Keine Ahnung - aber davon viel!

9 05 2008

Was ist der EU-Reformvertrag oder Vertrag von Lissabon? Was steht da drin? Keine Ahnung?
Macht nichts,wir haben zum Glück unsere Vertreter im Bundestag. Die repräsentieren das Volk und stimmen darüber ab, ob er, der Vertrag, auch in Deutschland gelten soll. Wie gut sie uns repräsentieren, zeigt dieser kleine Beitrag.

Ein schönes Pfingstwochenende.




Stunde der Wahrheit

6 05 2008

Laufen war gestern, Triathlon ist heute. Dieser besteht aus Schwimmen, Laufen und Umziehen. Nein? Es fehlt eine Disziplin? Was war das nochmal? Ach ja, Radfahren, genau!
Na, dann trainieren wir das halt auch mal. Das Rennrad steht noch genauso versifft in der Garage, wie ich es letzten Sommer, genauer Frühsommer, abgestellt habe. Warum putzt das keiner? Von sonstiger Pflege ganz zu schweigen. Radschuhe und Helm sind dank meines phänomenalen Gedächtnisses auch fast gleich gefunden. Der Radcomputer zeigt sogar noch die Daten der letzten Ausfahrt an. Nach vier Kilometern gibt die Batterie allerdings dann den Geist auf, soviel schon mal vorweg.
Was fehlt noch? Luftpumpe, was zu trinken, Sonnenbrille, Survival-Pack bestehend aus Power-Gel, -Riegel, Handy, Notgroschen. Nicht zu vergessen der Forerunner. Kann man trotz des Namens auch beim Radeln benutzen.
Los geht’s. Nach 100 Metern Stopp. Die Bremse schleift an der Felge. Ist schnell behoben. Weiter kurz bergab und gleich wieder locker bergauf geradelt. Bergab, ein Stück eben und schon sind wir “Lungenberg”. So benannt nach der legendären “Radtour” mit der Ziehtochter, damals vielleicht 13 oder 14 Jahre alt. Sie bekam an diesem brutalen, 100 Meter langen 6-Prozentigen Anstieg auf einmal ein furchtbares Stechen in den Lungen. In der Folge heftige Tränen, Diskussionen, Fahr-Streik. Wer selbst pubertierende Mädels zuhause hat weiß, wovon ich schreibe.
Meine Lungen hatten kein Problem, zum Glück. Anschließend rasende Abfahrt und wieder Anstieg nach Ebrantshausen, der Perle der Hallertau. Unter der Autobahn durch und 12% runter und dann ganz lange mit fallender Tendenz. Nun war ich in Geisenfeld, hatte einen Schnitt von 30 km/h auf dem Forerunner und war zufrieden.
Die Beine fühlen sich noch leidlich gut an, also machen wir noch ein paar Hügelchen. Zuerst aber etwas, was ich ganz besonders hasse beim Radeln - drei Kilometer leicht ansteigend und dazu noch auf dem Radweg. Das senkt den Schnitt und man sieht erst im Höhenprofil warum. Aber auch das geht vorbei und ich lande in Rottenegg. Vorbei am Haus eines Arbeitskollegen meiner Frau. Keiner da, der mich auf ein Bierchen oder so hätte einladen können. Macht nichts, trinken wir halt die Plörre aus der Nuckelflasche.
Rechts ab Richtung Wolnzach. Anstieg, rasende Abfahrt nach Niederlauterbach. Natürlich überholt mich kurz vor dem Ortsschild ein Auto um dann ein paar hundert Meter weiter im Schrittempo um die einzige ernsthafte Kurve im Ort zu eiern. Wer bremst verliert - also zackig links vorbei und Problem gelöst. Weiter geht’s Richtung Wolnzach, bergauf natürlich. Und wieder runter, leider mit Bremsen am Fuß des Hügels, weil die Straße in eine andere einmündet. Jetzt nicht nach Wolnzach, sondern nach links Richtung Oberlauterbach. Hier wartet ein Hügel, den ein Schild mit protzigen 12% ausweist. Zusammen mit einer etwa 150°-Kehre echt beeindruckend. Der Forerunner zeigt kurz 10% an, sonst um die acht Prozent, was auch meinem Gefühl entspricht. Überhaupt ist nach etwa 400 Metern alles erledigt. Es läuft immer noch rund, nur nicht so zackig, wie ich das von früher gewöhnt bin.
Oberlauterbach liegt trotz des Namens im Tal, also wieder Abfahrt, Durchfahrt und nächster Anstieg. Meine Teststrecke sozusagen, weil es folgen nun zwei kurze Rampen, jeweils durch ein 12%-Schild angekündigt. Diesmal ist es aber wirklich die angegebene Steigung. Mich überrascht, dass ich nicht mal die beiden kleinsten Gänge benötige. Über Oberempfenbach geht es nun zurück nach Mainburg. Eine Highspeed-Strecke eigentlich, weil sechs Kilometer leicht abfallend. Heute ist das Vergnügen etwas getrübt, weil der Wind kräftig von vorn bläst. Trotzdem schaffe ich es noch, den Schnitt, der auf unter 28 km/h gefallen war, auf stattliche 28,3 zu heben. Da bleibt er auch, obwohl noch der heimatliche Berg zu überwinden ist.
Knapp 39 Kilometer sind es am Ende, als ich etwas wackelig vom Rad steige. Zufrieden, dass es für die erste Ausfahrt seit fast einem Jahr recht ordentlich war. Nach der Performance bin ich zuversichtlich, dass ich mich am Rothsee nicht allzu sehr blamieren werde. Nur die Treppe hätte ich nicht runtersteigen sollen. Da sind mir nämlich die Beine vor Schwäche fast weggeknickt. Aber das verdränge ich jetzt mal.




