August 2006

31 08 2006

Chaostage
Es gibt Freunde, da freut man sich, wenn Sie einen besuchen. Und dann gibt es welche, da freut man sich, wenn sie zum Kaffe kommen. Aber nach drei Stunden ist man froh, wenn sie wieder gehen. Letzten Donnerstag erwarteten wir die Freundin meiner Frau samt Ehemann und zwei Kindern. Und alle miteinander gehören zweifellos zur zweiten Kategorie. In der Annahme, dass sie ja auf der Durchreise zu ihrem Italien-Urlaub seien und nur bei uns Zwischenstation machen würden, legte ich mir die Augen-zu-und-durch-Taktik zurecht. Kurz vor der Ankunft eröffnete mir die beste aller Ehefrauen allerdings, dass die Chaostruppe bis Sonntag bleiben würde. Ogottogott, mir fielen nur noch die Kinnladen runter.
Um mich besser zu verstehen, muss ich einen kurzen Abriss geben, was an dieser Famile so besonderes ist. Zunächst einmal sind sie sehr wohlhabend, weil die Dame des Hauses eine gut gehende Zahnarztpraxis besitzt. Zuhause haben sie eine Haushälterin, die sich um alles kümmert. Mit der Folge, dass, wenn sie auf sich allein gestellt sind, mit allem überfordert sind, was mit Haushalt, Kinderbetreuung, Einkaufen, Kofferpacken usw. zu tun hat.
Dann darf der “Hausherr” alles erledigen, weil er bis vor kurzem noch Student war und nun de facto Hausmann ist. Weil die Dame muss ja schwer arbeiten, das Geld verdienen und hat somit das Recht auf Ruhe. Die lässt sie sich auch dann nicht nehmen, wenn die knapp zweijährige Tochter sich anschickt, die Treppe runter zu stürzen oder was Kinder in dem Alter eben so tun. Da ruft Sie dann nur ihren Holden, damit er sich kümmert.
Der wiederum redet sehr gerne und vor allem laut. Ab und an stellt er eine Frage, die Antwort darauf interessiert ihn allerdings nicht. Hauptsache, gequatscht wird.
Organisation des Tagesablaufs? Fehlanzeige. Wenn ausgemacht wird, Abfahrt zu einer Unternehmung ist um 10.00 Uhr, dann wird es mindestens 10.45 Uhr. Kurz und gut – Chaos allenthalben.

Meine werte Gattin verabschiedete sich am Freitag ins Büro, das sie erst am Nachmittag wieder verließ. Trotz des Stresses den sie dort hat beneidete ich sie. Ich war mit der Chaostruppe alleine und somit beschäftigt, hinterher zu räumen, den Weg nach Starnberg zu erklären, die Kinder zu beschäftigen (mein Kleiner ist soviel Trubel noch nicht gewöhnt), was zu kochen, das dann aber keiner essen wollte, weil sie sich hauptsächlich von Obst ernähren. Ist gesünder, wie man ja weiß.
Irgendwann war ich mit den Nerven am Ende, nachdem die Vorbereitungen für den Besuch ja auch den Vortag schon in Anspruch genommen hatten. Die Truppe hatte sich nach Starnberg verabschiedet und es herrschte endlich Ruhe. Ruhe, ah, was für ein schönes Wort!
Es fand sich dann sogar Zeit für einen Lauf über 1 1/4 Stunden, weil meine Frau zwischenzeitlich zu Hause war und nun unseren Kleinen betreuen konnte. Was für ein Genuss.
Samstag war dann wesentlich einfacher, weil meine Frau da war. Während die Chaostruppe wieder nach Starnberg fuhr, war ich radeln, was auch ausnehmend vergnüglich war. Den Abend brachten wir gemeinsam auch noch hinter uns. Und heute Morgen sind die vier um 7.30 Uhr Richtung Italien entschwunden. Geplante Abfahrt war eigentlich um 5.30 Uhr, aber das muss man schon verstehen, so ein Stress schon am frühen Morgen, das ist nicht gut.

Wenn man das alles nicht so eng sieht, ist es aber doch eine nette Familie. Man kann jede Menge Spaß mit ihnen haben und der Freundin meiner Frau vertraue ich (fast) bedenkenlos mein Gebiss an. Und das will schon was heißen.

