Geschützt: ICH BIN NICHT KLEIN!!!!

15 09 2009

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Fahrbericht

2 09 2009

Ich bin sicher, dass ALLE meine Leser schon ungeduldig auf meine ersten Eindrücke, die über eine Testfahrt hinausgehen, vom neuen Rennrad warten. Fazit: Von allein fährt es leider nicht, treten muss man nach wie vor. Aber wenn ich das nicht wollte, hätte ich mir ein Motorrad gekauft.
Nachdem die Anmeldung für den Ironman in Regensburg nun geöffnet ist, bin ich schwer ins Grübeln gekommen was die Ziele für nächstes Jahr angeht. Mit Helmut habe ich gestern telefoniert, da hat das noch so geklungen, als würde ich mir ernsthaft überlegen, mich dort anzumelden.  Aber er hat recht, warum sollte ich mir das antun? Soviel Zeit investieren, nur um dann mehr schlecht als recht vorbereitet an den Start zu gehen. Wenn ich mir außerdem bildlich vorstelle, 20 km oder so laufen zu müssen, würde mich derzeit das Grauen packen. Radeln hingegen macht soviel Spaß, dass ich vorerst alle Triathlonpläne begraben habe. So weit ist es mit mir gekommen.
Um das zu verstehen berichte ich mal von der gestrigen Ausfahrt mit meinem Verein, diesmal aber der Radsportabteilung. Dienstag ist Geschwindigkeitstag. Insofern bin ich ganz froh, dass es bereits gegen 20.00 Uhr dunkel wird. Denn dann schafft man in den beiden Stunden ab 18.00 Uhr nur die Strecke, die ich mit meinen gut 1000 km in den Beinen (dieses Jahr) in der Lage bin zügig zu fahren. Unser Abteilungschef gibt vor Abfahrt immer die grobe Streckenführung bekannt, gestern war es Rudelzhausen und dann nach Berg. Berg ist gut, bisher war immer, wenn ich dabei war, flach angesagt.
Zunächst lockeres Einfahren, Gequatsche wie bei den Waschweibern. Zweierreihe, gemütliches Dahinschnurren im Windschatten. Im Pulk der Ulrich, der das gar nicht so liebt, weil er Triathlet = Einzelkämpfer ist. Eigentlich.
Kurz vor Au Rechtsschwenk und es deutet sich eine leichte Steigung an. Die geht allerdings in eine stärkere über. Günther prescht vor und ich will mir keine Blöße geben und gebe mehr Druck. Worauf ich mich an der Spitze des Feldes wiederfinde, was mich doch einigermaßen verwundert. Zumal ich auch noch aufgefordert werde, Günther fahren zu lassen und lieber das Tempo heraus zu nehmen. Na gut, auch recht. Wer weiß, was noch alles kommt.
Erst mal eine Abfahrt, wo sich alle wieder erholen und die teilnehmenden Triathleten sich vorne absetzen. Also müssen Günther, Hans und ich in Wolnzach erst mal auf die anderen warten. Zügig wird die Hopfenstadt durchquert, anschließend fahre ich mit Hans ein paar Kilometer vorneweg. Eine Steigung mit Druck nach oben, anschließend Einreihung hinten. Es folgt die Einmündung auf die B300 Richtung Geisenfeld. Leichtes Gefälle und zu langsames Tempo. Für Hans jedenfalls, der die Truppe überholt und vorne Gas gibt. Jetzt geht wirklich die Post ab, zwischen 45 und 50 km/h zeigt der Tacho die nächsten sechs Kilometer an. Frankreich hat den TGV, die Hallertau den TSV.
In Geisenfeld an der roten Ampel wird noch ein kleinerer Umweg beschlossen und zügig geht’s weiter auf der B300 in Richtung Straßberger Weiher (kennt jeder). Ich halte mich inzwischen zurück, um nicht Gefahr zu laufen, am nächsten Berg schieben zu müssen. Ganz so schlimm wirds zum Glück nicht, aber viel ist nicht mehr los mit den Oberschenkeln.
In Aiglsbach habe ich mein Pulver endgültig verschossen. Aber nicht nur ich, wie es scheint. Die Truppe trennt sich. Ich fahre mit der einen Hälfte noch einen Berg hoch, wo mir endgültig meine Grenzen aufgezeigt werden. Aber egal, danach geht’s wieder lange sanft bergab, ich hole die anderen wieder ein. Mit Günther fahre ich dann gemütlich die letzten Kilometer nach Hause.
Am Ende stehen 63 km zu Buche, Schnitt 33,3 km/h, 350 Höhenmeter. Ich hatte soviel Spaß dabei, dass mein Ziel für nächstes Jahr nun definitiv fest steht: Konzentration auf EINE Disziplin, um im August eine Radform zu haben, die eine Pässetour in den Alpen erlaubt. Und das nicht nur auf dem Zahnfleisch.
Wer fährt mit?