Trainingsminimalist und die Folgen

4 05 2008

Überaus gut vorbereitet bestritt ich heute den Halbmarathon in Regensburg. Der geneigte Leser dieses Blogs hat das in der Vergangenheit ja mit verfolgen können. Dass die Form trotzdem stimmt, liegt natürlich an den professionellen Trainingsplänen des Herrn Greif, die ich zu 100 Prozent befolge. Na ja, zumindest fast, hüstel.
Dazu der ausgetüftelte Ernährungsplan mit exzessiven Carboloading am Donnerstag bis Samstag (Grillen mit Freunden, Mutters 70. Geburtstag am Vortag) und das passende Wetter ließen große Taten erwarten.
Irritierender Weise tat sich Samstag Mittag nach der Fahrt zur Geburtstag eine schmerzhafte Baustelle auf. Ohne Grund (vermeintlich) auftretende Schmerzen am rechten Knie, so als ob ich mir es heftig angestoßen hätte. Treppensteigen konnte ich nur noch mit Mühe und das Gehen war sehr schmerzhaft.  Großes Rätselraten, woher das kam. Am nächsten Morgen nur minimale Besserung. Na gut, fahre ich halt mal zum Start, dann sehen wir weiter.

Viel zu früh traf ich ein, holte meine Startnummer ab und verfolgte dann den beeindruckenden Zieleinlauf der Inlineskater. Danach warmlaufen, der Test, ob ich überhaupt starten würde. Die Schmerzen wurden eher geringer als heftiger, vermutlich aufgrund der besseren Duchblutung. Na, dann versuche ich es halt.
Aufstellung im Block A, was einen zügigen und relativ ungestörten Start zur Folge hatte. Nach fünf Kilometern zeigte die Uhr einen Schnitt von 4:18 Minuten. Für mein Vorhaben, unter 1:33 Stunden zu laufen, eigentlich unnötig schnell. Ich versuchte das Tempo ein wenig zu drosseln, weil ich nicht so recht wusste, was ich vom Wetter zu halten hätte. 12° beim Start, aber sonnig, es bestand die Möglichkeit, dass es noch unangenehm werden könnte. In der Folge pendelte sich das Tempo bei etwa 4:22 ein, was zu einer Zwischenzeit von 43:28 Minuten bei 10 km führte.
Kurz danach der Wendepunkt und die nächsten Kilometer zurück auf der langen und geraden Ausfallstraße mit sehr wenig Zuschauern. Die Sonne hatte wie befürchtet an Kraft gewonnen und mir die meine entsprechend aus den Beinen gezogen. Auf den folgenden Kilometern verlor ich die entscheidenden Minuten auf meine Bestzeit, der Schnitt sank immer weiter, 4:24 bei Kilometer 14, 4:25 zwei Kilometer weiter und die Beine wurden immer schwerer. Die Motivation war dahin, warum nur tue ich mir diesen Stress immer wieder an, war mein Gedanke. Kurz gesagt - Ich hatte keinen Bock mehr.
Beim siebzehnten Kilometer der Schwenk über die Donau. Die Fußgängerbrücke schwankt immer sehr dynamisch im Rhythmus der darüber laufenden Sportler. Das gab mir wohl den erforderlichen Kick, denn auf einmal ging wieder was. Doch zunächst galt es die Steinerne Brücke zu überwinden, die einzige nennenswerte Steigung des ganzen Kurses. Problemlos erreichte ich den “Hans-guck-in-die-Luft” am Zenit der Brücke und ab ging’s in die Altstadt. Auch hier war ordentlich was los und mein Elan wurde immer größer. Der wurde bestenfalls gebremst durch das hintere Feld des 10 Kilometer-Laufes, das sich nun auch auf der Strecke befand. Die Zwei-Zentner-Wonneproppen waren noch recht einfach zu überholen. Aber dann folgten die “Rookies” begleitet von ihren sie aufmunternden Lebensgefährten und die “Klatschtanten”, die in Dreierreihe und dauerquatschend dahinjoggten. Aber auch den so erzwungenen Slalom meisterte ich souverän.
