Juli 2006

31 07 2006

Es war ja doch recht kurzweilig mit der Bloggerei und jetzt ist das große Event schon da! So richtig kann ich es noch nicht glauben, dass es morgen los geht. Wie immer denke ich, dass das Training nicht so optimal war. Dieses Mal ganz besonders. Dennoch habe ich gar keinen Zweifel, dass es für’s finishen reicht, mein absolutes Minimalziel.
Gestern also schon mal Startunterlagen abgeholt und anschließend im Stadion ein spannendes Fußballspiel zusammen mit sicher über 1000 anderen Zuschauern angesehen. War eine super Stimmung und mit den Deutschen auch der richtige Sieger ;-) Aber irgendwie verlief es sich dann doch recht zügig zur Nudelparty, wo trotzdem Triathlon das beherrschende Thema war. Von der Organisation dieser Party können sich alle anderen Veranstalter eine oder mehrere Scheiben abschneiden. Obwohl die ganze Horde nach Schlusspfiff geballt ins Zelt strömte, gab es kaum Wartezeiten, drei verschiedene warme Nudeln, Kuchen, Salate, Joghurt, allerlei Getränke. Einfach perfekt. Mit Grauen denke ich an die letzte “Pastaparty” beim Berlin-Marathon zurück, wo man kalte und verkochte Nudeln mit Pampe in einem Pappteller gereicht bekam. Eine kleine Portion wohlgemerkt, die aber auch völlig ausreichte – mehr wollte keiner davon. Gestern jedoch war “all you can eat” angesagt.

Das Rad habe ich jetzt soweit fertig. Nur das Kabel vom Tacho ist mir abgerissen, das muss ich noch reparieren. Aber Startnummer ist dran, Trinksystem montiert, Werkzeug und Ersatzschläuche eingepackt und geputzt ist es auch.
Jetzt noch den Beutel für den zweiten Wechsel gepackt (Laufschuhe, Socken, Mütze und Sonnenbrille). Dann kann ich heute Nachmittag zur Radabgabe fahren. Danach ist noch Wettkampfbesprechung, so dass ich hoffentlich rechtzeitig zum Fußball wieder zu Hause bin.
Vorher muss ich aber noch den Beutel für den ersten Wechsel packen (Radschuhe, Brille, Startnummer, Gels, Trinkflasche). Außerdem den Beutel mit den Sachen, die ich zum Schwimmen brauche (Neopren, Bademütze, Schwimmbrille). Dann gibt es noch einen Beutel mit den Sachen, die ich am Start ablege (Alltagsbrille, Klamotten, Sonnencreme, Melkfett, Luftpumpe, Heftpflaster usw.) und den meine Frau dann ins Auto bringt. Dort liegt dann die Tasche mit den Sachen, die ich nach dem Wettkampf benötige (Duschen, Klamotten, Badelatschen – u. U. sehr wichtig). Sehr aufwändig alles und hoffentlich vergesse ich nichts.

Ach ja, gestern war ich noch kurz im Baggersee, um den Neopren zu testen. Funktioniert noch alles bestens, auch mit der Orientierung hatte ich keinerlei Probleme.
Heute noch ein sehr lockeres und kurzes Läufchen um die Spannung aufrecht zu halten. Und dann ist nur noch coooool bleiben angesagt.
Morgen früh um 4:15 Uhr werden meine Frau und ich los fahren und um 7:10 Uhr ist Start. Drückt mir die Daumen, dann kann nichts mehr schief gehen!

1.7.06 11:37 verlinken / 2 Kommentar(e) / kommentieren

Wandertag
Nachdem ich mich wieder einigermaßen aufrecht bewegen und auch wieder klar sehen kann, hier nun für alle Interessierten der mit Spannung erwartete Bericht vom Quelle Challenge 2006 in Roth.