Auf besonderen Wunsch …

10 08 2009

… zweier neugieriger Damen.

Tatääää – Ulrich proudly presents
Rennrad
Boah ey! ;-)





In Memoriam Cube Aerolite

8 08 2009

RahmenWas sich schon seit längerem abzeichnete ist jetzt traurige Wirklichkeit – mein geliebtes Cube Aerolite hat den brachialen Kräften meiner Beine nicht mehr Stand gehalten. Anfangs war es nur ein kleiner Riss im Rahmen, mittlerweile ist er fast auf der anderen Seite angekommen. Weitere Ausfahrten sind somit nicht wirklich empfehlenswert. Zehn Jahre hat mir die Karre gute Dienste geleistet, unter anderem vier Ironmans klaglos über sich ergehen lassen, mich diverse Alpenpässe sicher hoch und vor allem wieder runter gebracht. Sogar die italienischen Holperstraßen hat sie gut überstanden. Deshalb schmerzt es schon, wenn ich mich jetzt von ihm verabschieden muss, sind doch viele Erinnerungen mit ihm verbunden.
Doch die Zukunft steht schon parat, wie man im Hintergrund erkennen kann. Seit heute bin ich im Besitz von Lance Armstrongs Radl. Also nicht direkt von ihm, nur baugleich. Und in der Ausstattung vermutlich etwas downgraded. Macht aber nichts. Da das Bessere bekanntlich der Feind des Guten ist, habe ich mich nach der ersten Ausfahrt beim Vorgänger artig dafür entschuldigt, dass ich mich mit dem Carbonrahmen wohler fühle als auf dem Alurenner. Schlaglöcher? Was ist das? Rückenschmerzen? Knieschmerzen? Kein Problem! Außerdem ist das neue Rad leichter, 7,6 kg bringt es auf die Waage. Somit sind meine Mehrkilos um die Hüften locker kompensiert. Noch ein paar Feinjustierungen und dann sind wir beide glücklich miteinander. Das heimische Finanzministerium hat übrigens die Dringlichkeit der Anschaffung klaglos akzeptiert. Zum Glück kennt es die Auslegung der Dringlichkeit in der VOL nicht, aber das ist ein anderes Thema.
Wie bereits erwähnt, spiele ich ja mit dem Gedanken, mir 2011 mal wieder eine Langdistanz zu gönnen. Sollte das tatsächlich der Fall sein, weiß ich seit heute zumindest, wo das dann sein wird. Wie ich vom Rad-Dealer nämlich erfahren habe, ist es seit dieser Woche wohl ziemlich sicher, dass es ab nächstes Jahr in Regensburg einen Ironman geben wird. Vor der Haustür sozusagen. Wenn das mal kein Ansporn ist.