Kurz vor dem Ziel wurde ich Zeuge, wie ein Konkurrent einen Orgasmus bekam. Dann noch einen. Und noch einen und bis zum Schluss noch viele weitere. So hörte er sich zumindest an. Ob dieser Standfestigkeit wagte ich es nicht, ihn mir von vorn anzusehen, obwohl ich die Möglichkeit dazu gehabt hätte. Im Endspurt ließ er mich dann endgültig stehen, bildlich gesprochen. Ob das der letzte Höhepunkt des Tages für ihn war? Ich will es nicht wissen, ehrlich gesagt.
Für einen ordentlichen Endspurt hat es bei mir dann auch noch gereicht, obwohl mein Zeitziel bei Weitem nicht mehr zu erreichen war. Am Ende war ich nach 1:34:23 Stunden im Ziel. Ich bin zufrieden, obwohl es im Duell immer noch 0:0 steht und die Bestzeit nicht gefallen ist. Bei dem Trainingsumfang, den ich betreibe, ist es erfahrungsgemäß nicht immer möglich, so ganz genau vorherzusagen, wie die Leistung ausfallen wird. Es hängt einfach zuviel von der Tagesform ab. Zu Buche stehen heute Platz 55 von 402 in meiner Altersklasse. Das ist in den vorderen 15%, so weit vorn war ich glaube ich noch nie. Insofern also doch ein Erfolg.
Und jetzt wird geradelt, schließlich ist bald Triathlon. Und da wage ich diesmal keine Vorhersage, versprochen.

Ach ja, die Schmerzen am Knie. Die haben mich erst wieder im Ziel beschäftigt. Kurios, nicht? Und auf der Heimfahrt habe ich herausgefunden, woher sie kommen. Wenn man einen Tempomat im Auto hat, kann man sein Bein entspannt im Fußraum ablegen. Bei dieser Gelegenheit stieß mein Knie auf der langen Fahrt gestern ständig an den Zündschlüssel. Dauerschläge sozusagen und dumm gelaufen. Vor allem aber nicht weiter tragisch.




Power-Tapering

28 04 2008

Am Sonntag ist ja der Regensburg Marathon. Beim Halbmarathon bin ich angemeldet und es wird Zeit, dass ich mich dazu äußere. Soll ja keine Geheimoperation werden, wenn ich im Duell mit Charly in Führung gehen will, damit da mal was vorwärts geht. Womit schon alles über meine Ambitionen gesagt ist. Zur Erinnerung: Charlys Vorgabe für den Halbmarathon ist Sub 1:35 glaube ich (stimmt das, Charly?), meine ist Sub 1:33.
Ob das klappt kann ich natürlich nicht vorhersagen. Zwar stimmt die Form, die letzte Tempoeinheit war überragend. Nur ist die schon fast eine Woche her und zwischenzeitlich habe ich mich als Krankenschwester und Kindergärtner eines kränkelnden Kindes betätigt. Scharlach ging nahtlos in einen Magen-Darm-Infekt über, gefolgt von eitrigen Nebenhöhlen mit Ohrenschmerzen. Es ist kaum zu glauben. Meine Frau hat sich mit dem Kleinen solidarisch gezeigt und den Magen-Darm-Infekt übernommen. Selbstredend ist das alles auch nicht spurlos an mir vorüber gegangen. Ich halte mich zwar tapfer auf den Füßen, aber bin doch insgesamt schlapp, die Nase ist zu, in den Ohren ein beständiger dumpfer Schmerz und im Bauch ein andauerndes Gurgeln und Grummeln. Die lange Einheit ist gestern ausgefallen wie auch alle sonstigen die vergangenen vier Tage, vorsichtshalber. Heute versuche ich einen lockeren Lauf, dann sehe ich schon, wie ich drauf bin. Noch ist es ja fast eine Woche bis zum Start.
Der andere leistungsbegrenzende Faktor ist natürlich das Wetter. Da habe ich in Regensburg schon zweimal große Hitze erlebt. Selbstverständlich werde ich dann nicht auf Bestzeit laufen, so leid mir das tut. Aber die Prognosen sind nicht so schlecht.
Die anderen beiden Male, die ich dort am Start war, bin ich jeweils Bestzeit gelaufen. Stehen also die Chancen 50 :50? Damit wäre ich fast schon zufrieden nach den letzten Tagen. Eins ist sicher - ich werde hervorragend regeneriert am Start stehen.




