So kommentierte meine Frau die Nachricht von meinem höchst erfolgreichen Abschneiden beim Dingolfinger Halbmarathon. Zu Buche steht das zweite DNF in meiner Karriere, wenn man es negativ betrachtet. Positiv gesehen bin ich einen 10er gelaufen, wie viele andere beim gleichzeitig gewerteten Volkslauf auch.
Und das kam so:
Sonniges, warmes Wetter, etwas windig, aber gute Stimmung herrschte in Dingolfing. Vorab das Treffen mit Helmut, den ich nach Monatelangem E-Mail-Kontakt nun endlich auch mal live erleben durfte. Seine Nerven hatten sich inzwischen beruhigt und nun machte er mehr ein, sagen wir mal, nicht übermotivierten Eindruck. Vermutlich wirkte ich nicht wesentlich anders, denn richtig heiß auf den Wettkampf war ich nun wirklich nicht.
Pünktlich um drei war der Start und zunächst ging es darum, das Tempo zu finden. Das erste Kilometerschild verpasste ich, beim zweiten zeigte die Uhr 8:07. Das kann natürlich nicht sein, dann damit würde ich voll am Anschlag laufen, was aber definitiv bei Weitem nicht der Fall war. Der nächste Kilometer in 4:40, das passte schon eher. Jedoch, die Oberschenkel waren schwer und ich spürte, dass es heute nicht so locker laufen würde. Es folgten drei Kilometer in jeweils 4:29. Es kam mir recht langsam vor und es überraschte mich, dass es doch so schnell war. Die Temperaturen machten mir zu schaffen und die Lust, mich anzustrengen sank mehr und mehr. Der Zieldurchlauf nach der ersten Runde baute mich auch nicht auf. Kilometer sechs und sieben in 9:07, der nächste in 4:38. Spätestens hier hatte ich den Entschluss gefasst, nach es zwei Runden gut sein zu lassen. Meiner Frau hatte ich versprochen, mich heute nicht zu quälen, weil sie immer noch die Roth-Bilder von mir im Kopf hatte. Und noch zwei Runden locker durchzuziehen hatte ich schlicht keine Lust mehr. Es wäre zwar immer noch eine Zeit unter 1:40 geworden, also ganz ordentlich eigentlich, aber das war mir egal. Mein Selbstqualkontingent ist für dieses Jahr wohl ausgeschöpft, auch wenn es diesmal gar nicht soviel davon bedurft hätte.
Der Rest ist schnell erzählt. Bei Kilometer 10 war ich nach 44:38 Minuten, nach weiteren gut 500 m und 2:43 Minuten bog ich ins Ziel ab und setzte mich ziemlich emotionslos neben einen anderen „Halbmarathon“-Läufer, der mir in etwa das gleiche erzählte, was ich fühlte. Ein paar Minuten später kam Helmut ins „Ziel“, auch er konnte sich nicht durchringen, zwei weitere Runden zu laufen, fühlte sich ausgebrannt und freute sich auf das nun anstehende Saisonende.
Was haben wir daraus gelernt? Roth wirkt immer noch nach, wenn auch vor allem mental. Halbmarathon hätte nicht sein müssen, die zehn Kilometer hätten gereicht. Nächstes Jahr konzentriere ich mich auf eine Sportart, nämlich Laufen. Berlin-Marathon wäre ein Ziel, nicht in Hailes Zeit von gerade eben, eineinhalb Stunden langsamer wäre okay. Oder vielleicht die Uhr ganz zu Hause lassen? Die geht mir nämlich im Moment am meisten auf den Keks.

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