Sommerpausenende

12 07 2009

Kaum sind fünf Monate vorbei kommt auch schon der nächste Beitrag. Ich wurde schon vermisst, was ich schön finde. Manu hat zurecht angemerkt, dass der Dicke auf der Startseite nicht mehr so toll ist. Dieser Umstand wird nun also beendet.
Warum die lange Pause? „Der Weg ist das Ziel“ lautet der Titel des Blogs. Und dazu gibt’s derzeit nichts passendes zu berichten. Momentan lasse ich eher Sport treiben als mich selbst zu stählen. Klar, ein bisschen bewege ich mich schon, ganz ohne Ziel und Verstand. Näheres dazu will ich Euch aber lieber ersparen. Dazu kommt eine chronische Mitteilungsunlust, die vielleicht der eine oder andere auch kennt, der regelmäßig Tagebuch führt. Ganz unspektakulär also. Immerhin verfolge ich das Geschehen in meinen Stammblogs, so dass ich einigermaßen auf dem Laufenden bin, was sich dort so tut. Hase geht’s zum Glück wieder blendend, Manu sowieso. Charly wettert nach wie vor gegen AKWs, wenn er nicht gerade Dosen sucht. Lizzy beglückt mich mit Katzen und Blumengeschichten, aber ich lese trotzdem gerne dort. Und unser Turboschroegi hat endlich seinen Ironman gefinished, am Schluss zwar nicht ganz so Turbo, aber immerhin. Was mich freut, aber auch ein bisschen traurig stimmt, weil ich befürchte, dass sein Blog damit auch die Ziellinie erreicht hat.
Ich war dabei in Frankfurt und habe ihn und zwei Vereinskollegen angefeuert und fotografiert und dabei einen höllischen Sonnenbrand bekommen. Den ganzen Tag über habe ich mir gedacht: „Nö, das brauchst Du nicht nochmal!“ Bis ich den Fehler begangen und mich am Zielkanal aufgestellt habe. Seitdem hat sich so ein fieses kleines Planungstool im Hinterkopf aktiviert, das die fixe Idee eines Startes 2011 installiert hat. Die Hawaii-Quali für meine beiden Kollegen ist da auch nicht unbedingt Motivation hemmend. Es laufen bereits die ersten subversiven Gespräche mit der besten aller Ehefrauen. Mal sehen, wo das noch hinführt. Und, Helmut, Du weißt – der Gentleman schweigt. ;-)
Bleibt noch dem Lars sein Blog. Er hat mich direkt angesprochen mit der „Blogathlonstaffel“. Das ist eine Staffel durch Deutschland, wobei der Staffelstab in Form eines Sparschweines von Blogger zu Blogger laufend weiter gegeben wird. Mit der Bitte um eine Spende für einen guten Zweck. Näheres bitte ich hier nachzulesen. Finde ich eine witzige Idee und habe mich prompt angemeldet, damit Lars nicht so weit laufen muss. Die 15 Kilometer bis zu ihm schaffe ich auch mit meinen 124 Traingskilometern in diesem Jahr. In die andere Richtung wirds schwieriger, aber da mache ich noch Werbung.
Es gibt noch jede Menge anderer Blogs, bei denen ich mehr oder weniger regelmäßig vorbei schaue. Aber die kann ich nicht alle aufzählen, viele stehen sowieso auf der Blogrolle. Ich bin dankbar für diese Sachen. Und finde es interessant, wie sich das Informationsverhalten im Lauf der Jahre verändert. Früher waren es Tageszeitung und das  eine oder andere Nachrichtenmagazin. Heute lese ich regelmäßig alle möglichen Blogs und fühle mich objektiver informiert. Natürlich muss man auch da (wie bei Zeitungen/Zeitschriften auch ) das Hirn einschalten und kann nicht alles für bare Münze nehmen. Also Leute, haut weiter in die Tasten, ich werde es auch tun.
Und jetzt schaue ich mal nach Roth (virtuell), wie sich der Reiner heute beim Triathlon geschlagen hat.