Das Auge schwimmt mit

18 04 2008

Zuerst noch eine Anmerkung zum vorigen Beitrag: Den Ausschlag hat aktuell mein Sohnemann. Bei mir handelt es sich um ein Archivfoto.

Es soll ja Leute geben, die daran interessiert sind, ihren Schwimm- bzw. Kraulstil zu verbessern. Weil man sich nicht so anstrengen muss, um schneller zu schwimmen zum Beispiel. Oder weniger trainieren um gleich schnell zu sein als mit bloßem Krafteinsatz. Oder einfach aus Spaß an der Freude.
Mein Zweitname ist ja “Trainingsminimalist”. Mein sportliches Ziel ist, mit möglichst wenig Aufwand maximal gute Ergebnisse im Wettkampf zu erzielen. Das klappt mal mehr, mal weniger. So dürfte meine Motivation für das Erlernen einer guten Schwimmtechnik wohl klar sein. Mehr als die maximal zweimal eine Stunde pro Woche Vereinstraining ist bei meinem Zeitbudget nicht drin. Und das auch nur von Februar bis Ende Mai, wenn das Hallenbad schließt. Das muss reichen, um bei einem Triathlon über die Olymische Distanz eine einigermaßen vernünftige Zeit zu erreichen. Schließlich muss ja noch gelaufen werden (meinem Lieblingsprojekt derzeit) und ab Mai auch geradelt. Dann wenn andere schon mindestens 2000 Kilometer gefahren sind.
Bis jetzt läuft alles nach Plan. Die Laufform ist überragend für meine Verhältnisse und die Jahreszeit. Schwimmen ist soweit auch in Ordnung, denke ich. Als Beweis habe ich mich gestern kurz filmen lassen (Danke an Franz, den Bademeister).

Natürlich kann man immer das eine oder andere verbessern, schon klar. Für (fundierte) Anregungen bin ich immer dankbar. Ich bitte nur zu bedenken, dass die Aufnahme am Ende des Trainings entstanden ist, nach einer Menge 25-Meter-Sprints mit Paddles, Pullbuoy und gefesselten Beinen. Ich war also nicht mehr so ganz frisch.
Bleibt als Baustelle noch das Radeln. Ich hoffe, dass die Lauferei auch dafür eine gewisse Basis geschaffen hat. Ob das der Fall ist, werden wir demnächst bei der ersten Ausfahrt sehen. Vielleicht melde ich mich dann umgehend völlig frustriert wieder vom Rothsee-Triathlon ab, wer weiß.




Geschützt: Die letzte Aufnahme

17 04 2008

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Wie der Vater so der Sohn

17 04 2008

Amoxicillin (das Mittel der Wahl gegen Streptokokken) heißt der Übeltäter, der sowohl bei mir als auch bei meinem Junior eine nicht sehr erfreuliche Nebenwirkung verursacht.


