So stand auf der Homepage des Veranstalters zu lesen. Und so ging ich das Unternehmen Halbmarathon beim Frühjahrslauf in Freising zunächst wohlgemut an. Daran konnte auch die Aussage eines Mitläufers gestern nichts ändern, der die Strecke besichtigt hatte und von Eis und Schnee berichtete.
Das Wetter hielt sich tatsächlich an den Namen des Laufes. Die Sonne strahlte bei schon von fast ungewohnten 8° C vom Himmel. Nach dem obligatorischen Gruppenfoto unserer zahlenmäßig relativ starken Mannschaft gings auch schon bald los. Beim Einlaufen zuvor hatte ich schon einen ersten Eindruck der Strecke erhalten. Zwar flach aber eben schneebedeckt und fest. Aber griffig? Na ja, da stelle ich mir doch etwas anderes vor. Zum einen war sie durch die vielen Spaziergänger des Winters in eine Buckelpiste verwandelt worden. Bei jedem Schritt musste man aufpassen, nicht umzuknicken. Bei jedem dritten rutschte man zudem nach hinten oder seitlich weg. Von Griffigkeit also keine Rede, das Ganze hatte schon eher den Charakter eines Crosslaufes. Spikes wären auch nicht möglich gewesen, da der Teil vor dem Zieleinlauf über Asphalt führte. Außerdem besitze ich keine.
So schraubte ich mein Zeitziel von um die 1:40 Stunden gleich mal um 10 Minuten nach oben und begab mich auf die erste Runde. Da liefs noch ganz gut und ich konnte auch einigermaßen Druck machen. Mitte der zweiten Runde ging mir das Gerutsche zunehmend auf die Nerven. In der dritten hatte ich überhaupt keine Lust mehr, war schon ein paar mal umgeknickt und auch die Kräfte ließen merklich nach. Zudem sah ich aus wie ein Schwein, da teilweise doch schneefreie Teilstücke auftauchten, die einen aber dafür im Schlamm versinken ließen.
Am Ende dieser Runde begrüßten mich meine Vereinskollegen, die nur die 10 Kilometer gelaufen waren. Ich fragte an, ob man auch nach 15 km aufhören könne. Die Antwort war trocken: “Du läufst gefälligst die 21!” Wahre Freunde eben. Also noch eine Runde angehängt, die ich aber nur noch joggend hinter mich brachte. Allmählich meldete sich mein Magen und forderte Nachschub. Die Oberschenkel hatten sich schon lange ins Nirvana verabschiedet. Blöd wie ich bin, hatte ich auch die Sonnenbrille vergessen, sodass ich auch ziemlich schneeblind durch die Gegend stakste. Irgendwie kam ich dann aber doch noch ins Ziel. Die Zeit war eigentlich den Umständen entsprechend gar nicht so schlecht, 1:45:32. Zumal eine Vereinskollegin, die mit dem Polar-Distanzmessteil ausgestattet ist, berichtete, dass die 10,5 km eigentlich 11 km lang gewesen seien. Wie dem auch sei, ich war froh, dass es überstanden war und ich mich mal wieder durchgebissen hatte. Das war eigentlich auch der Hauptzweck der Übung in Hinblick auf Roth und die da zu erwartenden mentalen Schwierigkeiten.
Insgesamt hat es zu einem achten Platz von 29 in der AK 40 gereicht und 25% über der Siegerzeit bedeutet immerhin auch mein bestes Halbmarathonergebnis, ich kanns kaum glauben.
Fazit der Veranstaltung: Wer gerne mehrere Runden laufen mag ist in Freising gut aufgehoben, da die Strecke gut zu laufen ist. Und vielleicht ist das nächste Mal auch der Boden entsprechend der Ausschreibung, nämlich so wie man es im Frühling erwarten könnte.
Unschlagbar ist sowieso das Preis-Leistungs-Verhältnis. 8 Euro für einen Halbmarathon ist günstig. Zudem gibts noch ein T-Shirt und die Verpflegung war auch okay.
19.3.06 20:18

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