Lebt denn der alte Blog-Uli noch?

15 02 2009

Jaaaa, er lebt noch, er lebt noch!
Lars hat mich daran erinnert, dass in meinem Blog die Spinnweben wachsen, die Laufpisten zuwuchern und beim Blick in den Spiegel ein unappetitlicher Schwabbelbauch zum Vorschein kommt. Er hat mir ein Stöckchen zugeworfen, was ich grundsätzlich ein wenig dämlich finde. Kettenspiele meine ich. Aber gut, spielen wir ausnahmsweise mal mit, die Bloggergemeinde wird es hoffentlich erfreuen.
Die Aufgabe lautet, ich zitiere Lars, das vierte Foto aus dem vierten Ordner seiner Festplatte ins Netz zu stellen. Also suchen wir mal. Ich lasse mal die Systemordner weg und nehme versuchsweise Laufwerk C. Der vierte Ordner ist mit „Sonstiges“ benannt, darin findet sich genau ein Foto. Ich breche dann mal gleich die Spielregeln und gehe eine Ebene tiefer in den vierten Unterordner namens „Ebay“. Und das vierte Foto darin ist – taraaa – dieses hier:

Ebay

Dreimal dürft Ihr raten, was wir damit angestellt haben. Genau, wegen Erfolglosigkeit bei Ebay inzwischen alles verschenkt. Und genau deswegen wird dieses tolle Foto nun auch vom Rechner gelöscht. Insofern danke an Lars für die Erinnerung.
Da es Sitte ist, das Stöckchen an zwei andere Blogger weiter zu reichen, verschließe ich mich dem nicht. Manu hat, glaube ich, noch keins und Helmut auch noch nicht. Vielleicht könnt Ihr was damit anfangen.

Sportlich ist immer noch tote Hose. Obwohl, vielleicht doch nur scheintot. Immerhin war ich heute und letzten Sonntag laufen. Nach drei Monaten „no sports“ ging es überraschend locker. Gemütliche elf Kilometer bei Tageslicht und vertretbaren Temperaturen. Es geht also aufwärts, läuferisch versteht sich, nicht mit dem Gewicht. An einen geordneten Trainingsplan ist zwar noch nicht zu denken. Aber Ziel bleibt, mich im Sommer auf dem Rennrad und in den Laufschuhen nicht allzu sehr zu blamieren. Nicht dass mir Joey Kelly irgendwann auch mal Nachhilfe geben muss.

http://www.ffh.de/downloads/ironcalli_rad_l.jpg

Quelle: http://www.ffh.de/downloads/ironcalli_rad_l.jpg





Neues Jahr, alte Themen

18 01 2009

Weil es sportlich nichts zu berichten gibt, gibt es zum Jahresanfang ein bisschen (Klima)Politik. Ich kopiere einen Leserbrief aus der Franfurter Allgemeinen vom 9.1.09, der sich mit dem Thema Kosten für CO2-Reduzierung beschäftigt. Werden wir von der Politik vera**** oder nicht? Wäre das viele Geld an anderer Stelle sinnvoller eingesetzt? Wer verdient an den Milliarden?
Ich warte auf Kommentare ;-)

EU-Klimapaket als gelungener Faschingsbeitrag

Zu „Europäisches Klimapaket nimmt letzte Hürde“ (F.A.Z. vom 18. Dezember):

Das Europäische Klimapaket ist vielleicht als belebendes Element einer Faschingsveranstaltung geeignet, nicht aber als Maßnahme, die irgendeinen Nutzen ausweist. Eine einfache, von jedermann nachvollziehbare Rechnung zeigt dies. Als Berechnungsgrundlage dient der detaillierte EU-Beschluss, Deutschland solle seine Emissionen um 14 Prozent gegenüber dem Jahre 2005 verringern, ferner die Zahlenangaben des Weltklimarats IPCC.