Archivfoto

Aber das vergeht wieder und die Schönheit wird auch nicht dauerhaft entstellt. :-)




Halbe Wahrheiten

15 04 2008

Was mir so durch den Kopf geht, wenn ich Zeitung und Internet-Nachrichten lese:

EU-Kommission will Subventionen für Bio-Sprit abschaffen, stand vor Kurzem in Spiegel-Online zu lesen. Wegen der sich abzeichnenden Hungerkrise in der Welt und fehlendem Bedarf. Gleichzeitig wird aber nicht an der geplanten 10%igen Beimischung von Biotreibstoffen gerüttelt. Ich frage mich jetzt, woher diese Energiepflanzen kommen sollen. Aus EU-Ländern, wo sie teuer, weil nicht subventioniert sind, oder von dort, wo sie billig(er) zu haben sind? Also aus den Entwicklungsländern zum Beispiel. Aber ich bin sicher, die EU-Oberen wissen was sie tun und die Lebensmittelkrise wird sich dadurch sicher wirkungsvoll bekämpfen lassen.

Brasilianer finden gigantisches Ölfeld im Atlantik, heute auf Spiegel-Online. 33 Milliarden Barrel wird geschätzt. Das sind 33000000000, wirklich beeindruckend. Allerdings in 5000 Metern Tiefe, was die Freude ein bisschen trübt. Komisch nur, dass sich das nicht auf den Ölpreis auswirkt, der trotzdem immer weiter steigt. Eine solch riesige Erhöhung des Angebots müsste doch eigentlich für einen Verfall der Preise sorgen. Blöderweise steht der Dollar so schlecht, der ist natürlich an allem schuld.
Was in dem Artikel nicht steht ist, dass der weltweite tägliche Verbrauch rund 85 Millionen Barrel beträgt. Kurz in den Taschenrechner getippt: 33 Mrd. geteilt durch 85 Mio. ergibt 388 Tage. Das gigantische Ölfeld deckt den Bedarf der Welt rechnerisch also gerade mal ein gutes Jahr. Das wiederum beeindruckt scheinbar die Händler an der Börse dann doch nicht so sehr.




Abgehakt

12 04 2008

Meine Ziele habe ich erreicht - gleichmäßig zu laufen und Wettkampfhärte üben. Ansonsten ist Crosslauf nicht mein Ding, das habe ich heute wieder einmal feststellen müssen. Mir liegt das gleichmäßige Laufen mit Blick auf die Uhr. Für den Kampf Mann gegen Mann fehlt mir der nötige Ernst.
Die Fakten. Zu laufen waren fünf sehr selektive Runden von je 1,45 Kilometer Länge. Ein starkes Gefälle ist nicht unbedingt Balsam für die Oberschenkel, der direkt anschließende Berg war so schwer wie zu erwarten war. Nur ein kurzes Stück über eine Wiese war “erholsam”, bevor es wieder leicht bergauf und -ab über rutschige Wurzeln und matschigen Waldboden ging.
Start pünktlich um 15:00 Uhr und gleich ging die Post ab. Bevor ich mich umsah, war ich schon im hinteren Feld gelandet. Doch schon bei besagtem Berg hatte sich das Feld sortiert. Ich überholte unsere schnellen Vereins-Ladys und ein paar andere Läufer, die zu schnell angegangen waren. Danach passierte erst mal zwei weitere Runden nichts. Der Abstand zu den Läufern vor und hinter mir blieb gleich und ich dachte mir, dass drei Runden für die Ergebnisliste auch reichen würden. Doch auf einmal hatte sich einer an meine Fersen geheftet. Er keuchte mir von nun an beständig in den Nacken. Ein anderer stürmte Downhill im freien Fall an mir vorbei und hatte im Handumdrehen etwa 20 Meter Vorsprung.
Während ich Ende der vierten Runde an einer engen 90°-Kurve den Nackenkeucher schlagartig los hatte, blieb der andere weiter in Sichtweite. Zentimeter für Zentimeter arbeitete ich mich nun an ihn heran. Nach etwa einem Kilometer hatte ich endlich Kontakt. Nun keuchte ich ihm in den Nacken. Aber nicht lange, denn es kam wieder die besagte 90°-Kurve. Kurzes Abbremsen und wieder beschleunigen - das gelang ihm eindeutig besser. Sofort hatte er ein paar Meter zwischen uns gebracht. “Dann lass ihn doch laufen”, war meine Reaktion. Ich hatte einfach keine Lust mehr bis zum Anschlag zu gehen. Von hinten drohte keine Gefahr mehr und außerdem war der vor mir viel jünger als ich, wie ich im Ziel feststellte. 33:40 Minuten für 7,25 Kilometer ergibt einen Schnitt von 4:38, für die Strecke ganz in Ordnung, wie ich finde.
Es war ein netter Lauf und das Kuchenbuffet im Ziel war einsame Spitze. Die Strecke war, wie schon erwähnt, sehr selektiv, aber so sollte ein Crosslauf schließlich auch sein. Mit Spikes wäre ich allerdings deutlich besser unterwegs gewesen als mit meinen Slicks. Leider war der Zuspruch nicht so wie erwartet. Rund 50 Starter ist hart an der Rentabilitäts-Schmerzgrenze. Somit ergeht hier der Aufruf an alle Leser aus der Region, nächstes Jahr diesen Lauf in ihren Wettkampfkalender aufzunehmen. ;-)