Der Tag begann um 3:45 Uhr mit dem Wecken, da wir zu Hause geblieben waren und erst eine Stunde bis zum Schwimmstart anreisen mussten. Es lief wie am Schnürchen, so dass meine Frau und ich pünktlich um 5:30 Uhr in Heuberg am Main-Donau-Kanal einpassierten. Zunächst Fahrrad herrichten, das bereits am Vortag in der ersten Wechselzone abgegeben worden war. Reifen aufgepumpt, Luftpumpe befestigt, Wasserflasche ans Rad. Wasserflasche? Oh, nein, die stand zu Hause auf dem Küchentresen. Aber meine Frau hatte zum Glück noch eine dabei, die sie mir nun abtreten durfte.
Anschließend ging’s ins Zelt, um mir die Startnummer auf den Oberarm tätowieren äh, nein mit Edding schreiben zu lassen. Danach umziehen, dick Sonnencreme auf die freiliegenden Hautflächen, Neoprenanzug bis zur Hüfte hochgezogen, alles andere verpackt, Küsschen für die Frau und Tschüss, jetzt ging’s los.
Während des Wartens auf meinen Schwimmstart durfte ich noch die Profis bewundern, die bereits seit einiger Zeit unterwegs waren und nun im Kanal an uns vorbei schwammen.
Wie eine Herde Schafe zogen wir dann ins unserer Gruppe durch den engen Durchlass mit der Zeitkontrolle zur Treppe ins bräunlich schimmernde Wasser. Locker bis zur Startleine gekrault und schon ging es los. Bald hatte ich ein Wohlfühltempo gefunden, weil sich das Feld sehr schnell in die Länge zog. Nach ein paar Hundert Metern überholte ich schon den ersten aus der Startgruppe vor mir, erkennbar an der andersfarbigen Badekappe. Ab und zu gelang es mir, im Wasserschatten eines Schwimmers vor mir zu schwimmen. Aber meistens hielt ich mich doch ziemlich rechts, weil ich da den Abstand zum Ufer gut kontrollieren konnte.
Erster Wendepunkt nach knapp 1500 m – ein kurzer Blick auf die Uhr, 24:xx Minuten, hey, das läuft ja prima. Jetzt die gleiche Strecke zurück plus 500 m dazu bis zum zweiten Wendepunkt. Recht ereignislos das Ganze. Nur die Badekappen wurden zunehmend farbiger. Der Wendepunkt selbst war für mich als Blindfisch ein bisschen schwer zu erkennen, da er nur durch einen großen Luftballon markiert war. So schwamm ich auch von sehr weit außen an ihn heran, was dafür den Vorteil hatte, dass ich keine Prügel bezog. Auch hier ein kurzer Blick auf die Uhr – knapp unter einer Stunde, Mensch das gibt eine super Zeit!
Auf den letzten knapp 400 m wollte sich ein Krampf in mein linkes Bein einnisten. Zum Glück schaffte ich es, diesen wieder auszuschütteln. Dann war auch schon der Ausstieg. Zwischenzeit gestoppt, 1:07, Bestzeit – hurra!
Im Galopp zu den Wechselbeuteln, ab damit ins Zelt, Badekappe, Schwimmbrille und Neopren runter, Verpflegung ins Trikot gesteckt, Neopren in den Beutel gestopft, zum Fahrrad gelaufen, Brille auf, Helm auf, Schuhe an und ab geht’s. Wechselzeit 3:15 Minuten, nicht schlecht.
So, und jetzt? Erst mal ein passendes Tempo finden. Zum Glück geht es in Roth erst mal leicht bergab, was mir aber nicht ausreichte, um meine Beine auf Betriebstemperatur zu bringen. So waren die ersten Anstiege noch etwas schmerzhaft – ein Omen, was mir noch bevorstehen sollte?
Allmählich lief es dann aber besser. Ein leichter Ostwind, der mir bis Greding von vorne ins Gesicht blies, sorgte für etwas Abkühlung. In Greding dann der Kalvarienberg. Wie es Kalvarienberge so an sich haben, geht es auch hier länger bergauf. Ich ging kein Risiko ein und beherzigte den Rat meines Trainingskameraden Peter, immer einen Gang leichter zu fahren als es mir möglich war. Danach kam bald die Abfahrt nach Obermässing und dann mein persönliches “Hassstück” bis zur Verpflegungsstelle nach Karm. Aber, dank des Windes, der nun von hinten kam, war dieses Stelle sehr schnell erreicht. Nun eingeschwenkt auf die Strecke des Rothseetriathlons. An der Steigung vor Hilpoltstein wartete meine Familie auf mich und feuerte mich frenetisch an. 100 m weiter waren mehrere Vereinskollegen (beim Bierzelt, wo sonst?) und brüllten mir auch was hinterher.