6.8.06 14:42 verlinken / 4 Kommentar(e) / kommentieren

Überaus gut vorbereitet gehe ich wieder in einen Wettkampf. Schwimmen war ich seit Roth nicht mehr, auch aufgund des überaus “sommerlichen” Wetters. Meine Radform könnte auch besser sein. Zwar bin ich auf der letzten Ausfahrt als “Brutalo-Fahrer” bezeichnet worden, weil ich mal ein paar Kilometer aufs Tempo gedrückt habe. Aber ob es für einen Wettkampf mit anspruchsvoller Strecke reicht? Wir werden sehen.
Einzig die Laufform ist akzeptabel, weil ich da doch einigermaßen konstant weiter trainiert habe.
Interessant ist der Triathlon in Regensburg für mich vor allem deswegen, weil einige aus meinem Verein dabei sind. Hans und Manfred werden wohl außerhalb meiner Reichweite sein. Christian auch aber in die andere Richtung. Bleibt noch das Duell mit Günter, meinem gelegentlichen Trainingskollegen. Beim Schwimmen sind wir etwa gleich stark, beim Radeln dürfte er auf der kurzen Strecke etwas besser sein. Ich muss also schauen, dass er mir da nicht mehr als allerhöchstens drei Minuten abnimmt. Das traue ich mir nämlich zu, ihm beim Laufen wieder draufzupacken. Vielleicht gibt es ja einen richtigen Zielsprint. Und da bin ich der Stärkere. Ganz sicher!

11.8.06 08:33 verlinken / kommentieren

Regensburg-Triathlon
Zum Abschluss der meiner Triathlonsaison startete ich heute bei der Kurzdistanz in Regensburg. So motiviert wie man nur sein kann, angesichts 7° C beim Aufstehen und des Regenwetters der letzten Woche. Aber immerhin strahlte heute die Sonne vom makellos blauen Himmel. Schwimmen fand – wieder einmal – im Main-Donau-Kanal statt. Nachdem der erste Kälteschock im offiziell 18° C kalten Wasser überwunden war, lief es recht gut. Meine Ambitionen waren nicht besonders groß, da ich in den letzten drei Monaten ganze drei Mal beim Schwimmen war, den Wettkampf in Roth eingerechnet. Insofern war es doch recht erstaunlich, dass nach 24:55 Minuten schon Schluss war. Trotz kurzer Pause, weil mir die Badekappe vom Kopf rutschte. Das eklige Wasser im Kanal scheint mir also zu liegen, wahrscheinlich aber auch, weil das Geradeausschwimmen hier kein Problem ist.
Der Wechsel zum Radeln ging schon mal schneller, hier ist wieder ein bisschen mehr Übung nötig.
Nun kam die von allen als heftig beschriebene Radstrecke dran. Ich hatte sie vorher noch nicht gesehen, insofern konnte ich nicht so recht einschätzen, wie es laufen würde. Als erstes ein paar Hundert Meter nach dem Wechsel ein knackiger 10%er von einem halben Kilometer Länge. Mit kalter Muskulatur nicht gerade ein Spaß und mein Tempo war dementsprechend nicht der Hit.
In der Folge ging es dann überwiegend bergauf. Allmählich kamen meine Oberschenkel auf Betriebstemperatur. Was aber auf die Geschwindigkeit kaum Auswirkungen hatte. Ich wusste, ab etwa der Hälfte wäre der Gipfel erreicht, dann würde es einfacher werden und der Schnitt hoffentlich jenseits der 30 km/h liegen.

