele weitere folgen werden. Vielleicht denkt der eine oder andere Leser an ihn und schickt ihm etwas Kraft durch seine Gedanken. Ich glaube daran, dass das funktioniert.
Das alles beschäftigt uns sehr. Und macht uns deutlich, wie unwichtig die meisten Probleme sind, die einen vermeintlich plagen. Unsereins jammert, wenn er einen Ironman versaut hat oder irgendeine Marke über eine bestimmte Distanz nicht geknackt hat. Da denke ich mir mittlerweile: Was solls? Ulrich, freue Dich, dass Du das alles machen kannst. Das ist nämlich nicht so selbstverständlich.
9.11.06 08:43 verlinken / 4 Kommentar(e) / kommentieren
Eine mehrwöchige mehr oder weniger starke Erkältung in Verbindung mit üblem Wetter, chronischer Unlust und einem Haufen Arbeit hat dazu geführt, dass der Sport in dieser Zeit kaum eine Rolle gespielt hat. Die ganzen Faktoren waren heute endlich mal nicht mehr so ausgeprägt. So lief ich am Nachmittag entspannt in den Sonnenuntergang hinein. In einem lockeren 5:30er-Tempo, damit ich mich ja nicht überanstrengte, zockelte ich gute 9 km herunter. Jetzt bin ich angenehm schlapp und es zwickt vor allem nirgends. Hoffentlich kann ich das beibehalten.
Der erste Lauf zur Ismaninger Winterlaufserie steht ja bald an. Das wird sicher das langsamste Rennen in meiner Karriere. Wenn ich unter einer Stunde für die 12,8 km bleibe bin ich mehr als zufrieden.
Frederik hat die OP am Freitag “den Umständen entsprechend” gut überstanden. Leider wurde heute aufgrund einer massiven Infektion eine für später geplante neuerliche OP notwendig. Auch diese hat er “den Umständen entsprechend” gut überstanden. Was immer das heißt. Er wird auch die nächsten Tage und Wochen um sein Leben kämpfen müssen, soviel ist leider sicher. Wir denken jeden Tag an ihn und hoffen das Beste.
15.11.06 18:55 verlinken / 1 Kommentar(e) / kommentieren
LVF
Heute berichte ich über meinen Gedankengang während des Laufens. Ausgelöst durch das Grundnahrungsmittel der bayerischen Bauwirtschaft. Nein, nicht Bier, das war einmal. Leberkässemmel ist das Mittel der Wahl, um den kleinen Hunger zwischendurch zu stillen.
Wenn man selbige aber eine halbe Stunde vor dem Schnüren der Laufschuhe verdrückt, hat das nicht den gleichen Effekt wie vor dem Ausheben eines Fundamentgrabens zum Beispiel. Beim Laufen schaukelt die Leberkäsmasse unangenehm im Bauch umher, ein mehr oder weniger starkes Gefühl der Übelkeit trübt die Leistungsfähigkeit mehr oder weniger stark.
Hier kam ich auf die Idee, Lebensmittel mit einem Laufverträglichkeitsfaktor, kurz LVF, zu versehen.
Die Skala führt nach meiner Erfahrung bei meinem Debüt-Marathon Müsli mit Milch an. Der Horror sind auch Gurken, Paprika, Chili con Carne und mein absoluter Geheimtipp: Kässpatzen. Alles schon empirisch erprobt und als katastrophal getestet.
Meine Skala wäre jetzt als Vorschlag zur weiteren Erprobung:
Faktor 10 ist die unverträglichste Version. Würde heißen 10% auf die normale Laufzeit dazugerechnet. Also es ist nur noch ein Schnitt von 5:30 statt 5:00 Min/km möglich. Hier würde ich Gurken einordnen. Müsli wäre vielleicht sogar 10+, das wären dann die Sachen, die zu einem Wettkampfabbruch führen könnten. Kässpatzen würde ich auch 10+ bewerten. Aber wer isst sowas schon vor einem Wettkampf?
Chili hat einen LVF von 7 würde ich sagen. Ist unangenehm, aber nicht so Leistungsbeeinträchtigend wie Gurke. Auch Kaffee ist hier einzuordnen. Die Leistungseinbuße besteht hier im Wesentlichen im Zeitverlust für die Tätigkeit in den Büschen.
Faktor 0 für uneingeschränkt zu empfehlende Lebensmittel. Also Wasser in normalen Mengen, Apfelschorle, Cola, Powerbar, Banane usw.
Und wo liegt jetzt die Leberkässemmel? Ich war heute mit etwa 5:00 Minuten/Kilometer unterwegs. Gefühltes Renntempo. Laufen möchte ich aber 4:46, um die 12,8 km unter einer Stunde zu schaffen. Also fünf Prozent schneller. Also ganz klar, LKS hat LVF 5.