Gemäß dem IPCC betrug der Kohlendioxidgehalt im Jahre 2005 zirka 380 ppm (ppm = parts per million) oder 0,038 Prozent. Welcher Laie kennt schon diesen Wert und weiß, dass Kohlendioxid nur ein Spurengas der Luft ist? Der Konzentrationszuwachs an atmosphärischem Kohlendioxid beträgt grob 2 ppm pro Jahr, das ergibt eine Steigerung von 15 × 2 = 30 ppm in den fünfzehn Jahren von 2005 bis 2020. Der deutsche Beitrag an den weltweiten Kohlendioxidemissionen beläuft sich auf zwei Prozent. Man erhält als deutschen Anteil an den besagten 30 ppm demnach 30 × 0,02 = 0,6 ppm. Hiervon sollen nun gemäß EU-Beschluss 14 Prozent eingespart werden, das sind 0,6 × 0,14 = 0,084 ppm.

Der IPCC-Bericht schätzt die globale Temperatursteigerung auf drei Grad Celsius ein, wenn sich die heutige Konzentration von 380 ppm auf 760 ppm verdoppeln würde. Der berechnete deutsche Einsparungsanteil von 0,084 ppm entspricht demnach einer Temperaturreduzierung von 3 × (0,084 / 380) = 0,0007 Grad (gerundet). Dieser Wert ist unmessbar, wird aber der deutschen Wirtschaft Kosten in der Größenordnung von mehreren hundert Milliarden Euro verursachen. Wo bleibt der Aufschrei der Öffentlichkeit angesichts dieses bodenlosen Unsinns der EU-Beschlüsse, insbesondere der Protest der grünen Naturschützer? Die aufgewendeten Mittel hätten wirkungsvoll bei der Sanierung der Weltmeere und der Wiederaufforstung des Regenwaldes mithelfen können.

PROFESSOR A. D. DR. HORST-JOACHIM  LÜDECKE, HEIDELBERG

Text: F.A.Z., 09.01.2009, Nr. 7 / Seite 9





24 12 2008

Vorweihnachtszeit ist leider nicht zwangsläufig die Zeit der Ruhe. Deshalb ist das Beitragsaufkommen hier eindeutig zu kurz gekommen. So bleibt mir jetzt, kurz vor der Bescherung, nichts weiter übrig, als Euch allen ruhige, besinnliche und gesunde Weihnachtsfeiertage zu wünschen.

Es muss ja nicht so ablaufen wie beim Nikolausi ;-)





Unter Pyromanen

23 11 2008

Mein Beruf bringt es mit sich, dass ich mich regelmäßig fortbilden darf. Letzte Woche war das wieder der Fall, diesmal eine Veranstaltung für das Kind im Manne. Ein sogenannter „Naturbrandversuch“ mit der Zielsetzung, das Verhalten von Brandabschottungen in Installationsschächten zu testen beziehungsweise die Folgen von mangelhafter Ausführung darzustellen. Als Nebeneffekt für die örtliche Feuerwehr eine hervorragende Übungsmöglichkeit. Als Versuchsobjekt diente ein handelsüblicher aber abbruchreifer Plattenbau in Bad Salzungen

Plattenbau

mit Installationen, wie sie in ganz Deutschland anzutreffen sind.

Installation

Der Fachmann erkennt den Bauschaum in den Durchführungen, Mineralwolle oder alle möglichen anderen Füllstoffe, wie sie auf vielen Baustellen hineingemurkst werden. Diese Durchführungen hier wurden zu Versuchszwecken angeordnet. Außerdem befinden sich in solchen Gebäuden natürlich auch Installationsschächte, die oft hinter Gipskartonwänden verschwinden, die keiner Brandschutzanforderung entsprechen. Hier ist es wichtig, dass der Schacht im Bereich der Geschoßdecke ebenfalls brandtechnisch „abgeschottet“ wird, was oft unterbleibt oder nicht richtig gemacht wird.
Soviel vorweg zur Erläuterung für die nicht Fachkundigen. Was passiert nun bei einem Brandversuch? In diesem Fall wurde eine sogenannte „Normbrandlast“, die einer üblichen Möblierung entspricht, in Form von Holzbalken in Wohnzimmer und Küche gestapelt. Zusammen mit einer bestimmten Menge Isopropanol wird diese Brandlast angezündet. Es entsteht ein Brandverlauf, wie er bei Zimmerbränden üblich ist.