Und dann das Highlight der Radstrecke, der Solarer Berg. Durch ein Zuschauerspalier von einem Meter Breite wollte ich locker hochradeln und die Atmosphäre genießen. Aber irgendwie fühlten sich meine Beine nicht mehr so frisch an. Meine Rückenprobleme waren zwar nicht so stark wie befürchtet, was aber nicht heißt, dass ich Beschwerdenfrei war, um es freundlich auszudrücken. Nun folgte ein Haken, um die Radrunde auf die erforderliche Länge zu bringen. Diesmal mit inzwischen heftiger gewordenem Gegenwind. Nach 2:38 Stunden hatte ich die erste Radrunde beendet, was einem Schnitt von 31,5 km/h entspricht. Zu schnell? Ich weiß nicht. Aufgrund der ziemlich dürftigen Vorbereitung befürchtete ich, dass die Power nur für 120 km reichen würde. Und so war es auch. Auf den langen 20 km bis zum Gredinger Berg wurde mir die Rechnung gereicht und ich musste feststellen, dass ich kein Geld dabei hatte, bildlich gesprochen. Der Wind blies nun kräftig von vorn, was mir wirklich die letzten Körner aus den Beinen zog. Trotzdem wollte ich mich nicht in den Windschatten eines anderen Sportlers hängen, so wie es nun viele taten.
Der Rest ist schnell erzählt. Nun half nur noch Tunnelblick. Gredinger Berg ging gerade noch so, weiter, immer weiter. Der Berg vor Hilpoltstein im Jogger-Tempo, Solarer Berg, inzwischen nur noch spärlich von Zuschauern besucht, schaffte ich auch noch gerade so. Die Anfeuerung durch meine Familie registrierte ich nur noch ganz weit im Hinterkopf. Die letzte Verpflegungsstelle hatten sie schon abgebaut, oder? Ist natürlich Quatsch, aber ich könnte schwören, dass sie nicht mehr da war. Ich weiß nicht wie oft ich gedacht habe, aufzuhören, den Kram hinzuschmeißen. Aber am Schluss siegte doch der Gedanke, wenigstens das Laufen noch zu versuchen.
Also erreichte ich tatsächlich noch die Wechselzone, völlig am Ende und mit der Aussicht, nun nur noch ein kleines Marathonläufchen vor mir zu haben. Verständlicherweise dauerte der Wechsel etwas länger als üblich, aber das Laufen ging dann gar nicht mal so schlecht. Der erste Kilometer war sogar viel zu schnell. Und auf dem zweiten bekam ich einen heftigen Krampf in der rechten Wade, der mich bis zum Schluss nicht mehr los lassen sollte, soviel vorweg. Also, dehnen, los laufen, Krampf, dehnen, los gehen, langsam ins Laufen kommen. So ging das fortan. Bis zum ersten Wendepunkt wollte ich es auf jeden Fall schaffen, weil da meine Familie wartete. Wenn das nicht der Fall gewesen wäre, hätte ich aufgehört, definitiv! Wahrscheinlich ;-) Nach einer endlos langen Zeit erreichte ich tatsächlich den Punkt. Meine Frau war entsetzt wegen meines Aussehens und macht sich fortan größte Sorgen. Noch immer war ich nicht sicher, ob ich das Ziel erreichen würde. 30 km im 8-Minuten-Schnitt bedeuten noch vier Stunden Quälerei. Dank der salzigen Kekse, die ich regelmäßig verdrückte, wurde es aber nach etwa 15 Kilometern etwas besser, so dass die gelaufenen Stücke wieder länger wurden und auch der Krampf sich nur noch unterschwellig bemerkbar machte.
Lände Roth, km 22 – zum zweiten Wendepunkt 9 km. Tue ich mir das noch an? 20 km mal 8 sind 160 Minuten, über 2½ Stunden. Jetzt kommt der Finisher-Gedanke. Ja, ich will heute ins Ziel. Endzeit völlig egal, die 12 Stunden sind längst passé, unter 13 müsste machbar sein.
Am zweiten Wendepunkt stand wieder meine Familie und ich beruhigte meine Frau. Zu dem Zeitpunkt war ich zwar sehr, sehr müde, aber es ging mir nicht so schlecht wie noch am ersten. Was sie auch an meinem Äußeren erkannte.
Und so lief und wandere ich allmählich zurück Richtung Lände. Mit der Erkenntnis, Walken hat auch was für sich. Dort angekommen war ich nun endgültig sicher, auch die letzten vier Kilometer bis zum Ziel zu schaffen. Zumal diese seltsamerweise viel kürzer waren als die vorangegangenen 38. So konnte ich den Schnitt von 8 km/Minute auf 6:30 verkürzen. 200 m vor dem Ziel überfiel mich ein letztes Mal ein Krampf, diesmal in beiden Waden gleichzeitig. Noch mal gedehnt und dann locker im Zielkanal ins Stadion. Dort warteten schon meine Lieben und reichten mir den Sohnemann. Mit dem bin ich dann nach 12 Stunden und 35 Minuten über die Ziellinie gelaufen.