Schade nur, dass nun ein böiger Wind aufkam, der aufgrund der Streckenführung von vorn kam. Trotzdem pendelte sich die Geschwindigkeit so zwischen 35 und 40 km/h ein, was sogar einen Konkurrenten dazu verführte, sich in meinem Windschatten breit zu machen. Zumindest so lange, bis ihn ein Kampfrichter zurück pfiff.
Letztendlich erreichte ich nach 1:12 Stunden die Wechselzone. Allerdings waren es auch nur 37 km.
Das Laufen begann ich dann mit nur sehr gemäßigtem Tempo, weil ich Seitenstechen hatte, eine Folge der niedrigen Temperaturen. Aber das ist mir bekannt und wurde auch erwartungsgemäß bald besser. Insgeheim hatte ich gehofft, dass mir mein Vereinskollege Günther nicht mehr als drei Minuten aufbrummen würde, die ich beim Laufen wett machen wollte. Aber leider kam er mir schon zwei Minuten vor dem Wendepunkt entgegen. Da war es dann vorbei mit der Motivation, das war nicht zu schaffen. Dachte ich zumindest. Und trabte locker und ein bisschen lustlos weiter. Auf der zweiten Runde keine Änderung. Bis zum Moment, an dem ich Günther wieder begegnete. Er sah nicht besonders gut aus und feuerte mich an, dass noch etwas gehe. Also brav das Tempo verschärft, am Wendepunkt gestoppt – oh, nur noch zwei Minuten Rückstand. Aber Günther ist ein Kämpfer, der in unserem Sport schon alles erlebt hat. So leicht gibt er sich nicht geschlagen. Im Ziel erzählte er mir, dass er noch ein bisschen Gas geben konnte. So reichte es nicht mehr ganz, ihn zu überholen. Meine Laufzeit von knapp unter 46 Minuten ist nicht so weltbewegend, da war ich schon vier Minuten schneller. Aber für ein “Kirmesrennen” nach dem Saisonhöhepunkt war die Gesamtzeit von 2:28 Stunden in Ordnung. Unter 2:30 wollte ich bleiben und Spaß haben. Beides habe ich geschafft. Und dass es mit der Motivation nicht so ganz geklappt hat? Das ist normal, denke ich. Ein Konkurrent hat mir nach dem Wettkampf auch bestätigt, dass bei ihm nach seinem Ironman die Luft raus sei.

Nachtrag nach dem Studium der Ergebnisliste:
1. Beim Schwimmen hat mir wohl jemand auf den Knopf für die Zwischenzeit meiner Uhr geschlagen. Die Gesamtzeit ist knapp zwei Minuten langsamer, was dann schon eher meinem derzeitigen Schwimm-Trainingszustand entspricht.
2. Gesamtrang 113 von 184, Altersklasse Platz 30 von 46.
3. Gesamtzeit 2:28:10, entspricht 31,8% über der Siegerzeit. Somit war das schon einer der schlechteren Wettkämpfe von mir. Gut ist zwischen 20 und 25%.

13.8.06 20:50 verlinken / kommentieren

“Ja, natürlich!” ist zur Zeit der Lieblingsspruch meines Sohnemanns. Den bringt er bei jeder passenden Gelegenheit an. Vor allem aber, wenn er Auto verkaufen spielt. Die kleinen Spielzeugautos liebt er nämlich über alles, kennt auch schon die gebräuchlichen Marken von VW und Audi über Opel bis hin zu Lamborghini. Und meine Frau arbeitet sich allmählich in Ihr zweites berufliches Standbein ein, Autoverkäuferin nämlich. Wobei das bei meinem Sohn relativ einfach ist, weil jedes Auto nur zwei Euro kostet. Und außerdem grundsätzlich erst dann Schluss ist, wenn alle verkauft und abtransportiert sind.
Trainingsmäßig sah es diese Woche eher ruhig aus, da ich nach dem Lauf am Dienstag und der sich anschließenden völligen Erschöpfung beschloss, noch etwas zu regenerieren. So bin ich erst gestern wieder geradelt. Dank der Radabteilung des TSV, der ich mich zum Training anschloss, kam mit einem Schnitt von 30,8 km/h die schnellste Einheit des Jahres zusammen, einschließlich der beiden Wettkämpfe in Roth und Regensburg. Aber es waren auch “nur” 65 km mit “nur” 240 Höhenmetern. Wie auch immer, Hauptsache wieder ein paar Kilometer in den Beinen.
Und nun werde ich mich vor allem auf den Halbmarathon in Dingolfing konzentrieren, zu dem ich mich zwar noch nicht angemeldet habe, der aber in meinem Kopf schon fest verankert ist. Deswegen folgt heute noch ein etwas längerer Lauf.
Ja, natürlich!

