Zum Abschluss der meiner Triathlonsaison startete ich heute bei der Kurzdistanz in Regensburg. So motiviert wie man nur sein kann, angesichts 7° C beim Aufstehen und des Regenwetters der letzten Woche. Aber immerhin strahlte heute die Sonne vom makellos blauen Himmel. Schwimmen fand – wieder einmal – im Main-Donau-Kanal statt. Nachdem der erste Kälteschock im offiziell 18° C kalten Wasser überwunden war, lief es recht gut. Meine Ambitionen waren nicht besonders groß, da ich in den letzten drei Monaten ganze drei Mal beim Schwimmen war, den Wettkampf in Roth eingerechnet. Insofern war es doch recht erstaunlich, dass nach 24:55 Minuten schon Schluss war. Trotz kurzer Pause, weil mir die Badekappe vom Kopf rutschte. Das eklige Wasser im Kanal scheint mir also zu liegen, wahrscheinlich aber auch, weil das Geradeausschwimmen hier kein Problem ist.
Der Wechsel zum Radeln ging schon mal schneller, hier ist wieder ein bisschen mehr Übung nötig.
Nun kam die von allen als heftig beschriebene Radstrecke dran. Ich hatte sie vorher noch nicht gesehen, insofern konnte ich nicht so recht einschätzen, wie es laufen würde. Als erstes ein paar Hundert Meter nach dem Wechsel ein knackiger 10%er von einem halben Kilometer Länge. Mit kalter Muskulatur nicht gerade ein Spaß und mein Tempo war dementsprechend nicht der Hit.
In der Folge ging es dann überwiegend bergauf. Allmählich kamen meine Oberschenkel auf Betriebstemperatur. Was aber auf die Geschwindigkeit kaum Auswirkungen hatte. Ich wusste, ab etwa der Hälfte wäre der Gipfel erreicht, dann würde es einfacher werden und der Schnitt hoffentlich jenseits der 30 km/h liegen.
Schade nur, dass nun ein böiger Wind aufkam, der aufgrund der Streckenführung von vorn kam. Trotzdem pendelte sich die Geschwindigkeit so zwischen 35 und 40 km/h ein, was sogar einen Konkurrenten dazu verführte, sich in meinem Windschatten breit zu machen. Zumindest so lange, bis ihn ein Kampfrichter zurück pfiff.
Letztendlich erreichte ich nach 1:12 Stunden die Wechselzone. Allerdings waren es auch nur 37 km.
Das Laufen begann ich dann mit nur sehr gemäßigtem Tempo, weil ich Seitenstechen hatte, eine Folge der niedrigen Temperaturen. Aber das ist mir bekannt und wurde auch erwartungsgemäß bald besser. Insgeheim hatte ich gehofft, dass mir mein Vereinskollege Günther nicht mehr als drei Minuten aufbrummen würde, die ich beim Laufen wett machen wollte. Aber leider kam er mir schon zwei Minuten vor dem Wendepunkt entgegen. Da war es dann vorbei mit der Motivation, das war nicht zu schaffen. Dachte ich zumindest. Und trabte locker und ein bisschen lustlos weiter. Auf der zweiten Runde keine Änderung. Bis zum Moment, an dem ich Günther wieder begegnete. Er sah nicht besonders gut aus und feuerte mich an, dass noch etwas gehe. Also brav das Tempo verschärft, am Wendepunkt gestoppt – oh, nur noch zwei Minuten Rückstand. Aber Günther ist ein Kämpfer, der in unserem Sport schon alles erlebt hat. So leicht gibt er sich nicht geschlagen. Im Ziel erzählte er mir, dass er noch ein bisschen Gas geben konnte. So reichte es nicht mehr ganz, ihn zu überholen. Meine Laufzeit von knapp unter 46 Minuten ist nicht so weltbewegend, da war ich schon vier Minuten schneller. Aber für ein „Kirmesrennen“ nach dem Saisonhöhepunkt war die Gesamtzeit von 2:28 Stunden in Ordnung. Unter 2:30 wollte ich bleiben und Spaß haben. Beides habe ich geschafft. Und dass es mit der Motivation nicht so ganz geklappt hat? Das ist normal, denke ich. Ein Konkurrent hat mir nach dem Wettkampf auch bestätigt, dass bei ihm nach seinem Ironman die Luft raus sei.
Nachtrag nach dem Studium der Ergebnisliste:
1. Beim Schwimmen hat mir wohl jemand auf den Knopf für die Zwischenzeit meiner Uhr geschlagen. Die Gesamtzeit ist knapp zwei Minuten langsamer, was dann schon eher meinem derzeitigen Schwimm-Trainingszustand entspricht.
2. Gesamtrang 113 von 184, Altersklasse Platz 30 von 46.
3. Gesamtzeit 2:28:10, entspricht 31,8% über der Siegerzeit. Somit war das einer der schlechteren Wettkämpfe von mir. Gut ist zwischen 20 und 25%.

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