Natürlich mache ich so was nie wieder. Wahrscheinlich. Obwohl? Wer weiß? Jedenfalls nicht mit so wenig Training. Weil Spaß gemacht hat es nur die ersten 3½ Stunden. Die restlichen 9 Stunden waren Quälerei, Kampf und Krampf.
Aber jetzt überwiegt doch der Stolz, doch noch gefinshed zu haben und soooo schlecht ist die Zeit ja auch nicht. Obwohl mir das nun wirklich völlig egal ist.

3.7.06 11:29 verlinken / 1 Kommentar(e) / kommentieren

Statistik
Weil gestern morgen die Waage 3½ kg weniger angezeigt hat als noch am Samstag, ging mir so durch den Kopf, was ich während des Wettkampfes alles zu mir genommen habe. Hier mal eine grobe Zusammenstellung, die teilweise auf einer Schätzung beruht.

ca. 5 Liter Wasser
ca. 2 Liter Cola
0,75 Liter Mineralgetränk
3 Powergel
1 Wurstbrot
2 Müsliriegel
ca. 20 salzige Kekse
3 Handvoll Studentenfutter
5 Stück Reiskuchen
3 Bananen
ein halber Apfel

Erstaunlich, dass bei so einem Durcheinander der Magen nicht rebelliert. Aber auch verständlich, dass einem nach dem Wettkampf der Sinn nach etwas deftigem steht. Die Fleischbrühe im Ziel war soooo köstlich.

4.7.06 12:26 verlinken / kommentieren

Aufgrund eines wichtigen Auftrags bin ich diese Woche leider nicht groß zum bloggen gekommen. Sportlich gibt es auch nicht viel zu berichten, weil sich da nichts getan hat. Ansonsten bin ich nun am Überlegen, wie es mit dem Blog weiter gehen soll. Eigentlich war es ja so gedacht, dass er nach dem Wettkampf in Roth wieder eingestellt wird. Aber ein paar treue Leser habe ich ja nun doch gefunden. Da wäre es doch schade, wenn die nun nichts mehr zu lesen hätten. Getreu dem Herberger-Motto: Nach dem Wettkampf ist vor dem Wettkampf! werde ich also erst mal die weiteren sportlichen Ziele definieren. Dann wird entschieden, wie und in welchem Ausmaß dieser Blog weiter geführt wird. Grundsätzlich aber gilt weiterhin: “Der Weg ist das Ziel.”