17.11.06 19:00 verlinken / 2 Kommentar(e) / kommentieren
Long Very Slow Distance
Eigentlich wollte ich ja einen langen Lauf hinter mich bringen. Aufgrund meines überragenden Trainingszustandes ging ich allerdings schon davon aus, dass eineinhalb Stunden völlig ausreichend wären. Bei herrlichem Herbstwetter und viel zu warm angezogen zog ich also los. Erstmals in diesem Jahr mit Pulsuhr bewaffnet. Als Zieldurchschnittspuls sollte so um die 140 herauskommen. Anfangs klappte das ganz gut bei einem normalen Tempo von 5:40 Min./km. Aber nach 5 km ging es nach oben, sowohl im Gelände als auch mit der Herzfrequenz. In der Topografie änderte sich das wieder, beim Puls nicht – mit Müh’ und Not konnte ich ihn unter 150 halten.
Nach etwa 10 Kilometern hatte ich wieder einen geeichten Kilometer erreicht. Oje, was ist denn das für eine Zeit? 6:20 Min/km, das kann nicht sein! Nächster Kilometer wieder gestoppt, gleiches Ergebnis. Ogottogott, das ist ja frustrierend. Kann die Form so schnell völlig in den Keller gehen?
Am Ende kamen nicht mal 14 km in 1:29 Stunden heraus. Als ob ich das Laufen völlig verlernt habe. Durchschnittspuls bei 144 bei nur 130 Höhenmetern. Hoffentlich hat es nur an der “Hitze”, der Tageszeit, der Erkältung der letzten Wochen, dem Mond, dem Karma gelegen. Und nächste Woche gehts bestimmt besser. Sicher!
19.11.06 21:18 verlinken / 1 Kommentar(e) / kommentieren
Jetzt hats den Kleinen wieder erwischt – saftiger Infekt mit Folge Antibiotikumeinnahme und einige andere Sachen und somit zwei Tage kein Kindergarten. Das heißt für mich, heute kein Schwimmen, und das Laufen will diese Woche gut getimed sein, weil die Ziehtochter auch akut schwächelt und die Arbeit ja auch nicht weniger wird. Hoffentlich erwischt es mich diesmal wenigstens nicht.
Meine Frau hält sich noch tapfer. Im Moment ist sie aber so mit Arbeit eingedeckt, dass sie da schon Schwierigkeiten hat, über die Runden zu kommen.
Fazit: Sport findet wieder mal nur (wenn überhaupt) nur auf “Schadensbegrenzungsniveau” statt.
20.11.06 21:23 verlinken / kommentieren
Im Dunkeln ist’s gut munkeln. Aber nicht gut Laufen. Zumindest, wenn man keine Lampe dabei hat. Und wenn die Autos auf der parallel verlaufenden Straße einen blenden, dann ist sogar Blindflug angesagt. Zum Glück war der Straßengraben nicht allzu tief, in dem ich mich gestern Abend wiederfand.
Kurz vor dem Wendepunkt kam mir ein Läufer mit Taschenlampe entgegen. Diese Chance ließ ich mir dann nicht entgehen und lief die übrige unbeleuchtete Strecke in seinem Schlepptau.
Insgesamt kamen acht zügige Kilometer zusammen. Der Schnitt von 5:08 war um eine Minute schneller als beim letzten Lauf bei gleichem Durchschnittspuls. Also hat es wahrscheinlich doch an der ausklingenden Erkältung gelegen. Auch gestern merkte ich es noch in den Bronchien. Das wurde aber mit zunehmender Laufdauer besser.
23.11.06 11:18 verlinken / kommentieren
Ein um zehn Schläge erhöhter Ruhepuls gepaart mit einer kaum vorhandenen Motivation aufgrund einer Kindbedingten unruhigen Nacht waren die Startbedingungen für den heutigen “langen” Lauf. Hätte ich mich nicht mit Günther verabredet, wäre wahrscheinlich nichts daraus geworden.
Günther als alter Postler mit Zugang zu einem Laufrad zum millimetergenauen Vermessen von Strecken, schlug vor, seine eben erst ermittelte Runde von genau 12,62 km zu laufen.
Gesagt, getan. Es wurde dann doch ein recht unterhaltsamer und kurzweiliger Lauf. Relativ bald gesellte sich noch ein angehender Triathlet, dessen Namen ich noch nicht kenne, zu uns. Das Tempo entsprach unserem fortgeschrittenen Alter. Dabei erklärte mir Günther, dass es sein Ziel wäre, in jeder Saison auf zehn Kilometer so schnell zu Laufen (in Minuten), wie er Jahre alt wäre. Nächstes Jahr wird er 45, also durchaus machbar, auch für ihn. Meine Bemerkung, dass er das aussitzen könne, um das Ziel zu erreichen, quittierte er nur mit einem Lachen.
Ansonsten jammerte er wie gewohnt über sein Gewicht und erzählte, dass er gestern vier Stunden Rad gefahren sei. In Ismaning will er auch mit laufen, aber nur wenn es keinen Schnee hat. Da geht er sonst nämlich (Apres-)Ski fahren.
Nach 1:15 Stunden waren wir wieder zu Hause. Mein Puls von 138 reichte für einen Kilometerschnitt von 5:50 Minuten. War also den Umständen entsprechend ganz okay. Mit der gestrigen Einheit komme ich diese Woche auf 31 km, was meinem angepeilten Soll entspricht.
26.11.06 14:07 verlinken / kommentieren

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