20.8.06 09:59 verlinken / kommentieren

Mit der sportlichen Motivation ist es im Moment nicht weit her bei mir. Nur die Aussicht, in fünf Wochen einen Halbmarathon zu laufen, bringt mich derzeit überhaupt auf die Beine. So schaffte ich es gestern immerhin, den “langen” Lauf nachzuholen, den ich am Sonntag ausfallen ließ, weil ich keine Lust hatte. Es ging recht gut und in einem 5:30er Tempo auch in einem vernünftigen Tempo. Nur mein Ischias zickt ziemlich herum und die Schmerzen im Zehenansatz des rechten Fußes waren zeitweise auch wieder recht heftig. Knapp 16 km konnte ich mir am Ende notieren. Und jetzt beginnt also das volle Programm mit Tempodauerlauf, Intervall, langem Lauf. Es sind ja noch fünf Wochen Zeit, das wird schon.

Heute wollte mein Sohnemann mit mir joggen. So drehten wir 73 Runden um den Küchentisch, was den Kleinen zur Bemerkung veranlasste, dass er der Joggermeister sei. Mit dabei waren seine geliebten Spielzeugautos, von denen jeweils zwei in der Hand getragen werden mussten und alle fünf Runden ausgetauscht wurden.
“Ich schmeiß sie jetzt alle raus!”, hat meine Frau kürzlich voller Verzweiflung ausgerufen, ob der Begeisterung des kleinen für die Autos. Ob Schumi auch mal so angefangen hat?

22.8.06 10:48 verlinken / 1 Kommentar(e) / kommentieren

Nun ist es also doch ernst geworden mit meinen Trainingsabsichten für den Halbmarathon in Dingolfing. Zu Testzwecken startete ich am Donnerstag Vormittag einen Tempodauerlauf über 7 km. Es war sehr schwül und, obwohl es “nur” 23° C hatte, für mein Empfinden sehr heiß. Immerhin war ich mit einem Schnitt von 4:31 Min/km recht flott unterwegs. Aber am Schluss doch sehr am Ende mit den Kräften. Komischerweise hatte ich aber erstmals seit Wochen keine schmerzenden Beine mehr.

Um mich seelisch auf den “Return of the Pack” vorzubereiten, kamen am Freitag Abend noch die 6x 1000 m an die Reihe. Seit dem heftigen Gewitter am Vortag hatte es deutlich abgekühlt und somit waren die Bedingungen optimal. Unsere Laufbahn wird gerade von einer Sandpiste auf Tartanbahn umgebaut, so dass ich auf den Radweg ausweichen musste. Dort sind Kilometermarkierungen angebracht, allerdings schon nach jeweils 980 m. Deshalb addiere ich zu jeder Zwischenzeit noch 5 Sekunden. Zwischen den Intervallen folgen 1000 bzw. 980 m Trabpause. Hier die einzelnen Zeiten inklusive 5 Sekunden für die fehlenden 20 m:
1. 4:05
2. 4:02
3. 4:10
4. 4:08
5. 4:10
6. 4:13

Die Laufstrecke ist nicht ganz eben. So geht es bei Teil 1 leicht bergab und dementsprechend (weil Wendepunkt nach Teil 3) auf Teil 6 leicht bergauf. Ebenso bei Teil 2 und 5. Insgesamt finde ich, relativ gleichmäßig und Mut machend für das weitere Training. Vor allem, weil ich am Ende zwar ausgepowered aber nicht völlig am Ende war. Gerade recht, um die zurückkehrenden Italienurlauber mit Gelassenheit zu ertragen. Heute sind sie schon wieder weg, alles easy also.

26.8.06 14:17 verlinken / kommentieren

Der lange Lauf gestern Abend war relativ locker. Dabei konnte ich ausgiebig über die Gestaltung der Geburtstagskarte für meine Frau nachdenken, die ab heute wieder ein Jahr älter ist als ich. Das Handwerkliche ging dann ziemlich schnell von der Hand. Und gefreut hat sie sich dann heute morgen auch sehr. Man sieht, Laufen ist zu vielem nützlich.
Der Lauf endete in einem Gewitter, so dass ich patschnass heimkam. Mein Sohnemann öffnete die Tür mit den Worten: “So ein Mistwetter! Das kann man laut sagen.” Dem ist nichts mehr hinzuzufügen.

28.8.06 09:00 verlinken / 1 Kommentar(e) / kommentieren


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