8.7.06 15:31 verlinken / 1 Kommentar(e) / kommentieren

Die Eiszeit ist zu Ende
Jeden Tag von Juni bis Anfang September spielt sich bei uns gegen 19:30 Uhr das gleiche Ritual ab. Man hört das Brummen eines näher kommenden Dieselmotors, gefolgt von einer nervtötenden Klingel. Woraufhin mein Sohnemann ekstatisch aufspringt und brüllt: “Der Eismann!”. Es hält ihn nichts mehr und er muss auf die Straße, wo sich die Kinderschar unserer Siedlung vor dem alten VW-Bus versammelt und Eis in mehr oder weniger großen Mengen ordert. Mein Kleiner bekommt dann auch eine Kugel, die er aber meistens nicht mal ganz auf isst. Für ihn ist das Event an sich wesentlich wichtiger.
Mittlerweile grenzt dieses Geschehen für uns Eltern an Psycho-Terror. Wenn die Zeit gekommen ist, versuchen wir inzwischen, den Sohnemann so gut es geht abzulenken. Was natürlich nie gelingt, weil die Glocke des EM, so lautet sein Codename inzwischen (oder einfach Gelato), zu durchdringend klingt.

Gestern nun war Fußball. Der Eismann ist Italiener. Da ist es verständlich, dass er da natürlich nicht seine Runden drehen kann, wo es doch um alles geht. Welch eine Wohltat. Ein Abend ohne hektisches Gesuche nach einem 50-Cent-Stück, ohne Gerenne, ohne hysterisches Geschrei des Kleinen.
Nach dem glücklichen Sieg der Azurri sind sie nun also Weltmeister. Da stellt sich die Frage, kommt der Eismann heute oder feiert er noch. Wie lange feiert er wohl? Kommt er überhaupt noch mal in die deutschen Niederungen? Vielleicht müssen wir unser Eis wieder ganz normal in der Eisdiele kaufen.
Was mir nicht unrecht wäre.

10.7.06 10:28 verlinken / 1 Kommentar(e) / kommentieren

Nach einer Woche Sportpause habe ich es wieder versucht. Zunächst mal mit Laufen. Am Mittwoch ein kurze Runde mit schweren Beinen. Gestern noch mal, diesmal etwas länger. Ich hätte nicht gedacht, dass der Wettkampf in Roth so an die Substanz gegangen ist. Die Beine waren nach wie vor schwer wie Blei. Obwohl ich mit einem 5:30er Schnitt unterwegs war, strengte es mich an wie ein Tempodauerlauf. Lag natürlich auch an der drückenden, schwülen Luft, die nach einem kurzen Gewitterregen ohne Abkühlung die Bewegungen schwer machten.
Trotzdem, nach meinen letzten Ironmännern war ich schneller wieder fitt. Aber da war ich ja auch eine Stunde weniger unterwegs und musst mich bei weitem nicht so schinden.
Also, Ruhe und Regeneration ist angesagt die nächste Zeit. Zumal mir meine Vereinskollegen beim Stammtisch bestätigt haben, dass ich im Ziel wohl wirklich sch**** ausgesehen habe. Meine Frau sagt, wie ein 80-jähriger. Wenn ich mit 80 einen Ironman in 12:30 finishe, soll’s mir aber recht sein.