Nachtrag: Platz 9 von 12 in der AK3, hört sich schlecht an, aber 21,1% über der Siegerzeit von 27:48 ist eines meiner besseren Laufergebnisse. Letztes Jahr waren es noch 28% zum gleichen Sieger. Ergebnisliste




Crosslauf

11 04 2008

Morgen steigt in Mainburg der alljährliche Crosslauf. Ich bin da immer als Teilnehmer und/oder Helfer dabei. So auch morgen ab 12:00 Uhr beim Aufbauen und dann um 15:00 als Wettkämpfer. Wobei die Betonung üblicherweise auf Kampf liegt. Die Strecke wird dieses Jahr wieder mal geändert, weil einige Passagen der alten unpassierbar sind. Nun sind vier Runden zu laufen, die jeweils einen ordentlichen Anstieg enthalten. Logischerweise aber auch ein entsprechendes Gefälle. Mein Ziel wird sein, es endlich einmal zu schaffen, in der ersten Runde den Berg verhalten anzugehen, damit die Kraft auch für ein zweites bis viertes Mal reicht. Bisher ist mir das nie so richtig gelungen.
Um dieses Vorhaben zu unterstützen, habe ich gestern ein ausführliches Trainingsprogramm durchgezogen, um eine gewisse Vorermüdung zu erreichen. Zuerst war ich Laufen, fünf Kilometer locker und drei schnelle Kilometer auf der Bahn. Dabei durfte ich feststellen, dass Fußballer offensichtlich nicht sehr viel mehr im Kopf haben als eben Fußball. Nach Trainingsende erfordert das Überqueren der Tartanbahn die volle Konzentration, so dass man unmöglich auch noch auf heranstürmende Läufer achten kann. Sollen die doch ausweichen, wo sie sowieso schon am Rennen sind. So war’s teilweise ein Slalom um eben diese Fußballer aber auch um kleine Kinder, die dort verbotener Weise radfahren mussten oder um deren dicklichen Bruder, der auf der Innenbahn den coolen Läufer gab. Allerdings nur maximal 32 Meter, dann ging ihm die Puste aus. Die Spieler beobachtete der Trainer der Fußballmannschaft von Bahn eins aus und widmete mir jede Runde einen völlig verständnislosen Blick, so als ob ich ihn stören würde. Zum Glück war es bei mir kein ernsthaftes und vor allem langes Training, so dass ich das Treiben doch eher belustigt zur Kenntnis nahm.
Anschließend Schwimmtraining. Fünfmal 400 Meter waren als Haupteil geplant. Wegen Überfüllung der Bahn eins wich ich auf die zweite Bahn aus, mit der Folge, dass ich vorneweg schwimmen durfte. Ich war überrascht, wie gut ich voran kam und auch die letzten Teilstücke so schnell schwamm wie die ersten. Zeiten will ich jetzt keine nennen aus Rücksicht auf einen gewissen Herren, der damit ein Problem hätte. Aber ich merkte, dass alles an der Konzentration auf das Gleiten liegt. Dann kommt die Geschwindigkeit von selbst und ein gleichmäßiges Tempo ist auch jenseits der 1000 Meter kein Problem. Das werde ich noch weiter verbessern. Ziel ist, für die 25-Meter-Bahn nur noch 16 statt bisher 18-19 Armzüge zu benötigen.
Heute ist Ruhetag, der Sohnemann hat seine Scharlachbakterien bei sich behalten, was uns alle sehr freut. Anstrengend war es genug die letzten Tage. Einen Vierjährigen zu beschäftigen, der nicht raus kann, keinen Besuch von Freunden empfangen darf und zudem ein richtiger “Held” ist, wenn es ihm schlecht geht, ist eine Kunst, die viel Nerven kostet. Ich weiß gar nicht, wie die das früher ohne Fernseher gemacht haben. Wenigstens damit hat man mal ein paar Minuten Ruhe.