5 Minuten

Zunächst kokelt es gemütlich vor sich hin. So sieht es nach fünf Minuten aus. Wenn man Glück hat und es ist dunkel, ruft jemand bei diesem Anblick schon die Feuerwehr. Nach acht Minuten kann man die ersten Flammen sehen.

8 Minuten

Der Rauch quillt hier aus dem Fenster, weil die Scheiben in dem Versuch ausgebaut waren. In Wirklichkeit ist das nicht der Fall. Im Zimmer selbst sammeln sich unter der Decke die Rauchgase. Aufgrund der fehlenden Abschottungen in den Installationsschächten hat sich der Qualm zu diesem Zeitpunkt bereits in den oberen Geschoßen ausgereitet, was durch die nach und nach anschlagenden Rauchmelder eindrucksvoll bestätigt wird. Ohne diese hätten die (schlafenden) Bewohner keine Überlebenschance mehr. Nach zwölf Minuten quillt der Rauch aus den oberen Fenstern, vom dort postierten Feuerwehrmann kommt die Meldung, dass die Wohnungen nicht mehr zu betreten seien.

12 Minuten

Bei fehlendem Luftnachschub würde nun ein Schwelbrand entstehen. Hier jedoch kommt es nach 14 Minuten zum Brandüberschlag, neudeutsch Flash over. Die Rauchgase entzünden sich explosionsartig, die Fensterscheiben würden herausfliegen. Im günstigen Fall trifft gerade die Feuerwehr ein.

14 Minuten

Im ungünstigen würde sie dieses Inferno antreffen.

18 Minuten

Nach 18 Minuten haben sich unter der Decke Temperaturen von über 1100° C entwickelt. Beim zweiten Versuch erfolgte der Brandüberschlag zur Überraschung der Feuerwehr übrigens bereits nach drei Minuten, was zu einer überstürzten Flucht und Beinahe-Verlust von zurückgelassenem technischem Gerät führte. Durch die Hitze ist zu diesem Zeitpunkt bereits die Gipskartonplatte vor dem Installatonsschacht kollabiert, der Brand hat sich auf den Schacht ausgebreitet und erreicht nach und nach die oberen Geschoße

28 Minuten

und durch abtropfende Kabelisolierungen auch den Keller, der in diesem Fall leer geräumt war. So breitete sich hier „nur“ der Qualm auf den benachbarten Gebäudeteil aus, wo nach knapp einer halben Stunde der Rauch aus den Fenstern quoll.

29 Minuten

Nach gut einer Stunde wurde der Brand gelöscht. Während die Teilnehmer das Mittagessen zu sich nahmen, kühlte die Feuerwehr die verbrannte Wohnung so weit herunter, dass anschließend die Schäden begutachtet werden konnten. Zunächst der Brandraum selbst. Wie nicht anders zu erwarten das totale Chaos.

Betonwand

Man kann eine 60 mm dicke nichttragende Stahlbetonwand erkennen, die sich durch die Hitze verbogen hat. Die Geschoßdecke durfte wegen Einsturzgefahr nicht betreten werden. Von der Gipskartonwand ist nur noch die Unterkonstruktion übrig.

Schacht

In den (unmöblierten) Obergeschoßen ist deutlich zu erkennen, wo hier die Gefahr lauert.