15.7.06 09:45 verlinken / kommentieren

Nachdem ich es gestern beim Radfahren trotz aller Mühen wieder nicht geschafft habe, einen 30er Schnitt zu fahren, bin ich anschließend auf Ursachenforschung gegangen.
Zunächst ist es mal so, dass wohl die vergangenen zwei Radlosen Jahre der Hauptgrund dafür ist. Wie auch wohl für meine Schwierigkeiten in Roth. Aber das war mir dann etwas zu schwammig. Als Excel-Fan musste da etwas Handfesteres her.
Also, mal verglichen, Durchschnitt der Radeinheiten von 2006: Schnitt 26,61 km/h bei 604 Höhenmetern. Vergleichsjahr 2002: Schnitt 27,07 km/h bei 397 Höhenmetern. Aha, das gibt doch schon mal was her. Ich fahre dieses Jahr scheinbar in hügeligerem Terrain. Und der Schnitt ist gar nicht mal so viel schlechter.
Da kam mir die Idee, dass man doch die erbrachte Leistung einer Fahrt berechnen können müsste. So habe ich im Internet etwas recherchiert und bin hier fündig geworden. Anschließend diese Formel in mein Excel-Sporttagebuch eingearbeitet, um mal zu sehen, was ich annähernd für eine Leistung erbringe. In Roth waren es durchschnittlich 104 Watt, was ja nicht gerade berauschend ist. Allerdings über mehr als 6 Stunden und bergab ging’s ja auch ab und zu.
Beeindruckender wird es, wenn ich meine Bestzeit für meinen Bergsprint vor meiner Haustür her nehme. 400 m mit 22 Höhenmetern in 57 Sekunden ergibt schon erstaunliche rund 400 Watt oder 5,0 W/kg. Zum Vergleich: Marco Pantanis Rekordwert liegt bei 6,2 W/kg. Allerdings hat er die über 37 Minuten durchgehalten.
Und was sagt uns das? Ich sollte maximal Triathlon über die Distanzen 0,05/0,4/0,01 km machen? Nein, es ist eine Spielerei und vielleicht noch die Möglichkeit, zwei verschiedene Trainings/Wettkämpfe miteinander zu vergleichen. Aber dass mein letzter nicht das Gelbe vom Ei war, hätte ich auch so bemerkt.
Was mir noch nicht so ganz klar ist, wie berechnet man die Leistung, wenn man in flachem Gelände fährt, bei Windstärke 8, mit einem 40er Schnitt. Nach obiger Formel bringt man da nämlich kaum eine Leistung. Hm, hätte ich wohl in Physik besser aufpassen müssen. Aber ich recherchiere weiter!

Noch ein Nachtrag: Bei www.kreuzotter.de kann man sich das hervorragend ausrechnen lassen. Demnach waren es nicht rund 400 Watt sondern genau 479! Nur mal so nebenbei

17.7.06 18:00 verlinken / kommentieren

Gestern war die fünfte Sitzung, eigentlich bin ich ja gelegen, bei der Krankengymnastin. Auf meinen Wunsch hin massierte sie die schmerzende Stelle meines Rückens. Zunächst immer schön außen herum. Ich fragte sie, warum sie das täte. Weil es nicht so schmerzhaft sei, antwortete sie. Effektiver sei natürlich, die schmerzende Stelle direkt zu behandeln, führte sie auf meine Nachfrage weiter aus. Also bat ich sie, auch mal direkt den Schmerzpunkt zu kneten. Was sie dann ausführlich tat mit der Bitte, es zu sagen, wenn es zu schmerzhaft wäre.
Als gestählter Triathlet ließ ich mir natürlich nichts anmerken. Allerdings verkniff ich mir auch so Sadomaso-Bemerkungen wie:”Ja, gibs mir! Quäl mich!”. Eigentlich war es ganz angenehm. Zumindest bis zu dem Augenblick, wo die Dame scheinbar bemerkte, dass es zu angenehm wurde und ich am einnicken war. Ein bisschen kräftigeren Druck und schon schoss mir der Schmerz bis runter in die Waden. Und heute habe ich genau da einen Muskelkater. Das gibt mir schon zu denken. Außerdem fühlt sich die Stelle am Rücken so an, als ob da ein fetter blauer Fleck wäre.
Trotzdem werde ich bei meinem nächsten, letzten Besuch wieder um eine Massage bitten. Oh, ja, her mit den Schmerzen!

19.7.06 09:03 verlinken / kommentieren

Es ist ja so, dass ich angesichts der Dopingaffäre im Radsport lauthals verkündet habe, die Tour de France interessiert mich nicht mehr. Sind eh alle gedopt. Und wer gewonnen hat weiß man erst ein paar Wochen später, wenn alle Hotelzimmer und Arztpraxen durchsucht sind. Ich jedenfalls werde mir keine Etappe im Fernsehen anschauen. Definitiv nein.
Nun war gestern zufällig die Wäsche getrocknet und musste zusammengelegt werden. Es war kurz vor fünf und die Wäschespinne stand direkt vor dem Fernseher. Nur mal gucken, wie es so steht. Ah ja, letzter Anstieg. Es wird gerade das Profil erläutert. Steigungsspitzen von 15, 18, 21%. Antritt von Sastre. Pereiro und Klöden gehen mit. Und Landis? Leidet wie ein Hund. Er hat mein volles Mitgefühl. Frage des Reporters Wattekopf: “Was mag ihm jetzt wohl durch den Kopf gehen?” Der Mann ist sicher noch nie Radrennen gefahren, sonst würde er eine solche Frage nicht vor einem Millionpublikum stellen. Vermutlich hört sich das in Landis’ Kopf so an: “Treten – treten – treten!” oder “Links – rechts – links -rechts!”. Auf Englisch natürlich. Denken wird er sicherlich nicht und auch sonst nicht mehr viel von der Welt mitbekommen.
Letztendlich war es dann doch spannend und ich habe wieder, sagen wir, interessiert vor der Glotze gesessen. Aber ab jetzt schaue ich nicht mehr zu! Versprochen!

Wann war noch mal das Zeitfahren?

20.7.06 08:45 verlinken / 2 Kommentar(e) / kommentieren

RTF (Radtourenfahrt) in Landshut war heute das Objekt meiner Begierde. Aufgrund der Hochsaison im Triathlon mit Wettkämpfen aller Art am gleichen Tag, fand sich kein Mitstreiter. So war ich allein unterwegs. Wirklich allein, zumindest die meiste Zeit. Irgendwie verstehe ich die “Nur”-Rennradler nicht. Als ich um acht Uhr an der Anmeldung war, waren alle schon weg. Bis zur ersten Kontrollstelle traf ich dann kaum jemanden, bis auf ein paar, die ich überholte. An der Kontroll- und Verpflegungsstelle selbst dann großes Hallo. Dutzende von mehr oder weniger gestählten Sportlern stärkten sich am Kernkraftwerk Niederaichbach am vom E.ON üppig gesponsorten Buffet.
Dann weiter zur nächsten Kontrollstelle. Das gleich Spiel, kaum Leute unterwegs. Zu allem Übel übersah ich auch noch einen Wegweiser, so dass ich die Strecke abkürzte und mich erst an der dritten Verpflegung wieder auf dem richtigen Kurs befand. Aber auch hier wieder jede Menge Radler, die sich auf Wurstsemmeln, Kuchen und Getränke stürzten.
Den Rest meiner ursprünglich geplanten 115 km fuhr ich wieder allein. Kann es sein, dass die im Radfahrverein organisierten Radler sich mit dem Auto von Verpflegungsstelle zu Verpflegungsstelle fahren lassen, dort ihre Räder zur Schau stellen und sich ansonsten den Bauch voll schlagen? Ich hoffe nicht, denn das wäre ein Skandal, der jeden Dopingskandal in den Schatten stellen würde.
Was mich betrifft, durch die Abkürzung waren es nur 95 km mit einem Schnitt von 28,97 km/h bei 670 Höhenmetern. Also sehr okay, wobei ich froh war, nicht noch länger fahren zu müssen.

23.7.06 19:54 verlinken / 2 Kommentar(e) / kommentieren

Das hier ist ein sehr schöner Link. Man kann den Kalorienverbrauch von verschiedenen Tätigkeiten berechnen lassen.
Ich habe mal eingegeben, was ich in Roth so verbraucht habe und bin auf ca. 9.500 kcal gekommen. Nun ist es natürlich interessant zu wissen, was man statt dessen tun muss, um genauso viel zu verbrauchen.
Zum Beispiel:
- 1 Stunde Rasen mähen, anschließend 2 Stunden Bäume und Sträucher von Hand schneiden. Macht zusammen rund 1.100 kcal. Mehr gibt der Garten nicht her. Also noch 22 Stunden und 13 Minuten mit dem Spaten im Garten arbeiten. Ist also keine Alternative
- 63 Stunden Auto fahren
- 126 Stunden auf der Toilette sitzen oder ebenso lange fernsehen. Wenn ich also einen Fernseher im WC installiere, dauert dann die Sitzung nur 63 Stunden ?
- 84 Stunden leichte Büroarbeit. Was ist schwere Büroarbeit?
- 84 Stunden Sex aktiv. Das verbraucht soviel wie leichte Büroarbeit? Wer hat denn das ausgerechnet? Wie sieht das dann mit Bürosex aus?
- Alternative oder Ergänzung zu vorigem wäre noch baden in der Badewanne. Ebenfalls 84 Stunden.