3. OG 5. OG

Und auch bei den Kabeldurchführungen ist zu erkennen, dass Bauschaum brandschutztechnisch nicht das Gelbe vom Ei ist.

Rohrdurchführung

Dem Baufachmann ist klar, wie eine fachgerechte Ausführung dieser Probleme aussehen muss. Es gibt auch genügend Regelwerke dafür. In der Umsetzung fehlt es jedoch oft. Beim zweiten Brandversuch wurde eindrucksvoll bestätigt, dass eine richtig ausgeführte Brandabschottung Menschenleben rettet und Sachschäden verringert. Das ist auch der Grund, warum es keine Fotos davon gibt – in den Nachbarwohnungen sieht es nach dem Brand aus wie vor dem Brand.
Ich kann nur an alle Planer, Bauleiter und ausführenden Firmen appellieren, diese Sachen ernst zu nehmen. Allen anderen danke für das Interesse an diesem doch sehr speziellen Thema. Und als Gratistipp dazu: Ein Rauchmelder kostet nur ein paar Euro.





Sphärenklänge

18 11 2008

Der neue Job bringt es mit sich, dass ich wieder jeden Tag mit dem Auto unterwegs bin. Und jeden Tag nehme ich mir vor, CDs einzupacken, damit ich nicht auf die Radio-Sch*** angewiesen bin. Weil’s Hirn morgens um sieben aber noch nicht so rund läuft, vergesse ich das jeden Tag. Immerhin habe ich einen CD-Wechsler im Auto, der sechs Scheiben geladen hat. Abzüglich der Kinderlieder und Räuber Hotzenplotz bleiben noch vier übrig, die ich mittlerweile auswendig mitsingen könnte. Also auch nicht unbedingt die Lösung. So bleibt also nur das Radio.
Nun könnte auf meinen Eintrag von vor rund eineinhalb Jahren verweisen, es hat sich inzwischen nämlich nichts getan. Ich zappe in der Regel zwischen Bayern 3, Antenne Bayern und Radio Trausnitz, dem niederbayerischen Lokalsender, hin und her. Immer auf der Flucht vor Werbung, Susanne Rohrer, Mika und den aktuellsten Staumeldungen. Wenn es ganz schlimm kommt wechsle ich sogar zu Radio Arabella und werde da mit zum Beispiel CCR oder den Mamas und Papas verwöhnt. Immer noch erträglicher als die Cash-Kuh, das aktuellste Gewinnspiel auf der Antenne. Dann ist noch Klassik-Radio eingespeichert, wo meistens mehr oder weniger gelungenes zum Besten gegeben wird. Nach einem anstrengenden Arbeitstag nicht immer das richtige.
Neuerdings haben die bei Bayern 3 morgens sage und schreibe drei Moderatoren an den Mikrofonen sitzen. Als ob einer nicht genug schwafeln würde. Die kommentieren dann so lustige Sachen wie den „Show-Shredder“ oder den „Verhörhammer“.
Stopp! Ich will nicht ungerecht sein. Das war einmal ganz witzig, das gebe ich zu. Hier können Bayern 3-Fans anrufen und erzählen, was sie bei bestimmten Songs fälschlicherweise heraushören. Zum Beispiel bei „Sadness“ von Enigma, der von den Hörern zum Sieger gekürt wurde:


Nach 18 Sekunden ermahnen die Mönche oder wer auch immer gregorianisch korrekt: „O Anneliese, popel nicht!“ Hier gab es einige wirklich lustige Sachen. Doch mittlerweile entlocken mir die „Verhörhämmer“ nur noch ein gequältes Lächeln. Es hat halt nicht alles das Niveau wie die Hymne aller Inkontinenten – „Nei g’schifft“ von den Commodores.


Wie auch immer. Mach doch einfach aus, wird jetzt der eine oder andere sagen, wenn Du nicht zufrieden bist. Ihr werdet es nicht glauben – das mache ich tatsächlich ab und zu.