Interessant nicht?
Aber macht Sex nach drei Tagen Dauerbegattung noch Spaß? Auto fahren überlebt man am dritten Tag nur noch durch massives Doping. Und wer will schon 126 Stunden fernsehen, bei dem was uns da geboten wird. Jetzt wo WM und TdF vorbei ist. Da mache ich doch lieber eine Langdistanz, da ist die Schinderei vergleichsweise schnell beendet.

25.7.06 08:37 verlinken / kommentieren

“Es ist ja so, dass ich angesichts der Dopingaffäre im Radsport lauthals verkündet habe, die Tour de France interessiert mich nicht mehr. Sind eh alle gedopt. Und wer gewonnen hat weiß man erst ein paar Wochen später, wenn alle Hotelzimmer und Arztpraxen durchsucht sind.”
Das habe ich am 20. Juli geschrieben. Heute ist der 27. und die TdF knapp eine Woche vorbei. Sieger ist derzeit wohl Oscar Pereiro, nachdem soeben vermeldet wird, dass Floyd Landis gedopt war. Nachgewiesen in A- und B-Probe.
Nach Jürgen Zäck, der ja völlig unschuldig ist, natürlich, der nächste Doping-Hammer diese Woche. Sind die eigentlich alle bescheuert?
Hoffentlich wird dieser Sumpf jetzt endlich trockengelegt, sowohl im Radsport als auch im Triathlon. Weil allmählich kotzt mich das schon gewaltig an. Und das nicht nur, weil ich diese “Stars” mit meinen hohen Startgebühren mitfinanziere (im Triathlon zumindest).
Also, mein Aufruf, back to the roots! Besucht mehr Wald- und Wiesentriathlons. Feuert Eure Freunde an oder die lokalen Größen, die außer einen Pokal nichts gewinnen können. Und vor allem – bleibt sauber!

Ich für meinen Teil bin heute in der Mittagshitze knapp 60 km geradelt. Das ist der Vorteil eines Freiberuflers, heute Abend soll es nämlich gewittern.

27.7.06 16:45 verlinken / kommentieren

Weil ich mich für den Triathlon in Regensburg angemeldet habe, bin ich nun sozusagen im Trainingszugzwang. Vier Wochen lang ist diesbezüglich nicht viel passiert. Und das habe ich auch gemerkt. Letzten Freitag ein flotterer Lauf. Sollte es zumindest werden. Am Ende ist nicht viel mehr dabei herausgekommen als ein 5-Minuten-Schnitt.
Gestern dann ein “langer” Lauf, will heißen 1,5 Stunden. Was für einen noch geplanten Halbmarathon im Herbst auch ausreichend ist. Aber beim Loslaufen waren die Beine schwer, sehr schwer. Und das lag nicht nur an der Morgenstund, die bei mir nicht immer Gold im Mund hat. Zwischenzeit nach 1 km: 6:01 Minuten! So langsam war ich im Training glaube ich noch nie. Subjektiv hatte ich das Gefühl bei 5:20 zu liegen. Es besserte sich zwar dann nach und nach, aber schneller als 5:30 wurde es nie. Ist zwar okay, aber nicht, wenn es einem so anstrengend vorkommt. Kann es sein, dass meine Form in vier Wochen so flöten gegangen ist?
Noch etwas ist mir gestern klar geworden. Meine Marathon-Ambitionen sind derzeit unter Null. Das lange Training würde mich so anöden. So wird mein 10.-Marathon-Jubiläum wohl noch etwas auf sich warten lassen müssen.

31.7.06 08:40 verlinken / kommentieren


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